38-jähriger Moutainbiker in Uina-Schlucht gestürzt


Publiziert von Kopfsalat, 5. Juli 2012 um 13:42. Diese Seite wurde 1951 mal angezeigt.

 TagesWoche: Ein 38-jähriger Holländer ist am Mittwoch in Graubünden mit dem Moutainbike 110 Meter in eine Schlucht gestürzt

"Die Fünfer-Gruppe aus den Niederlanden wollte auf der Biketour vom Münstertal über den Schlinigpass und durch die Val d'Uina ins Engadin fahren.

Anfangs der Val d'Uina passierten vier Biker einen nur einen Meter breiten Weg entlang der Felswand zu Fuss. Der 38-Jährige stieg nicht vom Bike und wollte die Passage fahren. Ein Kollege musste laut Polizei zusehen, wie der Mann das Gleichgewicht verlor und mit dem Zweirad über 100 Meter tief in die Schlucht stürzte
."



Kommentare (25)


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Mel hat gesagt:
Gesendet am 5. Juli 2012 um 15:07
ob der mit klick-pedalen unterwegs war?

tragisch auf jeden fall :-/

marmotta hat gesagt:
Gesendet am 5. Juli 2012 um 18:03
Sind wir jetzt endgültig auf "BLICK"-Niveau angelangt? Aus meiner Sicht hätte es der Erwähnung des (zwar bedauerlichen, aber absolut vermeidbaren) Unfalls dieses unvernünftigen Zeitgenossen auf dieser (Bergsport-)Seite nicht bedurft.

Mir tun -neben den Angehörigen- auch diejenigen leid, welche die Überreste bergen mussten.

Kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 5. Juli 2012 um 18:17
hast recht, sehe ich auch so.

war einzig dazu gedacht, die absurdität solcher betroffenheits-/besserwisser-diskussionen an einem besonders krassen beispiel zu veranschaulichen.

werd den beitrag in bälde wieder löschen.

Gelöschter Kommentar

Alpenorni Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 5. Juli 2012 um 19:04
Das sehe ich genauso wie Axi. Ich bin jedenfalls sehr betroffen, wenn ich mir das menschliche Schicksal des Überlebenden am Lagginhorn vor Augen führe.
Und finde diese Achselzuck-Mentalität deplatziert und pietätlos.

Sputnik Pro hat gesagt: Realitätsblindheit
Gesendet am 6. Juli 2012 um 09:48
Tödliche Bergunfälle egal ob selbstverschuldet oder einfach Pech (Steinschlag, Lawine...) sind für die Angehörige jedesmal tragisch.

Dennoch erstaunt es mich, dass viele Leute genau diese tragischen Unfälle wegen dem grossen Medienecho geradezu sich zu gemüte ziehen und meist Urteilen: "Selber schuld wer Risiokosportarten betreibt" oder "Das wäre mir nie passiert" usw...

Doch was sind einige Bergunfälle gegen die menschlichen Tragödien die sich tagtäglich zu 10000mal oder mehr ereignen und kaum eine Zeile wert sind (Bürgerkriege wie im Kongo oder Sudan, Hunger in Mali). Ich finde diese Tragödien um einiges schlimmer als wenn sich bei uns wieder einmal ein Verkehrs- oder Bergunfall ereignet!

Kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 5. Juli 2012 um 19:18
QED

deshalb erstaunt es mich ja so sehr, dass hier bei diesem mountainbiker, bis auf marmotta, kein einziger auch nur ein mü von betroffenheit oder mitgefühl für die überlebenden (4 holländer) geäussert hätte.

marc1317 hat gesagt:
Gesendet am 5. Juli 2012 um 23:41
Das liegt wohl daran, dass der MTBer hier "etwas" fahrlässig gehandelt hat - ich meine, wenn schon Schilder am Anfang der Schlucht stehen und er dann immer noch den Helden spielen will? Die Schilder stehen sicher nicht ohne Grund da...

