... un clin d'oeil ...ein energiegeladener Nachmittag!


Publiziert von Henrik Pro , 17. Juli 2012 um 20:47.

Region: Welt » Schweiz » Jura
Tour Datum:15 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-JU 
Zeitbedarf: 2:30
Aufstieg: 103 m
Abstieg: 103 m
Strecke:Boécourt - Séprais
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW
Zufahrt zum Ankunftspunkt:PW
Kartennummer:L'oeil d'art

... un tout petit hameau d’une quinzaine de maisons - anciennes bâtisses agricoles pour la plupart - accroché en surplomb au milieu d’une combe, descendant le versant sud de la chaînes des Rangiers. Une situation d’exception ouverte sur la Haute-Sorne, et dominant la Vallée de Delémont jusqu’aux massifs des Franches-Montagnes, du Pichoux et du Raimeux. Séprais, une nature riche, sur-abondante, de champs cultivés, de pâturages, de vaches et moutons, de vergers et de haies, de forêts profondes et d’étangs ! Un oasis de paix, de calme, de vie au rythme de la nature et des saisons.
 
... ich bat Claudia noch ausdrücklich um die Mitnahme des Regenschirms! Bei der Fahrt durchs Laufental fielen uns schon ob Liesberg die grauen, dichten Wolkenpakete auf, über der langgezogenen Partie der Kantonsstrasse bei Soyhières wirbelte vereinzelt böiger Wind den Sand am Strassenrand auf. Mit wechselnder Bewölkung rechneten wir, als wir das Becken bei Delémont erreichten und uns auf die A 16 begaben. An dieser Autobahn wird nun schon bald ein Jahrzehnt gebastelt und der Anschluss nach Biel wird noch Jahre brauchen. Die Hoffnung ist damit verbunden, den Kanton Jura fürs Gewerbe aus dem Mittelland so zu öffnen, dass die bestehende Randständigkeit hinter sich gelassen werden kann. Landschaftlich und kulturell wissen wir allerdings diese Abgeschiedenheit sehr zu schätzen.
 
... bei Glovelier verlassen wir die Schnellstrasse. In Boécourt, an der Route Principale, liegt unser Mittagsziel – zuerst mal etwas essen, danach etwas Bewegung und insbesondere Bereicherung für Kopf, Bauch und Seele. Und Schwingungen aufnehmen dürfen. Noch werden die Tische gerade für die Gäste vorbereitet, wir sind etwas zu früh dran. Im modifizierten Wintergarten, der eher einem Treibhaus glich – unpassende Verschalung und schweisstreibende Temperaturen – setzten wir uns an den Tisch, an dem wir die Kontrolle zur Schiebetür wahrnehmen können (ungefragt). Die ersten Regentropfen klopfen auf die Tische draussen auf der Terrasse – ein kurzer Schauer macht die Luft erträglicher.  Während wir die baulichen Vorgaben des Lokals nicht ins Herz schliessen konnten, wurden wir mit dem Tagesmenu satt und zufrieden: Steak de Boeuf mit Allumetten sowie Gemüse. Zum Dessert folgte ein Obstkompott mit Meringuen.
 
... nach mehreren Wellen kleiner Regenschauer brachen wir auf, der Bewegungsdrang und die Lust auf Kunst machten sich bemerkbar.  Beim Schulhaus in Boécourt, hier hält werktags auch der Linien-Postbus, stellten wir den SAAB in ein Parkfeld. Aus meiner Hosentasche klaubte ich einen Bund zu Hause ausgedruckten Infomaterials über die Balade de Séprais. Lobend anerkenne ich das Bemühen der Initianten, auf den Kunstpfad aufmerksam zu machen. Schon hier am PP steht eine grosse Tafel. Wir folgen ihr in der Grossversion und nehmen uns ausreichend Zeit.
 
... die Arbeiten der Künstler, die teils seit 1993 hier ausstellen, viele davon als Dauerobjekte, sind der Witterung ausgeliefert und haben sich dementsprechend fortentwickelt oder sind sogar teilweise erodiert. Das hat durchaus seinen Reiz und stellt so auch uns, die Beschauer und Beobachter, in diesen Kontext der Vergänglichkeit, des Verfalls und dem Lichte entgegen. Einige Werke sind ganz neu hinzugekommen, im 2011 und im September 2012 werden weitere folgen (verheisst es auf der Homepage). Beim Pt. 525 liegt ein kleiner Weiher, eine Doppelscheune, aus dem Tierlaute entweichen, das weist darauf hin, wir sind auch in einer Landwirtschaftszone.  
 

