Somamunt 2366m - Ruhe im Gadertal


Publiziert von georgb Pro , 20. Mai 2014 um 22:03.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:20 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Gadertal-Pedraces-Runch
Kartennummer:tabacco 07 Alta Badia

Wer sich um diese Jahreszeit in den Dolomiten bewegt, wird Gipfel und Wege für sich alleine haben. Die Skitourengeher finden keinen Schnee mehr und der Sommer ist noch fern. So sind auch im Gadertal nach der Skisaison die meisten Hotels und Gasthöfe geschlossen, böse Zungen behaupten, sie brauchen die Zeit, um das Geld zu zählen.
Natürlich sind die Bedingungen zum Bergwandern noch nicht ideal, trotzdem machen wir uns auf zur Gherdenacia. Über Pedraces nahe des Weilers Runch beginnt ein gut markierter Steig (Nr.1), der steil auf direktem Weg auf die Hochfläche führt. Die schwierigsten Stellen sind versichert, aber einige Firnfelder stören noch. Mit etwas Mühe und ein paar Ausweichmanövern kommen wir einigermaßen gut voran. Oben auf dem Plateau bewegen wir uns weitestgehend auf Schnee, viel hat die Sonne noch nicht weggeschmolzen. Die Orientierung ist aber klar und die Unterlage fest genug. Ein riesiges Kreuz sichten wir am Col Plü Alt, hier gibt es schon die ersten Ausblicke ins Gadertal und weiter hinten ist die markante Kuppe des Somamunt nicht zu verwechseln. In 20 Minuten ist er erreicht, der Weg lohnt sich, allein wegen der berauschenden Tiefblicke ins Antersasctal. Einige Wolken verdecken leider die höheren Gipfel, wie Peitler, Kreuzkofel und Lavarella, ein Grund bei klarem Himmel nochmal wiederzukommen.
Der Abstieg über den versicherten Steig fordert noch einmal volle Konzentration. Am Trü de Lech angekommen wirds gemütlicher, es bieten sich zwei Bergseen als Variante an, wir entscheiden uns für den Lalungsee. Eine halbe Stunde Mehraufwand, über einen wunderschöner Pfad durch den Wald, wir genießen die Stille und den samtweichen Boden.
Zugegeben, es gibt spektakulärere Seen, aber ein ruhigeres Plätzchen kann man kaum finden, wir hätten noch Stunden am Ufer sitzen können ohne gestört zu werden.
Auch der Weiler Runch ist wie ausgestorben und am Auto angekommen, wird uns bewusst, dass wir heute nicht eine Menschenseele getroffen haben. Das ist selbst für uns beinahe zu wenig, aber spätestens im Juli werden sich die Dolomiten wieder bevölkern und dann finden wir auf den Wegen wieder genügend Gesellschaft.

Tourengänger: georgb


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