Turtmanntaler "Nobodys" Tällispitze + Pletschuhorn


Publiziert von akka , 19. Juli 2010 um 20:05.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:18 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Waldesruh 1788m - Jäniltigu 2158m - Rotigu Mittelstafel 2100m - Simigu Oberstafel 2301m - Simmiggrätji - Tällispitze 2862m - Simmiglicke 2648m - Pletschuhorn2737m - Simmigtälli - Rotigu Mittlestafel - Oberstafel 2342 - Jäniltigu - Waldesruh

Das Turtmanntal ist nicht unbedingt sehr überlaufen. Obschon es an einen sonnigen Julitag manchen Walliser aus Visp, Turtmann, Leuk in dieses malerische Tal hinaufzieht, sind die Wege und Gipfel wahrlich nicht überlaufen. Lediglich am Talende, in der Turtmannhütte, auf den Barrhörnern und den Gletscherriesen tummeln sich einige Touristen und Alpinisten.

Nach viel zu langer Bergabstinenz war mein Heisshunger auf die erste Sommerbergwanderung der Saison riesig. Der Kreislauf allerdings noch etwas geschwächt, die Muskeln schlapp, die Kondition verloren, musste ein Ziel mit Bedacht ausgewählt werden. Dennoch sollte von allem etwas dabei sein. Hübscher Wald, liebliche Weid, felsiger Block, grandioses Panorama und genussvolle Gipfelruhe standen auf der Wunschliste.
Ein Ziel war dank Swissmap schnell gefunden. Tällispitze (2862m) und Pletschuhorn (2748m) schienen alle Anforderungen bestens zu erfüllen.

Am Restaurant Waldesruh starteten wir unsere Wanderung, überqueerten bei 1788m auf einer Brücke die Turtmänna und begaben uns auf nicht immer gut ersichtlichen Weg Richtung Jäniltigu. Verliert man im hohen Gras den Weg, nicht so tragisch, einfach gerade nach oben. Jäniltigu ist auf 2158m erreicht.
Ab hier gehen wir die Schotterstrasse etwas bergab bis kurz vor Simmigu Mittelstaffel. Hier führt bei 2100m ein unscheinbarer Pfad in malerischen Gelände, vorbei an Lärchen, Föhrern und Alpenrosen, hinauf bis Simmigu Oberstafel 2301m.

Weglos halten wir nun schnurstraks nach Nordwesten Richtung Simmiggrätji. Dieser ist mehr ein Rücken, als ein Grat und es hat nur ganz wenige leichte Schrofen zu passieren. Ein Boden auf 2800 ist schnell erreicht und zuletzt geht es über Geröll zum Gipfel der Tällispitze 2862m (T3). Der Gipfel ist sogar grasbewachsen und läd zum Verweilen ein. Kein Kunststück bei den angenehm warmen Temperaturen und den erstaulich schönen Panorama mit strahlenden Sonnenschein. 

Nach einiger Zeit gelustet mich noch das ursprünglich auch angedachte Pletschuhorn und ich überlasse meiner Begleitung die Tällisptitze zum alleinigen Sonnenanbeten. Über einen Geröll- Blockhang (NO) gelange ich  etwas westlich der Simmiglicke 2637m in einen schmalen Einschnitt. Eine Grasrinne bringt mich steil auf den Westgrat (P.2751m). Nun geht es über einige Blocktürme im mehrfachen auf und ab unter den Gipfelblock .Hier über Grasbänder und leichte Felsen kurz auf den Gipfel des Pletschuhorn (2748m). Mit einen blauen Rivella geniesse ich dies in doppelter Hinsicht. Kurz darauf sehe ich aus der Distanz, das meine Begleitung auf der Tällisptize in Aufbruchstimmung gerät und so rüste auch ich für den Abstieg.
Diesen bestreite ich über den Südostrücken (Gras, Schrofen, Geröll, ins Simmigtälle. Dieses ist mit Blöcken reichlich übersäht und ich darf endlich mal wieder etwas für die Koordination tun. Bei 2400 kann man dann die Blöcke verlassen und über Felder von Alpenrosen (weiterhin etwas für die Koordination) finde ich irgendwann einen markierten Weg, der mich kurz darauf zurück nach Simmigu Oberstafel bringt. 
Noch etwas weiter nach Südwesten laufe ich, als ich kurz vor Rotigu-Oberstafel auf 2342m meine Begleitung wiedertreffe. Gemäss Karte führt hier ein ganz schwach ausgeprägter Weg hinab nach Jäniltigu. Nun, ein Weg ist zumeist nicht vorhanden. Es gilt erneut grosse Felder von Alpenrosen zu queeren.
Auch der weitere Abstieg im Wald durch das hohe Gras lässt uns machmal die Ideallinie suchen, Spass macht es aber allemal. 

So erreichen wir am späten Nachmittag, bei immer noch herrlichen Sonnenschein die Turtmänna. Die sonnenüberflutete Terasse im Restaurant Waldesruh läd uns dann noch zu sehr opulenten Coup Dänemark und Apfelstrudel ein. 



Tourengänger: akka


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