Tödi-SW-Wand, Oberalpstock(Staldenfirn), Gross Düssi


Publiziert von 3614adrian , 10. Mai 2008 um 17:26.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 9 Mai 2008
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Ski Schwierigkeit: S+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-UR   CH-GL   Tödigruppe 
Zeitbedarf: 4 Tage
Kartennummer:1192,1193,1212,1213

Planurahütte (1. Tag, 6.5.2008)
Vom Urnerboden mit Fisetenseilbahn auf den Fisetenpass und über Gemsfairenstock in die Planurahütte.


Tödi (SW-Wand), Cavardirashütte (2. Tag, 7.5.2008)
Bei Dämmerung von der Planurahütte zum Sandpass abgefahren. Von da zu Fuss über den Grat und rechts am Chli Tödi vorbei an den Fuss des Tödiwestgrates. Hier horizontal ca. 250 Meter in die SW-Wand traversiert. Durch ein kurzes Couloir und einen kurzen Hang in die schöne SW-Flanke aufgestiegen. Nun direkt in der Falllinie des Gipfels hinauf. Ca. 50Hm unterhalb des Gipfels nach rechts auf den Südgrat traversiert und auf diesem leicht auf den Gipfel. Zur Zeit in der ganzen SW-Flanke idealer Firn.
Aufsteig zur Cavardirashütte: Abfahrt via Porta da Gliems ins Val Russein bis zur Alp da Russein Sura. Von hier leicht abwärts dem Südhang entlang (bald zu Fuss, da aper), dann wieder leicht ansteigend entlang dem Sommerweg zur Alp Cavrein Sura. Weiter ins Val Cavardiras und entlang diesem zur Hütte. Cavardirashütte meistens nicht bewartet. Kochgelegenheit und Getränke vorhanden.


Oberalpstock (Staldenfirn), Hinterbalm Hütte (3. Tag, 8.5.2008)
In der Morgensonne über den flachen Brunnifirn zum Gipfelsteilhang. Über diesen in guter Spur auf den Gipfel. Abfahrt über den Staldenfirn. Oben gedeckelter Pulverschnee, dann Hartschnee, dann Firn. Über Ligegg zu P. 1678 traversiert und etwas unterhalb über einen aperen Hang mit eingerichtetem Fixseil ins Couloir, welches zur Alp Stössi führt. Im Couloir zu Fuss auf Lawinenschnee.
Aufstieg zur Hinterbalmhütte: Über Guferen zum Stäuberwassserfall, dann über steilen, aperen Gschtrüpphang bis unter die Felsbänder, welche man nach langem Suchen irgendwo überwinden kann und so Frutt erreicht. Von in einfachem Gelände zur Hütte. ACHTUNG! dies ist die in der Skitourenkarte von 1994 eingezeichnete Route. Diese Route kann keinesfalls weiterempfohlen werden. Man steigt stattdessen über den neuen Sommerweg östlich des Brunnibaches hoch. Dieser Weg zweigt bereits bei Guferen nach links ab und führt über den Chärstelenbach. Die Hinterbalmhütte verfügt über einen Winterraum mit Kcohgelegenheit, der stets zugänglich ist und gehört Ernst Jauch (Bergführer von Bristen).

Chli Düssi, Gross Düssi (4. Tag, 9.5.2008)
Mit Skiern direkt von der Hütte nach Düssi und kurz vor P. 1933 rechts über den Rücken unter die Felsbänder und so über Düssifed zu P. 2256. In einem Bogen bei Gemschplätz zum Couloir unterhalb P. 2843  (dies ist nicht die Normalroute!, s.u.). Zu Fuss durchs Couloir und über den Tschingelfirn unter die Gipfelfelsen des Chli Düssi und rechtshaltend in einfacher kurzer Kletterei auf den Südgrat, welcher steil auf den Gipfel führt. Vom Gipfel alles über den verwächteten Grat auf den Gross Düssi.
Abfahrt: kurz unterhalb des Gipfels mit Skiern über normale Aufstiegsroute abgefahren, welche NW von P.3127 über Steilhänge und am Schluss ein Couloir nach Schattig Düssi führt. Wegen viel Lawinenschnee im Berich von Gemschplätz direkt in der Falllinie bis zum Felsband auf ca. 2300 und durchs markante Couloir nördlich von Düssnollen nach Düssifed. Weiter entlang der Aufstiegsroute nach Hinterbalm und diesmal über den Sommerweg (Normalweg), welcher ab P. 1522 momentan grösstenteils aper ist, ins schöne Maderanertal. Die Abfahrtsvariante Bärenchälen ist momentan bereits fast aper.
Langer Fussmarsch bis Bristendorf, wo das Schniposa wohltuend sättigte.


Zur Zeit herrschten beste Verhältnisse für solche Touren. Nach klaren Nächten konnte der Schnee zumindest oberhalb von 2000 sehr gut gefrieren. Lieber oben gefrorener Firn auf der Abfahrt und rechtzeitig unten sein, als auf Traumsulz zu warten und unten zu versumpfen oder mit einer Nassschneelawine begraben zu werden. Gletscher allesamt sehr gut eingeschneit und in der Höhe überall noch viel Schnee.


Tourengänger: 3614adrian

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Kommentare (2)


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Sputnik Pro hat gesagt: Urschweiz
Gesendet am 10. Mai 2008 um 21:22
Gratuiere zu dieser mehrtägigen Tour bei der mehrere Urschweizer Traumgipfel miteinader verbunden werden konnten. Besonders die Bilder der SW-Wand vom Tödi sind genial, ich war dort einmal im Sommer unterwegs, musste aber wegen Gewitter leider umkehren.

Schöne Touren und viele Grüsse!

Andi

Bombo hat gesagt:
Gesendet am 11. Mai 2008 um 01:22
Bravo zu dieser gem. Beschreibung und tollen Bildern genialen Mehrtages-Tour. Ich glaube, ich werde mir dies für nächstes Jahr zu Herzen nehmen!

Weiterhin viel Spass und erfolgreiche Touren!

Bombo


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