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Lyngenalpen: skitouren im Arktis


Published by nprace , 26 April 2011, 21h15.

Region: World » Norway
Date of the hike:18 April 2011
Waypoints:
Geo-Tags: N 
Time: 6 days
Access to start point:Ohne PW geht nichts.

Zum ersten Mal war ich in Skandinavien und gleichzeitig im Land der ewigen Sonne. Die Lyngenalpen liegen 300km nordlich vom Polarkreis etwa 3 Stunden von Tromso entfernt. Es ist ein wildes Land wo Fisch, das Meer und die Bergen haben ein wichtiges Platz im taeglichen Leben. Die Wette ist fuer uns ganz gut aufgegangen. Wobei in der Schweiz herrschen seit einem Monat sommerlichen Temperaturen, in den Lyngenalpen ist Winter im vollen Takt....

12.04.2011
Nach einer aussichtsreichen Fahrt von Tromso, kundigte sich das Wetter fuer den naechsten Tag alles anders an inspirierend an. Und tatsaechlich, in der Frueh setzte einen wagrechten Regen bei starkem Wind die Region zu. Aber unsere Motivation war nicht zu stoppen und um 9 Uhr standen wir auf den Skien auf dem Weg zum Storegalten (Grosses Wildschwein! 1219m). Der Berg hat drei wesentlich verschieden Seiten. Vom norden besteht er aus grossen, offenen Haengen die in der Schweiz nach 2 Tagen voellig verfahren waeren. Nach Westen dehnt sich den grossen Gletscher Gammvikblaisen kilometer aus. Und nach Sud-osten ziegt den Berg endlosen Couloirs und technische Linien die guten Konkurenz leisten zu jene in der Alpen. Leider weder am ersten Tag wo wir fast vom Berg weggeblasen waren, noch am letzten wo wir noch mal unser Glueck bei 20cm Neuschnee getestet haben, und dabei wieder fast vom Berg weggeblasen waren, sind wir zu dieser Prachthaengen gekommen. Der Storegalten blieb ein unerreichbares Ziel das bei schoenem Wetter allerdings in 4 lockeren Stunden 'erledigt' gewesen waere.

But wait there's more! 
Nach der erste Kapitulation am Storegalten hatten danski und ich die genial Idee um 15.15 Uhr zu einer Tour aufzubrechen. Und zwar auf einem unauffaelligen Gipfel namens Rundfjellnasen. Zu dieser Zeitpunkt hat sowohl den Regen als auch den Wind massiv abgenommen und die erste scheue Sonnenstrahlen laesste den Herz hoher schlagen. Der Aufstieg vom Norden begann am Enden einer Strasse im einem typischen Nord-Lenangen Wohnquartier (etwa 4 Haueser inkl. 6 Skidoos und ganz viel Schlamm) und fuehrte in einem Birckenwald wo keinen Baum mehr als 4m hoch war. Der Schnee war schon ganz ordentlich suppig aber die Temperaturen nahmen rasch ab mit der verstaerkte Abstrahlung als die Wolken sich aufgeloest haben. Dabei hatten wir monumentalen Aussichten in den grossen Fjorden und auf die mit Gold geschminktes Meer. Gleichzeitig die Bergen suedlich vom Storegalten haben sich progressiv gezeigt: ihren Gipfeln versenkt in Schnee  wie Creme Fraiche. Zuegig unterwegs waren wir in 2 Stunden auf einem der vielen Gipfeln des Rundfljellnassen trozt Dauerbetrieb unserer Photoapparaten. Wieder herrunter beim Sonnuntergang hat eine gute Dosis Stoke beigetragen. Der Schnee hatte leicht zugefroren aber war sulzig geblieben. Ein wunderbares Auftakt zur Woche!
Fazit: 650hm+, 3 km, 3 Std, WS

13..04.2011
Wir hatten schon im Sinn groessere Aktionen zu unternehmen und mit dieser Einstellung sind wir auf dem Jagd einer Gipfel gefahren der am nordlichen Ufer des Kjosen Fjords liegt: Istinden (Eisspitze). Seine 1495m prachtvolle Hoehenmeter haben eine minimale Steigung von etwa 30 Grad mit einem schoenen couloir bei cir. 40. Wie ueberall in den Lyngenalpen, nach einer Woche schoenem Wetter gab es 4 Spuren.
Der Berg liegt auch in einem sehr 'senkrechtem' Gebiet wo der ambitionierte Auge viele fantastische Moeglichkeiten fuer anspruchsvolle Skifahren erfassen kann. 
Der Aufstieg war ganz schnell und locker bei perfektem Wetter in der Belgeitung von Felsen die Direkt aus Alaska schienen. Spines, Couloirs und nah senkrechten Waenden waren so mit Schnee verklebt  wie wir sie nie gesehen haben. Der Blick nach unten zeigte das spiegelnde Fjoerd mit rauen Felswanden und Gletschern. Gegen 1350m beginnte das Couloir, das wir wegen einer boesen, harten Schneeschichte zu Fuss aufsteigen mussten obwohl er mit den Skien machbar gewesen waere. Die Ski haben wir auf 1450 getragen und weiter mit leichtem Gepaeck zum Gipfel durch steile Flanken und eine mini Waechte. Wie am Vortag, kein Spur und kein Gerauesch der Zivilization. Die erste Besteigung des Istinden war wahrscheinlich nicht viel anders. Inzwischen hat das Wetter wie so oft nah am Meer gekippt und grosse schwarze Wolken zogen zu uns und drohte uns noch mal vom Berg zu verjagen. Die Stimmung war erstklassig und wir merkten schnell, dass trozt ihre geringe Hoehe sind die Lyngenalpen ganz serioese und wilde Bergen. 
Die Abfahrt war eine Mischung aus hartem Schnee, geblasener Pulver und super Sulz. Wie immer war sie viel zu schnell vorbei. Eine traumhafte Heimfahrt und grosse Plaene gelgt fuer den naechste Tag.
Fazit: Fazit: 1495hm+, 4km, 6 Stunden, ZS

