Skitourentage auf der Medelserhütte


Publiziert von alexelzach , 3. Januar 2014 um 19:21.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum:21 März 2013
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-TI   Gruppo Piz Medel 
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 4400 m
Abstieg: 4400 m
Strecke:43 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bushaltestelle: Curaglia
Unterkunftmöglichkeiten:Medelserhütte - im Winter kein fließend Wasser!
Kartennummer:256 Disentis/Muster, 1233 Greina

Nachdem eine Durchquerung des westlichen Berner Oberlandes von Les Diablerets bis zum Wildhorn aufgrund von erhöhter Lawinengefahr und schlechter Wettervorhersage nicht möglich war, entschieden sich unsere Tourenführer vom DAV Freiburg für einen Aufenthalt auf der Medelserhütte in Graubünden ... wie ich finde eine klasse Idee !!!

Tag 1 (1300hm, ab 100hm, 9km, 5h)

Die Medelserhütte liegt schön gelegen auf der Fuorcla da Lavaz, welche man von Curaglia aus über das Val Plattas in einer angenehmen Tagesetappe erreicht. Auf der gemütlichen Hütte wird man von dem Hüttenwirtspaar bestens versorgt und kann am Abend den Sonnenuntergang in der warmen Stube durch die großen Panoramafenster genießen. Die zahlreichen Gipfel bieten lohnende Ziele für mehrere Tourentage und auch ein Wechsel in die unbewarteten Hütten auf der Greina Hochebene kann lohnend sein. Der einzige Nachteil, den man vielleicht ausmachen kann, ist, dass man durch die exponierte Lage der Hütte am Ende jedes Tourentages wieder rund 400hm zu dieser aufsteigen muss ...

Tag 2 (1400hm, ab 1400hm, 11 km, 8h)

Bei Kaiserwetter war am folgenden Tag das erklärte Ziel gleich den Hauptberg der Region den Piz Medel zu bezwingen. Nach kurzer Abfahrt steigt man über Sult Glatscher östlich der Refugi da Camutschs über den Gletscher zum Gipfelhang des Piz Medel und über diesen hinauf zum Skidepot, welches wir in gut 3:45h erreichten.
Die letzten Meter führen dann über einen kurzen, aber ausgesetzten Blockgrat zum Gipfelkreuz. Im Sommer sicherlich leicht zu gehen, flößte uns der eingeschneite und überwechtete Grat doch ordentlich Respekt ein, was einen nach dem anderen dazu bewog den Ausflug zum Gipfelkreuz abzubrechen. Auch wenn ich als letzter etwa auf halbem Weg kapitulierte, finde ich, dass man dies trotzdem als Gipfelerfolg anrechnen kann ... auch wenn über solche Geschichten ja bei Profibergsteigern manchmal heftig diskutiert wird ... :-)
Die Abfahrt führte uns dann auf den westlichen Teil des Glatscher da Medel und weiter entlang an den Davos la Buora hinunter in die Ebene der Alp Sura, wo wir bemüht waren für den finalen Anstieg zur Hütte nicht allzuviel Höhe zu verlieren.

Tag 3 (1100hm, ab 1100hm, 11 km, 6h)

Nach zwei Tagen bei bestem Sonnenschein, sollte nun das Wetter schlechter werden und wir verworfen unsere Pläne für einen Hüttenwechsel hinüber in die Greina. Dennoch wollten wir zumindest einen Blick ins Hochtal werfen und so ging es von der Hütte hinunter nach Osten mit dem Ziel Piz Valdraus.
Nach 400hm Abfahrt folgten wir in etwa dem Weg über die Reste des Glatscher da Lavaz in Richtung Fuorcla Sura da Lavaz. Bei P2643 bogen wir nach Osten ab und erklommen den Rücken zwischen P2904 und P2853 (3h ab Hütte), von wo es nicht mehr weit bis zum Gipfel des Piz Valdraus gewesen wäre.
Allerdings machte sich hier nun der Wetterwechsel bemerkbar. Nachdem wir zunächst bei leichter Bewölkung und Sonnenschein aufgestiegen sind, kam immer mehr Wind auf und aus der Greina zogen Wolken herauf, sodass oben auf dem Rücken die Sicht sowohl Richtung Greina als auch zum Gipfelhang praktisch gleich Null war. Da wir zudem von anderen Tourengängeren wussten, dass die Lawinenverhältnisse Richtung Gipfel nicht wirklich ideal waren, zogen wir es vor uns ohne Gipfelerfolg in die Abfahrt zu stürzen.
Hierfür wählten wir einen direktere sehr lohnende Route durch eine schöne Rinne (siehe gps). Mit jedem Meter weiter runter wurde dann auch das Wetter wieder besser und wir konnten uns vor dem finalen Aufstieg zurück zur Hütte noch gemütlich in die Sonne legen.

Tag 4 (600hm, ab 1800hm, 12 km, 5h)

Am letzten Tag unserer Tour hatte das Wetter endgültig gedreht, dicke Wolkendecke, ordentlich Wind und schlechte Sicht ... na super ...
Dennoch wollten wir versuchen noch einmal etwas Höhe zu machen (mit der minimalen Chance auf einen Gipfel) um auf jeden Fall eine lange Abfahrt hinunter ins Tal zu bekommen. Gesagt getan, nach der morgendlichen Abfahrt, stiegen wir noch einmal Richtung Glatscher da Medel auf. Dieses Mal jedoch querten wir unterhalb der Refugi da Camutschs auf den westlichen Teil und liefen immer stärker gegen den Sturm an. Als nach 2h auf ca. 2800m keine Besserung in Sicht war, entschieden wir uns dafür es gut sein zu lasssen und nochmal die schöne Abfahrt entlang den Davos la Buora zu genießen.
Nach einer ausgeibigen Pause (windgeschützt!) in der Nähe der Alp Sura erreichten wir schließlich wohlbehalten nach ca. 4,5h Curaglia.

FAZIT

Die Medelserhütte, auf der man wunderbar versorgt wird, bietet tolle Tourenmöglichkeiten auf zahlreiche Gipfel. Auch wenn wir gegen Ende nicht mehr das beste Wetter hatten, waren diese 4 Tourentage mit insgesamt über 4000hm ein tolles Erlebnis mit dem Höhepunkt am Piz Medel.

Tourengänger: alexelzach


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