Mit eisigen Temperaturen zum Gross Leckihorn


Publiziert von Zoraya , 20. August 2017 um 18:48.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:20 August 2017
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS   Gruppo Pizzo Rotondo 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 850 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Nur mit Bewilligung (10.-). Kontrollen werden durchgeführt.

Fast genau ein Jahr später, nach dem wir letzten August nicht ganz auf dem Gipfel standen, habe ich heute das Gross Leckihorn nachgeholt. Allerdings mit riesigen Unterschieden in Sachen Wetter und Verhältnisse. Letztes Jahr mit kurzen Hosen und T-shirt, ohne jegliche Hilfsmittel, dieses Jahr in halber Skitourenausrüstung und Steigeisen.

Nach Oberstafel gelangt man inzwischen nur noch mit kostenpflichtiger Bewilligung. Bis letzten Herbst war dies noch nicht der Fall. Die Bewilligung war kostenlos. Ich rate diese zu organisieren, da Kontrollen durchgeführt werden. Allerdings könnte die Korporation die Sache ruhig einfacher gestalten! Im Touribüro Andermatt oder Restaurant des Alpes in Realp erhält man diese zwar, jedoch nicht vor 08.00 Uhr. Mein Kollege von Andermatt holte die Bewilligung am Vortag, diese Möglichkeit hat aber auch nicht jeder. Nun gut, wir starteten also früh Morgens, bei 3 Grad, in Oberstafel. Zur Hütte gelangt man in kurzen 50 Minuten. Der Nebel hüllte noch sämtliche Berge ein. Auch die Hütte lag komplett im Nebel. Zum Glück habe ich mein Stirnband eingepackt. Nach kurzem Halt zogen wir weiter zum Leckipass. Einfach nach Steinmänner Ausschau halten. Auch hier befanden wir uns rasch beim Pass. Danach gegen Süden zum Gipfel. Das Schneefeld war vereist, so dass wir den Aufstieg an der Felskante wählten. Daran konnte man sich gut festhalten. War aber doch eine rutschige Sache. Den Pickel trug ich vorsichtshalber schon mal in der Hand. Auf dem Sattel weiter gegen Süden zum Gipfelkreuz. Die Felsblöcke waren angezuckert vom Schnee und zum Teil etwas eisig. Nach 2h und 10 Minuten erreichten wir das Gross Leckihorn. Obwohl der Nebel die Aussicht zum Teil versperrte, war diese trotzdem atemberaubend schön. Die Gegend scheint unberührt, als wäre sie gerade erst aus der Eiszeit erwacht. Leider herrschten Minusgrade, inkl. unangenehmer Wind. Deshalb zwang uns die Kälte früher hinab, als wir eigentlich wollten. Auf dem Sattel angelangt überlegten wir, über die Felsen abzusteigen oder im Schnee. Wir wählten das steile Schneefeld, allerdings mit Steigeisen. Ohne Eisen wäre das Unterfangen zu einer wilden und unangenehmen Rutschpartie geworden. Da wir diese sowieso schon montiert hatten, stiegen wir direkt über das gesamte Schneefeld ab. Klizekleine Überreste des Gletschers waren noch erkennbar. Der restliche Abstieg im selben Weg, ausser ein kurzer Abstecher auf die übrig gebliebenen Schneefelder. Auf der Rotondohütte genossen wir ein sehr feines z'Mittag vom Grill. Hiermit ein grosses Dankeschön an die sehr sympathische Hüttenwartin Pia, die mit ihrem offenen und sehr freundlichen Wesen die Gäste betreut. Wir hielten uns sicher fast 2 Stunden auf der schönen Hütte auf, bevor wir uns wieder nach Oberstafel begaben.

Auf der gesamten Tour haben wir keine einzige Person angetroffen. Das Gebiet lebt im Winter. Ich allerdings finde die Landschaft vor allem im Sommer faszinierend. Es wirkt sehr verlassen, aus längst vergessener Zeit. Als würde hinter dem nächsten Felsen ein Dinosaurier auftauchen. Wirklich, ich mag das schottrige und karge Gebiet. Ich bin sogar ein bisschen Fan davon. Bis bald wieder.

Tourengänger: Zoraya


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Kommentare (5)


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Stevo47 Pro hat gesagt:
Gesendet am 21. August 2017 um 09:09
Hey Zoraya,

vielen Dank für den tollen Bericht! Eine Tour die ich noch gar nicht auf dem Radar hatte, nun aber mit deiner begeisternden Beschreibung und den Bildern in den Focus gerückt ist. Einsam, schottrig und karg - das hat was! Viele Grüsse, Steve

Zoraya hat gesagt: RE:
Gesendet am 22. August 2017 um 18:34
Unbedingt, Stevo47! Das Gebiet ist im Sommer wirklich wenig besucht. Vor allem auch deshalb vermittelt es das Gefühl von totaler Abgeschiedenheit. Bin dann gespannt auf deine Meinung :-).

Liebe Grüsse
Sarina

georgb Pro hat gesagt: Wo ist das Kopfüber-Selfie?
Gesendet am 21. August 2017 um 10:15
Zoraya, ich nehme dich beim Wort hier und warte auf dein Selfie im Kopfstand mit der linken Hand! ;-)))
Grüße Georg

Zoraya hat gesagt: RE:Wo ist das Kopfüber-Selfie?
Gesendet am 22. August 2017 um 19:39
War heute auf dem Krönten. Da kam mir das Seil in den Weg. Blöd aber auch. Beim nächsten Mal dann ;-).

georgb Pro hat gesagt: no way out
Gesendet am 22. August 2017 um 22:27
Du wirst doch nicht nach Ausreden suchen ;-)))


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