Gut, wahrscheinlich wird der ein oder andere dann auch Fahrlässigkeit bei den fünf Abgestürzten unterstellen, aber ich denke das man das nicht vergleichen kann bzw. sollte...

roger_h Pro hat gesagt:
Gesendet am 6. Juli 2012 um 09:01
Auf beiden Bergsteiger-Foren, auf denen ich unterwegs bin, ist immer wieder das selbe Muster erkennbar. Eine Unfallmeldung, dann evtl. die eine oder andere Betroffenheitsäusserung und dann bloss noch "zu dumm, zu unerfahren, wie kann man nur, man tut dies und das nicht". Die Zyniker greifen auch jeweils in die Diskussionen ein und schlagen Todesopfer vielleicht noch für für den Darwin-Award vor.
Wann ist dem Bergsport eigentlich die Empathie abhanden gekommen? Wann sind uns unsere Bergkameraden gleichgültig geworden? Geht's nur noch darum, dass man im Nachhinein und nach der 20. Zeitlupe (bildlich gesprochenI) beurteilen kann, was alles falsch gemacht wurde und sich dann auch noch als der bessere Bergsteiger ins Rampenlicht stellen zu können? Habe zum Unfall am Lagginhorn mindestens an zwei Stellen (nicht auf hikr) gelesen "Am Lagginhorn? Das ist ja eine Wanderung!!" Das ist erstens Stumpfsinn im Quadrat und zweitens wollte derjenige der Welt nur mitteilen, dass er der Oberbergsteiger ist.
Ich finde, man darf und soll sich Gedanken machen über Unfallursachen und man kann solche sicherlich auch diskutieren. Aber auf Bergsteigerforen setzt diese "immer die anderen sind blöd"- und Achselzuck-Mentalität eindeutig ihren Siegeszug fort. Ich denke, man darf getrost davon ausgehen, dass jeder (Selbstmörder ausgenommen) der in die Berge geht, gesund wieder nach Hause kommen möchte und seinen Liebsten von schönen Erlebnissen berichten will.

markom hat gesagt: RE:STUPENDA
Gesendet am 6. Juli 2012 um 10:10
Ein sehr guter Kommentar. ! Du sprichst mir aus der Seele. Ich finde es auch äußerst unpässlich, sich im Nachhinein über solche Unfälle die Mäuler zu zerreissen, wer wie was und warum falsch gemacht hat...., nach dem Motto " alle anderen bauen Mist, mir selber würde sowas niee passieren.".. Wer selbst in die Berge geht, weiß, wie schnell es gehen kann......Ein bisschen Demut schadet sicher nicht.............

Schneemann hat gesagt: RE:STUPENDA
Gesendet am 6. Juli 2012 um 10:53
Kann mich da nur anschliessen. Wer war denn nicht auch schonmal unvernünftig und hat "vermeidbare" Risiken in Kauf genommen im Leben. Die allermeisten haben Glück und kommen davon...hier wars dann eben leider mal anders. Kein Grund aber jetzt noch drauf zu haun.

marmotta hat gesagt: RE:STUPENDA
Gesendet am 6. Juli 2012 um 15:32
Von "draufhauen" kann ja wohl keine Rede sein! Mich stört einfach dieser Sensationsjournalismus, der bei solchen Unfällen regelmässig seine Blüten treibt. Wäre es ein Unfall im "normalen" Strassenverkehr gewesen, wäre es den (Print-)Medien, insbesondere den Boulevardblättern, kaum eine Zeile wert gewesen...

Und, ich bin auch der Meinung, dass man das Unglück am Lagginhorn und dieser Unfall des Mountainbikers überhaupt nicht miteinander vergleichen kann, da sie völlig anders gelagert sind. Bei der fraglichen Passage über dem Val d´Uina sind die Gefahren so offensichtlich, dass sogar entsprechende Warn- bzw. Gebotsschilder aufgestellt wurden. Wieso kann man sich denn nicht mal für diese paar Meter an die "Regeln" halten (man gefährdet ja nicht nur sich selbst, sondern womöglich auch noch andere)? Es gibt doch in den Bergen fürwahr genügend Freiräume, wo man sich nach Herzenslust austoben kann!

