Wanderung durch den Endriedelgraben


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 22. Juni 2016 um 07:39.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Hochschwabgruppe
Tour Datum: 4 Juni 2016
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:00

Vom Schwabenbartl führt der Endriegelgraben hinauf in den Zlattensattel. Es handelt sich um einen kaum begangenen Jagdsteig in einer wilden Umgebung. Der Weg ist an vielen Stellen schwer zu finden, wegen dem schlechten GPS-Empfang im engen Graben fällt diese Form der Unterstützung weg. Der Weg führt anfangs immer entlang des Endriegelbaches und läd im Hochsommer mit seinen zahllosen Gumpen zu einer Abkühlung ein. Im übrigen gibt es auch einige Feuerstellen, scheinbar wird hier also auch des öfteren biwakiert. Vor allem wegen seiner Ursprünglichkeit und ist diese Wanderung sehr zu empfehlen. Die Schwierigkeiten beschränken sich auf ein paar ganz leichte Felsstellen (I), jedoch ist der Weg oft ausgesetzt und erfordert neben Trittsicherheit vor allem sehr gute Wegfindung! Etwa auf halben Weg verlässt man die Schlucht. Das Auffinden dieses Ausstiegs stellt die eigentliche Schlüsselstelle der gesamten Tour dar. Steil geht es zu einer verfallenen Jagdhütte hinauf und von hier noch steiler hinauf in den Zlattensattel. Wir stiegen über die Mitteralm, wo wir in der Biwakhütte ein Gewitter abwarteten, zur Fölzalm ab. Alternativ kann man vom Zlackensattel über die Bürgeralm oder auch von Winkelkogel durch die Ertlrinne absteigen.
Mit Sicherheit eine der wildesten und ursprünglichsten (Abenteuer-) Wanderungen in der Gegend! Die Tour sollte in keinem Fall unterschätzt werden. Wegen der Enge der Schlucht sollte die Mitnahme eines Helmes überlegt werden!

AUFSTIEG: Vom P. bzw. GH. Schwabenbartl direkt durch dessen Hof nach Nordosten in den Graben. Nach wenigen Minuten zweigt ein neuer Forstweg nach links ab - hier weiterhin in der Schlucht taleinwärts. Man erreicht die erste Geschiebesperre, welche rechts über eine Stiege erstiegen wird. Nun immer entlang des Baches durch die immer enger werdende Schlucht. An Steilstufen gibt es stets Steigspuren einige Meter ober dem eigentlichen Schluchtgrund. Immer wieder gerät man hier aber auch auf Wildspuren in Sackgassen und muss etwas suchen.
Nach einiger Zeit erreicht man eine sehr markante Felswand an deren Ende sich die Schlucht erneut aufsteilt und verengt. Am rechten Rand leitet eine Erdrinne hinauf und eine etwa 5m lange Kette ermöglicht das Übersteigen einer Felsrippe. Man erreicht so in Kürze einen kleinen Sattel (altes Textilseil) aus welchem man einige Meter steil zurück ins Bachbett abklettert. Hier ist das Gelände wieder flach und nach etwa 15 Metern trifft man auch einen Schwemmholzkegel (von rechts oben kommt hier eine Rinne herab).
Direkt beim Schwemmholzkegel (siehe Foto) muss man die Schlucht weglos nach links oben verlassen. (Der Weiterweg in der Schlucht wird nach wenigen Metern durch einen kleinen Wasserfall versperrt. Hier ist lediglich eine sehr heikle Umgehung durch die rechte Schrofenflanke möglich, wovon jedoch sehr abzuraten ist). Im Wald so steil aufwärts und rechtshaltend bis man nach wenigen Minuten wieder auf den Steig trifft. Diesem folgt man nun, stets kräftig nach rechts ansteigend, bis zur einer aufgerissenen Schlucht. In diese mit Hilfe eines Baumes (evtl. 5m Reepschnur sinnvoll zum anhalten) hinab und jenseits einfach wieder heraus und in wenigen Minuten zur verfallenen Jagdhütte. (Schwabenbartl - Jagdhütte: 2-4h)
Hinter der Jagdhütte entlang der Abbruchkante aufsteigen bis man auf die gelbe Markierung und Steinmänner trifft. Nun durch Latschengassen und lichte Wälder hinauf zur letzten Wiese (Salzlecke). Über diese sehr steil hinauf in den Zlattensattel. (1-1,5h)
Am Wanderweg auf die Mitteralm. Nach wenigen Minuten erreicht man deren Plateau und dort befindet sich auch der kleine Notunterstand.

ABSTIEG: Entlang des Wanderwegs zur Fölzalm und weiter ins Tal.

SCHWIERIGKEIT: Anspruchsvolle Wanderung mit kurzen Stellen im sehr leichten Fels (I). Jedoch wird exzellente Wegfindung vorausgesetzt!

MIT WAR: Tanja

WETTER: stark bewölkt, später Regen und Gewitter

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz

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Kommentare (2)


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gebu hat gesagt:
Gesendet am 28. Juni 2016 um 17:33
Schöner Bericht, den Endriegelgraben geh ich im Sommer immer wieder gern.
An heißen Sommertagen kann man ihn auch im Abstieg gehen:

http://canyon.carto.net/cwiki/bin/view/Canyons/EndriegelbachCanyon

Neopren nicht wirklich notwendig

Matthias Pilz Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 29. Juni 2016 um 07:52
Das der Graben eine Canyoningstrecke ist, hab ich schon vermutet, als ich mich wieder einmal verstiegen bin und einen Bohrhakenstand gefunden hab!


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