Der lange Weg auf den Clariden


Publiziert von Frangge Pro , 25. August 2011 um 23:12.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:21 August 2011
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-UR   Claridengruppe 
Zeitbedarf: 3 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postauto bis zur Talstation Golzern, dann Alpentaxi bis zum Hotel Maderanertal
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Seilbahn Fisetengrat zum Urnerboden, Postauto
Unterkunftmöglichkeiten:Hüfihütte, Planurahütte, Claridenhütte (alle SAC)

In einer geführten Tour sollte es auf den Clariden und den Gemsfairenstock gehen. Allerdings nicht über die kürzeste Route vom Klausenpass, sondern vom Maderanertal aus, quasi auf einer Skitourenroute. Das macht die ganze Sache zwar einfach - die Hände müssen keine Felsen berühren - aber lange und streckenweise vom Gehen her monoton. Drei Tage Sonnenschein und Hitze pur bei wunderbarer Sicht auf die umliegenden Berge, ein Genuss!

Sonntag, 21.8.: Aufstieg zur Hüfihütte (1000hm)

Bevor wir am Hotel Maderanertal starten, gibt es noch einen Kaffee zum Kennenlernen. Gegen Mittag geht es gut gegen die Sonne eingecremt Richtung Hüfihütte los. Der Weg ist durchgehend rot-weiss markiert und dementsprechend einfach. Er verläuft nicht steil und ziemlich gleichmässig ansteigend teils durch lichten Wald. Wir queren ein paar Mal Bäche. Die Hüfihütte war nur wenig besucht. Von hier hat man einen schöne Sicht in das Maderanertal und die gegenüber liegenden Berge, der Gross Düssi ist zum Greifen nah.

Montag, 22.8.: Clariden (900m Aufstieg, 800m Abstieg)

Frühstück gibt es um 4:30 und eine knappe Stunde später sind wir zum Aufbruch bereit. Zunächst geht es über Geröll entlang eines blau-weiss markierten Weges. Noch bevor die Sonne aufgeht, erreichen wir den Hüfifirn, seilen an und montieren die Steigeisen. Wir umkurven und überqueren die Spalten des aperen Hüfifirns. Noch etwa 2 Stunden laufen wir im Schatten, bevor kurz vor dem Aufschwung zum Hüfipass die Sonne hinter dem Tödi hervorkommt. Nach dem Hüfipass halten wir uns zunächst auf gleicher Höhe zum Clariden hin und gehen dann das oberste Stück des Claridenfirns. Erst über 3000m als der Gletscher schon steiler wird, ist es vorbei mit blankem Eis. Kurz bevor wir den Gletscher verlassen sehen wir noch einen Berggänger alleine über das obere, verschneite Stück des Claridenfirns gehen. Finde ich dann doch gelinde gesagt recht leichtsinnig, er muss es aber selbst wissen... Die letzten paar Meter zum Gipfel geht es kurz über Geröll. Die Aussicht ist super, auch wenn durchaus etwas Dunst um die Berge liegt. Obwohl es auch hier oben recht warm ist, windet es doch recht kräftig. Wir steigen über den Claridenfirn ab, der nur im oberen Stück schneebedeckt ist. Das letzte Stück zur Claridenhütte geht wieder einfach über Geröll. Gegen halb zwei kommen wir an. Im Laufe des Nachmittags flüchte ich sogar vor der Sonne in die Hütte.

Dienstag, 23.8.: Gemsfairenstock (500m Aufstieg, 900m Abstieg)

Heute soll es über den Gemsfairenstock zum Fisetengrat gehen. Eine kurze Tour, für die unser Bergführer Patrick ca. 4 Stunden veranschlagt. Wir schlafen also bis 7 Uhr und begeben uns eine Stunde später zunächst auf den Weg, von dem wir gekommen sind. Ein kurzes Stück geht es auf dem Weg zum Sattel Pt. 2848 aper über den Claridenfirn, danach steil durch eine Schutthalde. Am oberen Rand des Claridenfirns erkennen wir auf den Fels gesprühte Markierungen, die anzeigen wie das Eis seit 2006 und 2009 zurückgegangen sind. Recht beeindruckend, naja eher erschreckend. Wir folgen Patrick und den Wegspuren zum Gipfel, auf dem es überraschend wenig windet und äusserst angenehm temperiert ist. Wir verweilen und geniessen die Aussicht in die Glarner und Urner Alpen und darüber hinaus bis zu den Mythen und dem Säntis. Der Abstieg geht wieder über den Sattel, danach ebenfalls auf einem unmarkierten Weg zum Fistengrat. Mitten auf einer Grasfläche knicke ich fast um - aufpassen, nicht träumen! Gegen Mittag erreichen wir die Seilbahn, die uns zum Urnerboden bringt.

Fazit: Eine Tour die nur die Bezeichnung Hochtour trägt, weil es angeseilt und mit Steigeisen über Gletscher geht. Technisch unschwierig. Gäbe es auf hikr eine Rubrik 'Gletschertrekking', würde die Tour dahin passen. Besseres Wetter konnten wir kaum haben, wir haben die volle Ladung Sonne abbekommen. Patrick war auch immer darauf bedacht, ein gutes Tempo (nicht zu schnell) zu gehen und genügend Pausen einzulegen.

Tourengänger: Frangge

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