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Hrad Litýš a hrad Levín (Burg Litaisch und Burg Lewin)


Published by lainari , 26 November 2018, 19h53.

Region: World » Tschechien » České středohoří
Date of the hike:15 April 2017
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CZ 
Time: 4:15
Height gain: 640 m 2099 ft.
Height loss: 640 m 2099 ft.
Route:15 km
Access to start point:Auto bis Horní Vysoké
Maps:1:50.000, KČT Nr. 11 České středohoří východ

Burgensuche im Frühling
 
In meinem Fundus habe ich noch eine berichtenswerte Wanderung aus dem Frühjahr 2017 ausgegraben. An einem schönen Apriltag begab ich mich nach Horní Vysoké (Oberwessig). Ich hatte geplant, den Ort auf dem blau markierten Wanderweg zu verlassen und den Geltschberg in Uhrzeigerrichtung zu umrunden. Berauscht von der lauen Frühlingsluft hatte ich offenbar Aufmerksamkeitsdefizite, denn der blaue Wanderweg war unterwegs ohne mich abgebogen. Nun war ich im Wald auf einer grünen Markierung unterwegs. Ich beschloss die Tourenrichtung einfach umzudrehen und lief in dieser Richtung weiter. Eine Zeit lang begleitete mich eine alte Grenzsteinreihe. Nach einem kurzen Stück auf einem gelb markierten Weg erreichte ich den Trojmezný kámen/Tři páni (Dreiherrenstein) an der Grenze dreier alter Grundherrschaften. Weitergelaufen, kam ich zur südlichen Basis des Malé Sedlo (Kleiner Geltsch). Den Gipfelabstecher ließ ich mir nicht entgehen. Bei meinem Eintreffen flüchtete ein einzelnes Mufflon vom Berg. Ein Steilabfall bot auf dem ansonsten bewaldeten Gipfel eine kleine Aussichtsmöglichkeit nach Nordwesten. Zurück am Fuß des Berges bog ich nun nach rechts hinunter. Laut meiner Karte sollte hier eine lokale Wanderwegmarkierung mit einem roten Punkt zu finden sein. Aber tatsächlich gab es nicht einmal Reste davon zu entdecken. Im Bereich von Forstarbeiten mit total verschlammten Fahrspuren driftete ich zu zeitig nach links weg. Nach einer quer-durch-den-Wald-Korrektur traf ich am Waldrand auf die Siedlung Peklo (Pöckel). Gleich am Ortsanfang bog ich links hinunter und ging bis zu der Einschicht Klokoč (Klokotschhäusel) weiter. Ab hier gab es eine deutlichere Wegführung. Über eine Wiese und durch Wald nahm ich von Osten her den weglosen Aufstieg auf den Litýš (Laibischkuppe/Latemisch Berg/Litaisch Berg) in Angriff.
 
Auf dem Berggipfel befindet sich die Ruine der Hrad Litýš (Burg Litaisch). Ihre Erbauung um 1422 wird Zikmund Děčínský z Vartenberka (Siegmund von Wartenberg auf Tetschen) zugeschrieben. Sie sollte einen Gegenpol zur nahen hussitischen Kelchburg bilden. Im Verlauf wechselte sie zur Familie der Šternberkove (von Sternberg) und dann wieder zurück zu den Wartenbergern. Sie war später nicht mehr in Gebrauch, verfiel und wurde 1544 in einer Urkunde für wüst erklärt. Zum Zeitpunkt ihrer Erbauung war es eine für ihre Zeit recht moderne Anlage. Der Schwachpunkt, der Sattel zum benachbarten Berg, wurde durch mehrere, mauerverstärkte Erdschanzen effektiv abgesichert. Ich inspizierte die heute noch davon aufzufindenden Reste und legte eine Pause ein. Nach dem Abstieg auf dem offiziellen, rot markierten Burgzugang wanderte ich zur Siedlung Jeleč (Geltschhäuseln) hinüber. Nach dem Örtchen lief ich auf verschiedenen, unmarkierten Wegen und Pfaden an der südlichen Basis des Sedlo (Geltschberg/Hoher Geltsch) entlang bis zu einer Fahrstraße. Auf dieser passierte ich die Ostseite des Berges bis zum Abzweig des blauen Wanderweges. Der brachte mich im Anschluss nach Lhotsko (Hutzke) und wenig später nach Horní Vysoké zurück. Als Verlängerung der Tour ging ich noch hinauf nach Levín (Lewin) und besichtigte den dortigen Burgberg. Die einstige Burg fand keine urkundliche Erwähnung. Ausgrabungen bestätigten eine Erbauung in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Niedergang wird gestützt durch Funde noch im 14. Jh. angenommen. Der geschichtliche Kontext lässt jedoch eine Zerstörung in den Hussitenkriegen 1422 wahrscheinlicher sein. Auf den alten Burgresten wurde 1699 ein noch heute vorhandener Glockenturm errichtet. Nach der Besichtigung ging ich hinunter in den Ort, anschließend kehrte ich nach Horní Vysoké zurück und trat die Heimreise an. Unterwegs schaute ich noch nach den Aktivitäten des Museumsbahnvereins Zubrnice auf dem alten Bahnhofsgelände von Lovečkovice (Loschowitz). Hier waren erste zaghafte Aktivitäten für einen Wiederaufbau der Gleisanlagen sichtbar. Mittlerweile ist der sicher noch etwas dauernde Aufbau des Streckengleises von Zubrnice her in Angriff genommen worden.
 
Die pausenbereinigte Gehzeit betrug 4 h 15 min.
Die absolvierte Wegstrecke ist teilweise nicht als Wanderweg markiert und ist größtenteils mit T1 zu bewerten. Die Aufstiege zum Malé Sedlound den Burgen haben abweichend die Schwierigkeit T2.

Hike partners: lainari


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Comments (2)


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mong Pro says:
Sent 27 November 2018, 18h27
> denn der blaue Wanderweg war unterwegs ohne mich abgebogen.

;-))))))

Unglaublich, so eine Frechheit ;-)))

lainari says: RE:
Sent 27 November 2018, 18h45
Soll heißen: Verhauer sind selten - aber kommen vor ;-)


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