Umrahmung Osterfeuerkopf, Ölrain und Hirschberg mit Abstieg durch Eckleitengraben


Publiziert von algi , 22. September 2011 um 09:38.

Region: Welt » Deutschland » Alpenvorland
Tour Datum:21 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:In Eschenlohe über die Loisachbrücke, dann den Hinweisschildern folgend in die Walchenseestraße bis zum Sperrschild. Unmittelbar davor befindet sich der Parkplatz.

Nach knapp einer Stunde Wartezeit im Stau am AB-Ende nach Garmisch habe ich die Nase vom "Autostehen" voll, mein ursprüngliches Tourenziel aufgegeben, und meine biologische Suchmaschine mit den Schlagworten "lohnende alternative Route" und "in unmittelbarer Umgebung" auf die Reise geschickt. Der Bio-Computer spuckt 2 Treffer aus: Hohe Kisten ( kenne ich jedoch schon ) und Osterfeuerkopf ( da hab ich schon mal was davon gehört  ). Dumm nur, dass ich weder die geeignete Karte, geschweige denn eine Tourenbeschreibung bei mir habe. Aber, schaun mer mal. Nachdem ich die Loisachbrücke in Eschenlohe überquert habe, lacht mir ein Hinweisschild "Osterfeuerkopf" entgegen, und führt mich zielsicher zum Parkplatz, unmittelbar bevor die Straße für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist.

Der anfangs breite Weg geht nach ca. 10 Min. in einen handelsüblichen Wanderpfad über. Er windet sich in einer Wohlfühl-Steigung mit vielen Kehren den bewaldeten Hang hoch, und gibt immer wieder schöne Ausblicke auf die Hohe Kisten und das Wettersteinmassiv frei. Nach einer guten Stunde stehe ich auf dem Osterfeuerkopf. 2 einheimische Damen und ein Paar, das ebenfalls dem Stau entflohen ist, genießen bereits die herrliche Aussicht.

Glücklicherweise hat der Herr eine Wanderkarte dabei, und ein Blick in dieselbe verrät mir, dass man  den hier ansetzenden Grat wohl weiterverfolgen, und somit zum Ölrain, und im weiteren Verlauf auch auf den Hirschberg gelangen kann. Aus dem Sattel zwischen Ölrain und Hirschberg gibt es offensichtlich auch eine Abstiegsmöglichkeit, auf jeden Fall ist in der Karte eine gestrichelte schwarze Linie entlang des Grabens eingezeichnet. Dieser Streckenverlauf soll heute meine Tour werden.

Immer direkt am Grat, oder kurz unterhalb, geht es nun auf einem teilweise sehr urigen unbezeichneten Weg bzw. Trittspuren weiter Richtung Osten zum Ölrain. Manchmal verlieren sich die Spuren auch für ein paar Meter, aber wenn man immer am Grat bleibt, kann man das Ziel eigentlich nicht verfehlen. Zuletzt steigt man in südöstlicher Richtung über einen weitgehend freien Rücken auf die unbedeutende Erhebung, die sich Ölrain nennt.

Der Grat wendet sich nun in nordöstliche Richtung, man verfolgt ihn ein paar hundert Meter in sanftem Gefälle weiter,  bis man auf einen, von Norden heraufziehenden Steig, trifft. Mit diesem Steig geht es rechtshaltend zum 5 Minuten entfernten Sattel zwischen Ölrain und Hirschberg. Von dort wandere ich nun die kegelförmige Nordflanke zum Gipfel des Hirschbergs hinauf. Hier oben hat es sich bereits ein weiterer Wanderer, der dem Stau entflohen ist, gemütlich gemacht.

Nach einer ausgiebigen Rast bei absolutem Traumwetter, mache ich mich wieder an den Abstieg. Zunächst geht es zurück zum Sattel zwischen Ölrain und Hirschberg, hier wende ich mich dann scharf nach links, in den unmittelbar hinter den ersten Bäumen ansetzenden Graben ( Schwierigkeit bis hierher: ca. T2  ). Anfangs ist der Graben noch sanft und begrünt, dann kommen Steine hinzu, aus Steinen werden Felsen, aus Felsen werden Abbrüche, das Ganze wird noch durch zunehmenden Wasserzufluss komplettiert. Es entsteht eine gangbare Schlucht im Kleinformat, absolut genial, mit dem Ambiente eines riesigen Abenteuerspielplatzes. Mir macht es unendlich viel Spaß die Stufen hinab zu steigen, springen, turnen. Immer mit einer gewissen Anspannung, was wohl nach der nächsten Biegung auf mich wartet. Aber die Schlucht, die wohl doch nur ein Graben ist, läßt sich in ihrem Grunde tatsächlich  komplett begehen.

Trotz der spielerischen Athmosphäre sollte man die Gefahren nicht unterschätzen, die häufigen felsigen Passagen sind oft nass und gelegentlich glitschig. Die Umgehungen der Abbrüche sind teilweise sehr steil und abschüssig, bei einem Sturz aus 5 m Höhe in ein steiniges Bachbett muss wohl auch mit sehr unangenehmen Folgen gerechnet werden.

Absolute Trittsicherheit sollte deshalb die Pflicht bei einer Begehung des Grabens sein. Nach starken Regenfällen, oder vor einem heranziehenden Gewitter würde ich von einer Begehung DRINGEND abraten.

Nachdem der Graben wieder flacher geworden ist, versickert das Wasser auf der Strecke,  zurück bleibt ein steiniges Bachbett. Dieses kreuzt schließlich einen Fahrweg, der rechtshaltend zurück zum Parkplatz führt.

Gruss Albert



Tourengänger: algi

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