Sputnik Pro hat gesagt: Verbote machen es nur interessanter...
Gesendet am 6. Juli 2012 um 15:54
Und wenn ein bestimmter Berg verboten wird zu besteigen, hat's sogar den besonderen Reiz ihn gerade deahalb zu besteigen.

So war ich vor kurzem mit einem Kollegen in der Türkischen Republik Nordzypern auf dem höchsten Gipfel dieses kuriosen Staates - und der kanpp über 1000m hohe Berg war echt spannend, denn er steht eigentlich in militärischem Sperrgebiet und dürfte nicht bestiegen werden :-)

www.hikr.org/tour/post49805.html

Kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 6. Juli 2012 um 10:09
aus eigener schmerzlicher erfahrung kann ich nur soviel beitragen, dass mir (persönlich) beileidsbekundungen (und gute tipps*) von wildfremden menschen, welche weder den toten, noch mich richtig gekannt haben, überhaupt nicht als trost dienten, im gegenteil, die scheinbetroffenheit widerte mich extrem an.

* abgesehen von irgendwelchen materiellen implikationen gibt es - für mich - nur ein mittel, um über den tod eines geliebten menschen hinwegzukommen: zeit.

roger_h Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Juli 2012 um 10:14
Also ich wollte mit meinem obigen Beitrag keineswegs den Eindruck erwecken, dass ich irgendwelche anonymen Beileidsbekundungen im Internet für die Angehörigen irgendwie hilfreich finde.

Kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Juli 2012 um 10:25
@roger_h

habe ich auch nicht so verstanden. war mehr eine generelle aussage, zu dem was in so foren, so abläuft.

dominik hat gesagt: Val d'Uina
Gesendet am 6. Juli 2012 um 13:06
Eine kleine Suche bei Google Images und Youtube zeigt, dass das *Fahren* mit dem Bike dort echt nicht sehr klug ist. Und dass davon überall abgeraten wird. Wer also bewusst dieses Risiko in Kauf nimmt, der muss sich eben über die Konsequenzen = tödlicher Sturz bewusst sein. Hart aber Tatsache. Hier hält sich mein Mitleid ob des bewusst gesuchten Risikos stark in Grenzen.

Thread bei mtb-news.de
Weitere Bilder

Gruss
Dominik

mde hat gesagt: RE:Val d'Uina
Gesendet am 6. Juli 2012 um 13:40
> Eine kleine Durchsicht der Bilder auf hikr.org zeigt, dass das Begehen von T5 und T6 Routen echt nicht sehr klug ist. Wer also bewusst dieses Risiko in Kauf nimmt, der muss sich eben über die Konsequenzen = tödlicher Sturz bewusst sein. Hart aber Tatsache.

Passt perfekt, nicht wahr? Ob der Verunfallte Dein Mitleid gewollt hätte? Vielleicht solltest Du uns mitteilen, ob Du im Falle des Falles das unsrige willst... ob Du es dann erhältst, ist eine andere Frage. "Richte und Du wirst gerichtet werden", heisst es so schön. Bitte nehmt es Euch zu Herzen.

Zur Sache: natürlich ist die Befahrung des Trails durch die Uina-Schlucht nicht risikolos, insgesamt für einen geübten Fahrer vielleicht vergleichbar mit dem Begehen einer T5-Route. Es sollte also auf diesem Portal für alle (na ja die meisten) nachvollziehbar sein, warum man sich für so etwas entscheidet.