14.04.2011
Und noch ein Mal hat sich das Wetter um einiges besser gezeigt als vom Wetterdienst angegeben. Wir habe einen Prachtberg am vorherigen Abend mehrmals fotografiert und wuessten gleich, dass wir diese Gelegenheit ganz ausnutzen wollten. Der maechtige Store Jaegervasstinden (Grosses Jaegerwasserspitze 1543m) ist wohl einen der bekanntesten Bergen Lyngens und mit gutem Grund. Er liegt am Rand eines grossen Gletschergebiets im Herz des Parks und seine vertikale, weisse Flanken sind von allen Seiten sehr beeindrucken. Um 9h waren wir unterwegs am Rand einer See auf 3 m.u.m. Die erste Kilometer zogen sich durch die schoene Birkenwaelder wo Elkspuren zu sehen waren. Der halb bewoelkte Himmel hat viel zur Stimmung (und Temperaturregulation Gott sei Dank!) beigetragen. Gegen 500m began eine lange Querrung die zum Trollbreen Gletscher furhte. Dieser Gletscher, wie derjenige am Istiden war absolut fantastisch eingeschneit. Hier laufen ohne Seil und Gurt ist standard (hatten wir immerhin fuer den Istinden immerhin dabei...just in case). 
Wobei am Vortag ein schwarzes Loch hat uns nach Alaska transportiert, heute haben wir in den Himalaya gelandet. Was fuer Felsen!! Was fuer gezuckerte senkrechte Waenden! Unser Zielberg sowie seinen Nachbarn, das Trolllinden, waeren von aussehen her in Nepal ueberhaupt nicht fehl am Platz. Gegen 1200m hat den Couloir angefangen der zum Shulter fuhrte. Im harten Schnee stiegen wir diese grosse Rampe empor. Links und rechts  nahmen die Felsen ein Karakter von Blumenkohl an als folge der festen Wind und feuchten Schnee. Auf dem Schulter sind die Ski liegen geblieben und wir sind weiter mit Steigeisen zum Gipfel gelaufen. Nie in meiner alpinistischen Karriere habe ich so viel Schnee am Gipfel gesehen. Er ist etweder total weggeblasen oder voellig flachgetrampelt. Hier oben muessten wir teils bis zum Knee spuren! Wieder ein mal die Stimmung einer Erstbesteigung kamm hervor. Beim absteigen rissen die Wolken auseinander und wir genossen den fantastischen Blick  in der grosse Gletscherwelt und dunkele Felsen der rund um liegenden Bergen. Und wieder ein Mal, kein Mensch weit und breit. Eine rasante Abfahrt durch den bis zu 45 Grad steilem Couloir und weiter durch den grossen Haengen endete im Birkenwald. Als Schluss haben wir Langlaufen geubt auf dem gefrorenem See wo das massive Stoke  kaum zu unterdrucken war.
 Fazit: 1550hm+, 8km, 9 Stunden, S

Und das war's...die naechste drei Tage waren von einem extrem starken Wind, Schnee und null Sicht dominiert. Echtes Wetter der Nord-Atlantiks. Wir haben doch noch am vierten Tag das Daltinen (1550m) probiert aber mit gummigen beinen, null Chancen gegen den Orkan oberhalb von 600m und drohnenden Regen kamm die Kapitulation relative Schnell. Und natuerlich der zweiten Versuch am Storgalten...aber das bleibt ohne weiteren Kommentaren.

Und so war's in den Lyngenalpen. Ein wildes Gebiet mit gigantischem Potenzial, keine Leute, wahsinns Bergen und Schnee zu ertrinken. Was koennte man mehr sich wuenschen? Ok, billigeres Bier waere nett...

Weitere happy trails und bra snø
N

Hike partners: nprace, danski


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Comments (1)


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TeamMoomin says: Gratulation
Sent 28 April 2011, 07h59
Super Sache, habt ja echt fette Zeit im Norden gehabt! MUss umbedingt auch wieder mal im Winter rauf, vorallem die Stimmung ist schon was ganz eigenes nicht?

Grüsse

Oli und Moomin


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