Ein Spaziergang auf der Weininsel bei Volkach - Von Weinbergen, Marienkäfern und Stieren


Published by DiAmanditi , 24 November 2016, 20h29.

Region: World » Germany » Südwestliche Mittelgebirge » Sonstige Höhenzüge und Talgebiete
Date of the hike:16 October 2016
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Time: 2:00
Height gain: 100 m 328 ft.
Height loss: 100 m 328 ft.
Route:7,3 km

Das Maintal mit seinen vielen sonnigen Südhängen auf Muschelkalk eignet sich sehr gut als Weinbaugebiet. Vor allem das Gebiet der Mainschleife mit seinen Hangneigungen teils über 30°(Steilgrasexperten können da nur müde lächeln, für diese Region ist das jedoch sehr steil) ist da ein besonders guter Ort. Hier mäandriert der Main nämlich gleich um zwei Erhebungen herum. Da jener Fluss jedoch auch für die Schifffahrt nicht ganz unbedeutend ist, hat man den Mainkanal gebaut, der ein Stück Land mit den zwei Dörfern Nordheim und Sommerach vom linken Mainufer abtrennt: Die "Weininsel" ist entstanden. Und so ganz nebenbei auch noch eine der prominesten Erhebungen der Region: Durch den Mainkanal kommt der Kreuzberg auf ganze 75 Meter Schartenhöhe! Folglich verspricht dieser also auch eine gute Aussicht, weshalb wir uns beim heutigen perfekten Wetter natürlich lieber für einen Spaziergang durch die sonnigen Weinberge des Kreuzbergs als für eine Waldwanderung entscheiden.

Wir parkten kurz vor Nordheim an einem Abzweig zu einem Asphaltweg, der den (Wein)Berg hinauf führt (STOP-Schild) und dem wir auch gleich folgten. Mit jedem Meter wird die Aussicht auf das Maintal besser, schnell erreicht man einen kleinen Bildstock auf der linken Seite, hinter der man etwa 5 Meter wieder hinabsteigt. In der kleinen Senke, die man jetzt erreicht, wandten wir uns an einer Hecke nach rechts und folgten dort dem breiten Weg weiter zwischen Weinstöcken entlang. Nach kurzer Zeit erschien vor uns ein Schuppen, an dem der Weg nach rechts ausweicht. Hier muss man sich nur diesem Weg zuwenden, da erkennt man über den Weinstöcken hinten ein paar Bäume und ein Kreuz, die den höchsten Punkt des Kreuzbergs darstellen. Jetzt ist die Orientierung einfach und wir erreichten schnell das steinerne Kreuz, hinter dem ein kleiner Panoramahügel mit Tafeln aufgeschüttet wurde, von dem sich uns die tolle Aussicht präsentierte.

Vom Kreuzberg hat man nämlich einen wirklich schönen Rundumblick; die ganze Steigerwaldkette ist vor einem aufgereiht, im Süden sieht man das Maintal und im Westen und Norden sind die umliegenden Weinberge der Mainschleife toll zu sehen. Wir sahen sogar ein paar Admirale, die auf den dortigen Blumen saßen. Nach diesem Höhepunkt geht es weiter auf einer ziemlich breiten Straße Richtung Süden, fragt sich nur wozu dieselbe gebaut wurde. Unser nächstes Ziel ist eigentlich der Rosenberg, jedoch haben wir noch einen Abstecher zum benachbarten Eichelsee vor, der durch eine Baumgruppe mit einer Lombardischen Schwarzpappel leicht erkennbar ist. Mit Wasser ist es dort aber nicht weit her: Kürzlich muss der See ausgetrocknet sein, denn es ist nurmehr eine mit Laub bedeckte Grube vorzufinden. All zu lange her kann das Austrocknen jedoch nicht her sein, da noch keine Pflanzen den Grund für sich erobert haben. Bald vielleicht wird nur noch der Flurname Eichelsee auf das ehemalige Gewässer hindeuten...

Nach diesem kleinen Abstecher wird kurz darauf der Rosenberg erreicht, der zwar keine nennenswerte Erhebung ist, aber ebenfalls durch ein steinernes Kreuz markiert wird und einen Aussichtsturm hat. Von diesem hat man einen weitreichenden Blick nach Süden ins Maintal inklusive Tiefblick nach Sommerach, sodass sich dessen kurze Ersteigung lohnt. Das Interessanteste heute waren jedoch die unzähligen Marienkäfer, die sich beim milden Wetter herausgewagt hatten und sich in Scharen an den Steinen des Turms wärmten. Kein Wunder bei dem Wetter. Jetzt wandten wir uns auch schon wieder dem Rückweg zu, und zwar folgten wir ausgeschildert dem Weg zur Hallburg. Auf dem Weg dorthin wählten wir teils auch kleinere Pfade durch die Weinberge.

Da fielen uns plötzlich ein paar Schirmlinge am Wegesrand auf. Allerdings mussten wir nach kurzem Begutachten feststellen, dass es sich hier um keine Parasole, sondern um Safran-Schirmlinge auf überdüngtem Boden handelte. Also ließen wir die Pilze stehen und wanderten weiter in Richtung Hallburg und kurz darauf stand diese direkt vor uns. Doch eine Weide, über die kein Weg zu führen schien und ein Graben trennten uns noch von unserem Ziel. Wir überlegten, einfach die Weide zu überqueren, da entdeckten wir einige schwarze, junge Bullen unter einem Baum stehen, die nicht gerade freundlich schauten. Keine besonders gute Idee also, aber zum Glück fanden wir einen (umzäunten) Weg über die Weide. Nun war der Weg frei und schon standen wir vor der heute von vielen Leuten besuchten Hallburg, an der wir jedoch vorbeiwanderten wieder Richtung Parkplatz. Mit diesem schönen letzten Stück durch die Weinberge, bis man wieder auf den Hinweg und dann auf den Parkplatz trifft, endet ein schöner Spaziergang über die Weininsel.

Fazit:
Kleiner Spaziergang an der Mainschleife, der besonders schön im Herbst bei sonnigem Wetter ist. Bei solchem Wetter ist natürlich entsprechend mehr los, die Aussicht vom Kreuzberg ist schließlich auch sehenswert und die schönen Weinberge sowieso.

Hike partners: DiAmanditi


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