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Reißkofel, 2371m - eine Hassliebe


Published by Straniger , 21 April 2017, 21h02.

Region: World » Austria » Südliche Ostalpen » Gailtaler Alpen
Date of the hike:29 March 2017
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 4:00
Access to start point:von Reisach im Gailtal hinauf zur Jochalm - Parkplätze ca. 500m vor der Alm (Achtung: im Sommer sind freilaufende Almkühe unterwegs)

Ich bin im Gailtal aufgewachsen. Gegenüber vom  Reißkofel. Deshalb begleitet mich dieser Berg seit meiner Kindheit und wird auch immer etwas Besonderes für mich sein.
Komischerweise gefällt mir die Tour hinauf nicht Besonders. Zumindest bis zum Gipfelgrat – der entschädigt dann allerdings wieder für Einiges. Davor geht’s mir jedes Mal nicht besonders gut. Zu steil schlängelt sich der Weg hinauf und wahrscheinlich bin ich, oder - positiver ausgedruckt - war ich bis jetzt, nicht fit genug um das genießen zu können. Trotzdem versuche ich ca. 2 Mal im Jahr oben zu sein. Lassen kann ich es dann doch wieder nicht.
 
„So auch wieder am 29. März 2017. Relativ früh im Jahr. Durch den schneearmen Winter, den warmen Temperaturen und der Südlage des Aufstiegs ist die Tour aber bereits schneefrei. Einzig auf der Anfahrt zur Jochalm – dem Ausgangspunkt – treffen wir noch auf etwas Schnee, der für die Winterreifen des Autos jedoch kein Problem darstellt. Begleitet werde ich diesmal von meiner Schwester.
Nach dem ersten Witz (Eine schwangere Frau kommt in eine Bäckerei und sagt: ich bekomme ein Brot. Woraufhin der Bäcker antwortet: da schau her. Interessant was es nicht alles gibt) weiß ich wieder, warum ich gerne mit meiner Schwester unterwegs bin.
Das Lachen vergeht allerdings schnell. Denn keine 10min vom Parkplatz und dem Start der Tour auf der Jochalm, wird der Weg steil und es beginnt mein üblicher Kampf mit mir und dem  Reißkofel. Fluchend quäle ich mich aufwärts und versuche herauszufinden, warum ich das Mal für Mal wieder auf mich nehme.
Nach gut einer Stunde verlassen wir den Wald und erreichen die gefühlte Hälfte der Tour – den Hochfleck (bin mir nicht sicher, ob das offiziell auch so heißt, ich kenne allerdings keine andere Bezeichnung für diese Stelle).
Ab hier ändert sich die Tour. Zwischen Felsen – aber immer einem guten Pfad folgend – geht’s Richtung Gipfelgrad. Schwierige Stellen sind mit Fixseilen versichert, große Schwierigkeiten bleiben daher aus. Aufpassen – besonders bei Nässe – sollte man in diesem steilen Gelände allerdings immer. Tafeln von verunglückten Bergsteigern erinnern öfters daran.
Nach weiteren ca. 45min erreichen wir schließlich das Highlight der Tour – den Ausstieg aus der Südwand auf den – auf dieser Stelle halben Meter breiten - Gipfelgrat. Imposant zieht es links in Gailtal und rechts ins Drautal hinunter. Schwindelfrei sollte man also sein, wenn man den Gipfel erreichen möchte.
Da wir das beide sind erreichen wir nach weiteren 10min problemlos den Gipfel. Die Schneereste auf dem Grat stören nicht weiter. Die letzten Meter zum Gipfel verlassen wir allerdings den Originalweg. Dieser liegt nämlich auf der Nordseite und ist noch mit Schnee bedeckt, was uns auf den letzten Metern zu einer Abkürzung zwingt.
Auch der Gipfel liegt noch unter einer ca. 1 Meter hohen Schneedecke. Die Sonne scheint und wir genießen die warmen Temperaturen. Lediglich die Aussicht ist an diesem Tag leider nicht so gut wie sonst, trotzdem hat man eine wunderbare Aussicht hinunter ins Gail- bzw. Drautal.
Beim Abstieg folgen wir dem Aufstiegsweg und entscheiden uns aufgrund der Schneeverhältnisse am Grat gegen die Runde über den Kleinen Reißkofel, die ebenfalls eine beliebte und etwas leichtere Abstiegsvariante darstellt.
Nach gut einer Stunde erreichen wir wieder unser Auto auf der Jochalm und beenden eine schöne Tour.
Obwohl ich beim Raufgehen mehr als einmal fluchte, werde ich bestimmt wieder kommen. Denn, wie gesagt, der  Reißkofel hat und wird mich immer begleiten.


Fazit:
Steile, aber lohnende Tour auf den höchsten Berg der Gailtaler Alpen. Sehr schöner Aussichtsberg mit überragender Aussicht auf das Gailtal und Teile des Drautals. Wenn man noch Zeit hat, kann man beim Abstieg die Runde über den kleinen Reißkofel mitmachen.

Hike partners: Straniger


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