... der ganze Kunstpfad verläuft auf einem Betonband, das kann uns nicht so begeistern, andererseits, wahrscheinlich ein Kompromiss zugunsten der Landwirte. Kurz vor dem höchsten Pt. eine Installation, die wie dazugehörend erscheint, aber auf Grund der Inschrift doch einen andern Zweck (Sainte Trinité) verfolgt. Die spannenden Objekte stehen uns unmittelbar bevor. Aufmerksam geworden sind wir auf die Objekte ja anlässlich unserer Rückfahrt unseres Ausflugs in Pleigne eine Woche zuvor, wo ich auch einen Hinweis auf Séprais eingebaut habe. Jetzt treffen wir auf den Stier am Wegabschnitt kurz vor dem Künstlerdorf.  Nicht Luginbühl, Tinguely oder Serra sind die Schaffer dieses kraftvollen, in voller Bewegung scheinenden Tieres, das fast lebendig zu sein scheint! Später nimmt uns diese Installation vollständig in Bann, wir verharren wie tatsächlich aufgegriffen, behändigt...
 
... Schritt für Schritt, innehalten, sich treiben lassen, schauen, reflektieren ... da wir auch beide die Finepix 5600 haben, sind unsere technischen Bedingungen zwar gleich, aber die Ergebnisse, behandelt und unbehandelt erstaunlich unterschiedlich. Während wir auf das Dorfzentrum zuhalten, kommen wir an einem Baum vorbei, dessen Stamm gänzlich von alten Reifen eingenommen ist – wie sich herausstellt, war das die Laune des Bauers und nicht etwa eine Installation. Eben un clin d'oeil!
 
... wir spazieren durch das Dorf, das von der Zeit wie entrückt erscheint. Wir passieren Installationen, die wir erst bemerken, nach dem wir uns umdrehen, aufmerksam geworden durch eine Eingebung. Der kleine Flecken Séprais wird wochentags auch vom Kursbus erreicht. Und dort findet sich auch eine Galerie samt verwunschenem Garten mit allerlei Eisenplastiken, die ahnen lassen, dass hier besondere Ströme zum Tragen kommen. Claudia entdeckt einen Garten am Dorfrand, der sie in Bann schlägt – das sind dann die Stoffe für noch zu entdeckende Perlen, Stoff für Träume. Wir gelangen auf eine weitere Gerade, die nur noch von wenigen Installationen gesäumt ist, eine musste sogar auf Grund von Vandalismus’ entfernt werden!
 
... über uns dräuen sich graue, bedrohlich wirkende, schnell dahinfliegende Wolkenbänder, geschichtet, im Grau einzelne weisse Fahnen – wir haben es sehen kommen, waren aber vertieft und wohl etwas sorglos. Es beginnt zu prasseln, die Kamera von Claudia findet gerade noch den Schutz ihres kleinen Rucksacks, die Schirme hervorgezupft, gehen wir schnelleren Schrittes weiter, kommen voll in ein heftiges Gewitter. Es ist als würde eine riesige Badewanne über uns ausgeschüttet, das Grollen über uns nimmt zu und wir stehen ungeschützt mit aufgespanntem Schirm (...) inmitten freien Feldes! Mein Unbehagen bleibt Claudia nicht verborgen.
 
... ein wenig Schutz verspricht ein naher Waldrand samt zwei weiteren Installationen, die wir nicht geniessen können. Das sonst so schützende Laub hält diesem Sturzbach nicht statt. Dank den Schirmen wenden wir Totalnässe ab. Nicht jedoch die Schuhe.
 
... nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei und jetzt holt uns die Kälte ein – es hat um 13 Grad abgekühlt. Wir finden zur Strasse zurück und beeilen uns zum Auto zu gelangen. In  Glovelier wärmen wir uns auf bei einer warmen Schoggi bzw. e Käffeli.
 
  «L'art a été inventé afin de permettre aux hommes de communiquer.» André Lhote 

Spaziergang mit Claudia






Wer sich für den Erzabbau im Jura interessiert, erfährt hier Beachtliches!


Tourengänger: Henrik


Galerie


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