Galtenberg, 2424, von Osten, mit Kammüberschreitung


Publiziert von windi , 26. September 2009 um 21:14.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Kitzbüheler Alpen
Tour Datum:21 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:6 km + 6 Rad-Km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Inntalautobahn, Ausfahrt Kramsach, Richtung Brixlegg, Alpbach, in Inneralpbach links in den Lueger Graben, vorm Gesperrt-Schild (1140) parken.
Kartennummer:Alpenvereinskarte Kitzbüheler Alpen, westl. Teil , 1:50000

 Die Ostseite des Galtenbergs gehört zu den alpinsten Gebieten in den sonst oft allzu sanften und unspektakulären Bergen der Kitzbüheler Alpen. Der herausragende Gipfel ist von der Westseite her gut besucht, der lange Grat nach Südosten und die Ostseite sind dagegen völlig einsam. Am schönsten ist die Tour im Juni zur Alpenrosenblüte oder im Herbst, wenn sich nach dem ersten Frost oder Schnee das Gras gelbbraun und die vielen Heidelbeerbüsche rot färben.
Um knapp 3 km Schotterstraße zu sparen, empfehle ich die Anfahrt mit Radl oder Mountainbike bis zur Innermareitalm, 1460. Der dort nach W hinaufziehende Traktorweg geht in einen markierten Wiesenweg über. Der wilde Talkessel unterm Galtenberg zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Um nicht auf den Fahrweg zur Kolbentalalm (1600)  zu gelangen, geht man am besten bald weglos, knapp südlich an dieser Alm vorbei, dem dichten Buschwerk ausweichend (was eigentlich immer möglich ist) geradewegs nach W zu dem auch auf der Karte verzeichneten kleinen flachen See unterhalb des Mareitkopfes hinauf. Pfadpuren führen von hier auf den Sattel südlich des Mareitkopfes und in den Nordgrat des Galtenbergs. Der wunderschöne Grat ist anfangs bewaldet, hat einige kurze Steilstellen (die Umgehung dieser Stellen ergibt sich von selbst, wenn man auf die Steigspuren achtet), wird zunehmend blickreich und im oberen Teil ganz unschwierig. 
Wenn der Gipfel überbevölkert ist: es gibt im weiteren Verlauf noch genügend schöne einsame Aussichtspunkte!
An der Stelle, wo der markierte Weg, der nach Süden über den Grat zieht, nach ca. 500m nach rechts abbiegt, folgt man dem Grat nach Ost, später SO. Es geht ohne große Höhendifferenzen, immer mit Blick auf Tauern und Zillertaler durch schönes, abwechslungsreiches Gelände. An manchen Stellen sind Pfadspuren vorhanden. Erst nach ca. 1,5 km geht es wirklich abwärts. Bei einer felsigen Steilstelle sollte es zwecks Wegfindung möglichst nebelfrei sein! Bald ist wieder schönes Wiesengelände erreicht. Man kann etwas Richtung Ost umbiegen und, sobald das Gelände ein bisschen flacher wird (ca. bei HM 1960), unterhalb der Felsabstürze in den grasbewachsenen Osthang hineinqueren. Ziel ist die einladende, buckelige Hochebene südl. des Torkopfes mit ihren kleinen Seen und den vielen Heidelbeeren. Die weglose Querung ist etwas beschwerlich, gelingt aber ohne wesentlichen Gegenanstieg. Wer sich auf der Hochebene eher rechts hält, gelangt unweigerlich zu den Resten eines kaum benutzten Fahrwegs und kommt dort schneller voran als durch das teilweise dichte Alpenrosen-Heidelbeergestrüpp. Jetzt gilt es, den (auch vom Grat bereits gut sichtbaren, etwas östlich unterhalb der Almhütte gelegenen) wunderschönen kleinen See zu finden. Hier ist ein idealer Rastplatz unter den Steilabbrüchen des Galtenbergs. Wenn die Sonne brennt, wird der leicht moorige See schnell badewarm. Zum Schwimmen ist er allerdings ein wenig zu flach.
Ca. 20 m nördlich des See-Ausflusses beginnt der etwas chaotische Abstieg Richtung Mareitalm, erst im Gras sehr steil direkt nach NO, dann etwas flacher durch zunehmend hohes Gestrüpp immer leicht absteigend in einem Bogen um den Torkopf herum zum Wiesengelände südl. der Kolbentalalm und zum Aufstiegsweg. Der auf der Alpenvereinskarte verzeichnete Höhenweg auf ca. HM 1600 um den Torkopf herum ist zugewachsen. Immer wenn man meint eine Wegspur gefunden zu haben, wird man bald enttäuscht: Es sind alles nur Wild-Pfade. Der Kontakt zur Natur ist hier schon sehr intensiv! Die Gestrüpp-Route geht sich im Frühsommer etwas angenehmer, wenn die Farne noch nicht hoch sind, oder wenn sie nach dem ersten Schnee im Herbst flachliegen. 
Die rasante 300 HM-Abfahrt entschädigt für die Strapazen!


 


Tourengänger: windi

Galerie


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