Mirador Colorado und Volcán Lonquimay ( 2865m, Versuch)


Publiziert von Alpin_Rise , 1. März 2013 um 17:28.

Region: Welt » Chile » Región de la Araucanía
Tour Datum: 5 Januar 2013
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: RCH 
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Temuco - Curacautin - Suizandina
Unterkunftmöglichkeiten:In der Suizandina, weiter empfehlenswerte Lodge ist die Andenrose zwischen Curacautin und Manzanar

Der Kleine Süden Chiles ist schlicht fantastisch: Hier wachsen aus dichten Urwäldern die Bilderbuch-Vulkane Osorno, Llaima und Villarica . Ja, die Berge wachsen in Chile tatsächlich noch beachtlich, wie regelmässige Ausbrüche obengenannter Vulkane bezeugen! Weiter unten sprudeln unverbaute Wildbäche in Trinkwasserqualität, voller leckerer Forellen... Und sobald man die offiziellen Wege in den Naturparks verlässt, ist Einsamkeit garantiert - nicht mal mit mühsamem Getier wie wie Zecken,  Stechmücken oder gar grösseren Räubernman teilt die Wildnis - schlicht paradiesisch!

Eine der
zugänglichsten Regionen in ganz Chile ist die 10. Región de la Araucanía (Araukanien) mit ihren Nationalpärken wie Conguillio, Huerquehue oder Malalcahuello – Nalcacas. Der Massentourismus, für das Andenland ein neueres Phänomen, konzentriert sich um das Zentrum Pucón. Andere Gegenden bleiben völlig unberührt. Ein Zwischending ist die Gegend um Lonquimay, wo zwar gewisse Infrastuktur und ein Skigebiet erbaut wurde, ein Grossteil der Region ist immer noch beschaulich mit einzelnen Lodges und wenig frequentierten Wanderpfaden.

Der Vulkan Lonquimay gilt als eines der leichtesten Gipfelziele dieser Höhe im Kleinen Süden Chiles. Während andere Vulkane schon eine Eiskappe aufweisen, ist das Haupt des Lonquimay im Hochsommer schneefrei. Folglich braucht man nur hinaufzustampfen... sofern man mit dem tiefen Vulkansand klar kommt!



Gescheitert an einem der einfachsten Vulkane Chiles

Wir starten erst spät Nachmittags bei der Lodge Suizandina zu unserem Besteigungsversuch. Etwas verwegen, doch sollten die 1800hm und etwa 10km Distanz in den verbleibenden 6 Stunden Tageslicht mit leichter Ausrüstung zu meistern sein... um dann zum (typisch chilenisch) späten Abendessen wieder zurück zu sein.

Von der Lodge am Lamaschopf vorbei und ins Unterholz. Zwar wurde vor Jahren mal ein Pfad spärlich mit weissen Punkten markiert, allerdings wächst dieser langsam zu und so ist die Wegführung nicht immer offensichtlich. Nach einer halben Stunde erreichen wir eine Weide mit Hüttchen (am Ende der R-767), ab dort führt ein ruppiger Fahrweg zur Grenze des Nationalparks Malalcahuello – Nalcacas.
Dort empfängt einen ein geschlossenes (!) Tor, zum Glück sind die Zäune* in miesem Zustand... Just in dem Moment, als wir den Nationalpark betreten, kommt im Geländefahrzeug ein Ranger daher und frägt uns nach unserem Ziel. Wir bleiben vage, da er uns um 4 Uhr Nachmittags bestimmt von einer Vulkanbesteigung  abgeraten hätte... Zudem können wir uns um das Eintrittsgeld drücken - er ist nicht ermächtigt, dieses einzuziehen und hält sich sogar daran ;-)
Wir steigen auf nun besser markiertem Pfad duch einen Märchenwald mit Araukarien bis zur Baumgrenze auf ca. 1500m. Eine Viertelstunde später wird uns klar, dass die Diretissima zum Vulkangipfel kaum möglich ist, zu kraftraubend ist der tiefgründige Vulkansand... wir hoffen aber, auf die Normalroute zu queren. Diese führt vom Skigebiet über die SO-Flanke. Wir arbeiten uns bis auf knapp 2000m hoch, nur um in einen eindrücklichen Erosionstrichter zu starren - genau auf der geplanten Querung zur Normalroute. Das instabile Gelände ist uns viel zu heikel, zudem lässt unser Zeitplan nur noch eine Stunde für die verbleibenden 800hm zu...
Wir steigen bzw. rutschen ab zum Alternativziel: dem Mirador auf dem Höhenzug Colorado auf 1900 m. Dieser ist aus dem Sattel auf 1800m schnell erreicht und bietet tatsächlich eine fantastische Aussicht. Nachdem sich unser Hauptziel sprichwörtlich im Sand verlaufen hat, haben wir etwas getrödelt. Nun setzt uns die flache Sonne, komibiniert mit steifer Brise doch etwas zu - die Kehrseite unserer leichten Ausrüstung.

Der Rückweg zieht sich, dank etwas Glück und einem wachen Orientierungssinn finden wir den Rückweg, zuletzt bei völliger Dunkelheit, auf Anhieb. In der Lodge werden wir vom neuen Koch auch um halb Elf Uhr vorzüglich bewirtet - was für ein Willkommen!

Facts: Der Lonquimay wird am besten aus dem Skigebiet bestiegen. Zwar konzentrieren sich dort die Touristen und die Landschaft ist einigermassen verschandelt. Dennoch dürfte die Normalroute die einzige Möglichkeit sein, den Sandhaufen mit vernünftigem Kraftaufwand zu besteigen. Am Schönsten dürfte allerdings eine Besteigung mit Ski/Snowboard sein! Der Abstieg geht dann noch rasanter vonstatten als zu Fuss im Vulkansand.

Die Route, die über den hier beschriebenen Sattel auf 1800m führt, verbindet das Skigebiet mit dem fantastischen (privaten!) Bergsee Laguna Blanca zwischen den Vulkanen Tolhuaca und Lonquimay (ca. 4-5 Stunden Gehzeit). Diese Wanderung ist sehr empfehlenswert, allerdings ist man auf Taxidienste angewiesen, da Start- und Zielpunkte sonst nicht erreichbar sind... oder man gewärtigt sehr lange Märsche auf Strässchen.

Ein grosses Ärgernis sind die unzähligen Zäune, die Privatgrundstücke oder Weiden voneinander abtrennen. Oft glaubt man sich praktisch am Ziel, doch dann stellen sich einem abseits der (oder auf den) Wegen gleich mehrere Zäune in den Weg - und diese sind meist um anderthalb Meter hoch und mit 5 mit Stacheldrahtlitzen bewehrt... Abkürzungen oder "off the beaten track" geplante Routen können so seeehr lange werden. Eine gute Zange und Draht zur Reparatur wären nicht schlecht...

Wer gerne mehr als diese rudimentären Infos zur Region möchte, dem gebe ich per PN gerne Auskunft!

Tourengänger: Alpin_Rise, Bergzottel


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Kommentare (2)


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silberhorn Pro hat gesagt:
Gesendet am 1. März 2013 um 21:17
Was lange währt bringt :-).-):-)..................!

TeamMoomin hat gesagt: Scheint ne
Gesendet am 2. März 2013 um 17:58
sehr schöne Gegend zu sein, merke ich mir falls ich mal nach Chile kommen sollte, Danke für die Inspiration!

Lg Oli und Moomin


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