Angerbergkopf und Schaflegerkogel... ein lohnender Hatscher


Publiziert von Bergfex78 , 1. März 2013 um 20:32.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Tour Datum: 1 März 2013
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1520 m
Abstieg: 1520 m
Strecke:21 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Zufahrt über Axams; am Kreisverkehr in Axams gleich rechts nach Grinzens und dort nach dem Ortseingang links zum Sportcafe / Kemater Alm.
Kartennummer:AV Innsbruck und Umgebung

Was macht man mit zuviel Überstunden? Man baut sie ab. Idealerweise bei Wetterbedingungen, wie sie aktuell vorherrschen.
Das erste Problem: Wohin bei diesem schönen, aber warmen Wetter? Soviel Ziele, aber wo wird der Schnee noch was taugen? Die Stubaier hatte ich länger nicht besucht, also sollte es ein Ziel dort werden. Bei gutem Wetter sind doch bestimmt auch am Freitag viele Tourengeher unterwegs... hm, also sollte die Tour auch möglichst lang sein, um potentielle Gipfelbesucher abzuschrecken. Gut, das Senderstal ist lang und die Kemater Alm noch geschlossen. Das sollte den Andrang niedrig halten. Also auf zum Schaflegerkogel.

Da Markus heute verhindert war, hieß es 'Solo-Tour'. Mit dem Auto ist man schnell in Axams und von dort gleich in Grinzens, wo es um 9.00 Uhr beim Sportcafe losgeht. Die Parkgebühr von € 3,- ist für nordtiroler Verhältnsse durchaus preiswert. Über den zur Rodelbahn umfunktionierten Ziehweg geht es gute 6 km mit wenig Höhengewinn zur Kemater Alm. Nur an 2 aufsteigenden Rodlern komme ich vorbei, ansonsten ist nix los. Anfangs im Wald zieht sich der Weg eher unspektakulär dahin, allerdings ändert sich das schlagartig kurz vor der Alm. Das Gelände tut sich vor einem auf, und die herrlichen Kalkkögel präsentieren sich. Sonnenschein, strahlend blauer Himmel und makelloser Schnee erübrigen weitere Überlegungen, ob die Tourenwahl gut war.

Von der Kemater Alm ging's dann nach Süden ein Stück parallel eines Baches entlang, bevor dieser gequert und freies Gelände erreicht war. Eine sehr gut angelegte Spur war vorhanden, und so konnte es bequem weitergehen. Bequem? Nun ja, geländemäßig schon, aber die Sonne hat es mit dem Bergfex ziemlich gut gemeint. Trotz leichter Kleidung wurde es schnell so warm, dass man sich glatt in den April versetzt fühlte. "Da muss ich wohl das Tempo drosseln, wenn ich nicht überhitzen will..." war der erste Gedanke.
So ging's etwas gemäßigt weiter westwärts, herrlich kuppiertes Gelände passierend, bis unter den Angerbergkopf. Unter den Angerbergkopf? Ich wollte doch zum Schafleger... hm, wohl die falsche Spur erwischt. Na ja, was soll's. Eigentlich ist das nicht schlecht, kann man doch vom Angerbergkopf über den Kamm bis kurz vor den Schafleger abfahren und muss stattdessen nicht die lange Strecke aufsteigen. Prima!
Also weiter Richtung NW hinauf zum Kamm und kurz danach war der Angerbergkopf erreicht. Ein toller Aussichtspunkt! Einige Fotos und etwas zum Trinken später ging's gleich weiter über den Kamm zur Scharte vor dem Schaflegerkogel. Ich wollte ja noch guten Schnee für die Abfahrt, und da darf man bei solchen Temperaturen nicht zu spät dran sein. Da man nur knapp 70 hm über den flachen Kamm zur Scharte runter muss, blieben die Felle auch gleich drauf. Unterwegs noch kurz 2 Schneehühnern und einer Gams 'Servus' gesagt, stand ich recht bald auf dem kleinen Gipfel des Schaflegerkogel. Die Uhrzeit war okay, also konnte erst einmal zünftig Brotzeit gemacht und Fotos geschossen werden.

Bei der Kammüberschreitung hatte ich mich bereits gewundert, dass zwar eine Aufstiegsspur, wohl vom Vortag, vorhanden war, aber keine Abfahrtsspur runterführte. Da hatte wohl jemand die gleiche Runde in umgekehrter Reihenfolge gemacht. Tja, da muss ich diese schönen, unberührten Hänge wohl ganz allein zerfahren. Was tut man nicht alles... Also Stiefel zu, Ski ran und die Hänge hinunter! Bereits bei den ersten Schwüngen Begeisterung: "Wow, Powder!". Etwas später: "Das ist ja fast wie Firn!!". Und so ging's dann hinunter Richtung Kemater Alm. Ein kleiner Fauxpas geschah dann aber doch noch. Guter Schnee, schöne Hänge und Wald verleiten mich ja durchaus zu kleinen Exkursionen. In diesem Fall leider in einen Waldabschnitt, der von lauter Gräben durchzogen und mies zu fahren war. Somit hieß es wieder zurück Richtung Aufstiegsspur mit einem kurzen Gegenanstieg. Besser gleich oberhalb des Waldes bleiben. Von der Kemater Alm aus musste zuletzt natürlich noch der 'tolle' Ziehweh, äh die Rodelbahn, abgefahren werden. Nun gut, es war okay, aber der harte Untergrund ist nicht gerade förderlich für die Knie. Um 14.00 Uhr war ich wieder am Auto und zufrieden ob der tollen Tour.

Alles in Allem eine landschaftlich herrliche und heute total einsame Tour, die aber weniger mit Steilabfahrten denn mit Genussabfahrten aufwartet! Hat auf jeden Fall Wiederholungswert!!

Tourengänger: Bergfex78


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Kommentare (2)


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©bergundradlpeter hat gesagt:
Gesendet am 3. März 2013 um 08:52
...pfui deifi, da haben wir an unserem freien Tag wohl alles richtig g'macht:-)

VG
Peter

Bergfex78 hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. März 2013 um 17:30
kann man so sagen :-)


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