Kopfsalat Pro hat gesagt: RE:Val d'Uina
Gesendet am 6. Juli 2012 um 14:10
bis gestern erschien bei der google-suche nach uina noch dieses bild an erster stelle, was gemäss google-suche darauf schliessen lässt, dass es sehr viele hits bekommen hat:

www.trail.ch/tour/uina/uina.htm

***

auf hikr dagegen erscheint das erste gefährliche bild erst an 62-ster stelle!

dominik hat gesagt: RE:Val d'Uina
Gesendet am 6. Juli 2012 um 14:12
Sali mde

Nein, dieser Vergleich hinkt! Als Wanderer/Alpinist kann ich problemlos anhalten oder ausweichen. Auf einem Bike (an dem man mit 99.9% Wahrscheinlichkeit noch Klickies dran hat) bei der Durchfahrt im Val d'Uina geht das eben nicht bzw die Schwelle zwischen "Schwein gehabt" und "das war's dann" ist verdammt eng. Schau Dir die Bilder und Videos von dort an und denk über die Warnschilder nach, welche eben aus genau diesen Gründen (Gegenverkehr durch Wanderer, extrem geringe Sicherheitsmarge bei Fehlern) vor der Befahrung warnen: http://fotos.mtb-news.de/p/1160623

Für mich tönt das leichtsinnig und nicht nach einer klugen und bedachten Abschätzung der Risiken. Gerade weil es eben nicht die technischen Schwierigkeiten sind sondern - um es mal für uns Alpinisten auszudrücken - die Rückzugsmöglichkeiten extrem beschränkt sind. Ich geh bei Gewitter ja auch nicht auf einen Grat nur weil ich denk ich sei der Oberjoggel! Und wenn ich an einem warmen Nachmittag allein über einen zugeschneiten aber spaltenreichen Gletscher gehe, dann... Ja was dann? Dann tue ich eben das gleiche, was dieser Mann auch getan hat.

Und nein, ich will kein Mitleid falls mir etwas zustossen sollte. Als Toter wäre es mir egal und als Lebender könnte ich mir auch nichts davon kaufen.

Gruss
Dominik

83_Stefan hat gesagt: RE:Val d'Uina
Gesendet am 6. Juli 2012 um 15:26
Ja sagt mal Leute, wo ist euch eigentlich die Menschlichkeit abhanden gekommen?!? Der Mann ist tot!!! Egal, ob er die entscheidende Sekunde Mist gebaut hat oder nicht: er ist tot!!!
Er hat keine Möglichkeit mehr, seine falsche Entscheidung auszubügeln.

Kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 6. Juli 2012 um 16:37
was aus dieser diskussion auf jeden fall klar hervor geht, die meinungen und vorstellungen, was den tod angeht, sind auch in unserer aufgeklärten zeit sehr gespalten oder vielleicht sogar erst recht.

auf der einen seite eine abgeklärte (unmenschliche?), stark auf reiner eigenverantwortung basierende, auf der anderen seite die eher traditionelle (warmherzige?) mit zahlreichen tabus und ritualen behaftete. und irgendwo dazwischen die verklemmte, sensationsgeile, vorallem von den medien immer wieder gerne gefütterte.

welcher der wege der richtige ist, muss jeder selber entscheiden.

da der tod in unserer vom machbarkeits"wahn" beherrschten westlichen welt, mit seiner unwiederbringbarkeit aber diametral quer in der landschaft liegt, wird das thema noch lange für kontroversen sorgen.

cicindela Pro hat gesagt:
Gesendet am 7. Juli 2012 um 00:27
Der Verunfallte hat übrigens auch eine Name: Maarten van Gijn. Siehe [www.telegraaf.nl/binnenland/12504625/__Nederlander_dood_na_f...]

Kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 7. Juli 2012 um 12:35
das hingegen würde in der schweiz nie passieren, dass die presse ein foto und den vollen namen publizieren würde.

K_Mar hat gesagt:
Gesendet am 7. Juli 2012 um 14:59
Ich denke bei diesem thread eher am die u.U. entgegenkommenden Wanderer, die durch dieses rücksichtslose Verhalten ebenfalls in Gefahr gebracht werden. Derartige Erfahrungen habe ich mit MTB schon einige Male gemacht:
1. Auf dem Schmaler Pfad um der Grießsee.
2. Im Schwarzwald: Westweg von der Badner Höhe zum Herrenwieser See.
Bei letzterem (0,5-1m schmal) kamen die MTB mit 30km/h um eine scharfe unübersichtliche Biegung und sie waren sich des Risikos und damit der Rücksichtslosigkeit bewußt:
Sie trugen Integralhelme.


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