GROSS LECKIHORN 3068m


Publiziert von Wolfenstein Pro , 15. Juli 2012 um 15:26.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:23 Juni 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS   Gruppo Pizzo Rotondo 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 860 m
Abstieg: 860 m
Strecke:Oberstafel - Rotondohütte - Pt. 2609 - Leckipass - Gross Leckihorn - retour
Zufahrt zum Ausgangspunkt:in cff logo Realp der Militärstraße durchs Witenwasserental bis zum Ende folgen (Bewilligung beim Kompetenzzentrum Gebirgsdienst Andermatt kostenlos erhältlich, Tel. 041 888 81 11)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Rotondohütte, 88 Plätze im Lager
Tel. 041 887 16 16 - Halbpension SAC 62,- CHF

     
 

  Warum nicht einmal das Gross Leckihorn, frug sich Imseng und meinereiner hatte keinerlei Argumente dagegen. Also kurzentschlossen die 7 Bergsachen zusammengepackt und trotz dichtem Gewölk Richtung Furkapass aufgebrochen.

  Mangels Erreichbarkeit kompetenter Stellen des Kompetenzzentrums, erteilten wir uns, den kurzen Dienstweg bemühend, eigenmächtig die Fahrbewilligung zur  Oberstafel (2221m), wo wir um 9 Uhr zur Tour starteten.
  Während des unteren Drittels der ersten Etappe war uns tatsächlich blauer Himmel samt Sonnenschein vergönnt, was sich jedoch bedauerlicherweise wenig später ins Gegenteil kehrte: den größten Teil des mittels Wegweiserstangen gut ausgeschilderten Hüttenaufsiegs absolvierten wir in dicker Nebelsuppe. Ziemlich genau 55 Minuten nach Abmarsch kamen wir an der eigentlich noch unbewarteten  Rotondohütte (2571m) an. Zu unserer Überraschung war die Tür unverschlossen, da die beiden neuen, erfrischend jungen Hüttenwartinnen Jeanne und Tanja ab Nachmittag das "Richtfest" nach Umbau und Erweiterung (inkl. Spülmaschine, wie Jeanne süffisant bemerkte ) der Hütte durch die Sektion Lägern vorbereiteten.
  In weiteres Erstaunen versetzte und dann die Anwesenheit eines SF-Reportage-Teams, welches mit diversen Innenaufnahmen beschäftigt war und sich durch uns als erste Gäste der Saison nicht beirren ließ. In Anbetracht der augenscheinlich bescheidenen Wetterverhältnisse - der dichte Nebel wollte sich einfach nicht lichten - machte sich das Team bereits Sorgen um den Rückflug. Wir hingegen hatten aus den gleichen Gründen arge Bedenken was die geplante Kletterei vom  Chli zum  Groß Leckihorn betraf. So entschieden wir nach reiflicher Überlegung der schlechten Sicht wegen das entsprechende Material (Klemmkeile, Expressen, Seil, etc.) gleich in der Hütte zu deponieren, um der Versuchung eines möglicherweise leichtsinnigen Unterfangens in einer uns unbekannten Gegend von vorn herein entgegenzuwirken.

  Den Tourenplan nun um einen Gipfel reduziert, machten wir uns 'nen Chübel später auf den Weg, welcher nach wenigen Metern bereits auf ausgedehnten Schneefeldern zu liegen kam. Diesem Umstand war es geschuldet, dass wir leicht nach links abdrifteten und so Pt. 2609 südlich anstatt nördlich umgingen. Den kleinen Irrtum sogleich bemerkt, konnten wir dennoch ohne wesentlichen Zeit- und Höhenverlust in die markante Rinne unterhalb des  Rottällihorns (2913m) einschwenken. Diese leitet einen direkt zum  Leckipass (2892m), wo die "Alaska-Bar" steht. Jener Kuriosität schenken wir allerdings nicht die verdiente Beachtung, sondern wenden uns südwärts dem Nordgrat des Gross Leckihorn zu - inzwischen übrigens bei bestem Wetter, war ja klar .
  Zunächst will eine etwas schuttige Schulter überklettert (I) werden, wonach ein kurzer Firngrat zum eigentlichen Aufstiegsgrat führt. Dieser präsentiert sich nun kompakter, durchgehend in gut gestuften Blöcken leicht (I) zu erklimmen, und so erreichten wir nach gut anderthalb Stunden ab Hütte das Gipfelkreuz des  Gross Leckihorns (3068m). Zum höchsten Punkt, eine prägnante Felsnadel, gelangt man schließlich nicht direkt, sondern - zunächst ein paar Meter absteigend - wenig schwierig aber recht ausgesetzt über die Nordflanke.

  Während der Gipfelrast erleben wir sämtliche Facetten des Bergwetters: von stark bewölkt bis Sonnenschein ist alles vertreten. Die ursprünglich geplante Überschreitung wäre problemlos machbar gewesen; aber eben, hinterher ist man immer schlauer.
  Im Abstieg ersparten wir uns den "Umweg" über den  Leckipass und wendeten uns noch vor der Schulter ostwärts, um die steile Schneeflanke grob Richung Pt. 2811 in kurzer Zeit abzurutschen. Hiernach zurück auf die Originalspur, welche jetzt bei guter Sicht völlig logisch und geradewegs zur  Rotondohütte (2571m) leitet. Dort angekommen, genossen wir auf der Terrasse längere Zeit die Sonne und erfuhren nebenbei von Schorsch Oeschger hochinteressante Details des prähistorischen Handwerks. Grüessli an dieser Stelle! ;-)
  Der Restabstieg weiterhin über reichlich Schnee zurück zur  Oberstafel (2221m) war schließlich rasch erledigt, und so fand die kleine aber feine Hochtour als Tagesausflug im Witenwasserental ihr Ende.

(Tour mit Imseng)

 
 
     
 
reine Aufstiegszeit: 2:20 Std.
Entfernung ungefähr (ebenenprojiziert): 7,5 km
Wetterverhältnisse: von stark bewölkt bis sonnig
Wegmarkierung: Hüttenweg weiss-rot-weiss und Wegweiser
Gipfelbuch: vorhanden
Hilfsmittel: Pickel
Sonstiges: Seit dieser Bergtour hat Imseng nur noch 3000er und 4000er in seinen persönlichen Gipfel-Top100 - Châpeau!
 
 

Tourengänger: Wolfenstein, Imseng


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Geodaten
 11754.kml Oberstafel-Rotondohütte-Gross Leckihorn
 11755.kml Gross Leckihorn-Rotondohütte-Oberstafel

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