Horrido! Ausverkauf im Karwendel?


Published by Westfale, 28 February 2021, 20h35. This page has been displayed 1137 times.

Austroalpiner Klüngel vom Feinsten. Da will sich ein Milliardär ein Stück Karwendel kaufen, Zutritte in sein heiliges Jagdrevier beschränken und per Helikopter wichtige Geschäftsfreunde einfliegen lassen, damit diese im schönen Gleirschtal ungestört zum heldenhaften Schuss kommen. 
Man fühlt sich in feudale Zeiten zurückversetzt. Die ungeliebten Individualbergsteiger, die außerhalb der Saison ohnehin kein Geld in den Hütten lassen, werden per MTB-Fahrverbot im Hinterautal defacto ausgesperrt.

http://www.dietiwag.org/index.php?id=5940


Ob (davon unabhängig?) auch der Verkauf des Jagdschlosses in Hinterriß für eine Renaissance der Jagd in diesem Gebiet sorgt wird sich noch zeigen.

https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/lenggries-ort28977/lenggries-hinterriss-jagdschloss-verkauft-karwendel-oesterreich-muenchen-neu-besitzer-90095054.html





Comments (6)


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Plauscher says: Danke fuer's Teilen.
Sent 1 March 2021, 07h02
Die aktuelle Breitseite der oesterr. Machthaber gegen die WKSTa ...
... passt da gut in den Gesamtkontext.


Kommunist says:
Sent 1 March 2021, 07h31
Das ist eben Kapitalismus, das beste System, das wir je hatten ;-)

Westfale says: RE:
Sent 1 March 2021, 19h05
In Summe für mich alles eine seltsame Zunft, die Jäger. Zum Schutz von Steinadler, Braunbär oder ähnlichem wäre ich gerne bereit, bestimmte Gebiete zu meiden. Damit eine sorgsam gehätschelte Überpopulation an Rotwild auch keineswegs verschreckt wird, (Rad)Fahrverbote zu verhängen, oder Lawinenwarnschilder taktisch geschickt zu platzieren finde ich dann doch ein wenig abstrus. Die Privatisierung von Flächen aus öffentlicher Hand im Schutzgebiet (bzw. der Wunsch danach) setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf.

evil_horst says: RE:
Sent 1 March 2021, 20h20
Schmarrn, das der Kapitalismus Scheiße ist, haben diese Herren doch verstanden... Zurück zum Feudalismus ist die Lösung... ;)

Vielhygler says: Sind es denn nur die Jäger?
Sent 4 March 2021, 00h55
Lieber Westfale, interessant, danke!

Als satirischen Höhepunkt empfinde ich deine verlinkte Genehmigung für einen privaten Helikopterflug im Naturschutzgebiet ganz besonders reizvoll.! Direkt schad um den Strache, oder?

Ich frage mich allerdings: geht es hierbei wirklich um die Interessen "hochgestellter" oder "vermögender bzw. einflußreicher" Jäger oder sind nicht deren vorgeschobene Interessen bloß ein besonders wirksamer Lockvogel, um den Ausverkauf, also die Privatisierung, durch die Östereichischen Bundesforste oder der Gemeinden für Inverstoren möglichst attraktiv zu gestalten.

Es stimmt sicher: wenn Investoren im Karwendel ihre Ruhe haben wollen, so ist natürlich der immer omnipräsenter ausgesprochene jagdliche Wildschutz der wirksamste Primärhebel, um ein Gebiet ungestört "privat" nutzen zu können". Doch dabei muß es natürlich nicht bleiben..

Flankierende Maßnahmen", wie die durch die ÖBB oder die Gemeinden ausgesprochenen Radfahrverbote sind ebenfalls sehr effektiv. Und dort, wo Radeln oder Wandern noch erlaubt ist, gibt es viele weitere Gründe, um "Störern" den Zugang zu verwehren, wie der ""unzumutbar schlechte" Zustand vieler Wege, monatelange Sperrungen derselben wegen Abholzungen oder Sprengungen. Schließlich das Nochvorhandensein umgestürzter Bäume nach dem Winter, diverse Krötenwanderungen, Mutterkühe oder ganz generell der Hinweis auf die Nichtversicherung derer, die das verfassungsmäßig garantierte freie Betretungsrecht nach eigenem Gutdünken meinen, ausüben zu dürfen.

Westfale says: RE:Sind es denn nur die Jäger?
Sent 5 March 2021, 08h09
Servus Vielhygler,
das wäre ziemlich perfide. Ich persönlich denke nicht so weit. Auf der anderen Seite, wer die nötige Geduld hat und eine Vision, wie sich das Tal mit ein paar Ferienhäusern in den nächsten 50 Jahren entwickeln könnte?
Ein kleines Stück am Eingang des Hinterautals wurde ja in den letzten Jahren schon als Baugebiet abgeknapst.
Hoffen wir, dass das nur Horrorvisionen sind. Wie harte Betretungsverbote sich anfühlen kann man schön in den USA erfahren, oder auch in Schottland.


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