Hittisberg (1.328m) - Ein Waldschopf mit Pfiff


Publiziert von Grimbart , 9. Mai 2014 um 21:16.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 5 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   Bregenzerwald 
Zeitbedarf: 2:45
Aufstieg: 540 m
Abstieg: 540 m
Strecke:ca. 8 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bei der Autobahnabfahrt Dornbirn-Nord von der A14 abfahren und über die L200 in den Bregenzerwald bis nach Müselbach.Bei Müselbach auf die L205 und über Lingenau nach Hittisau. Parkplätze sind beim Gemeindehaus, beim Hotel Schiff oder beim Gasthaus Ochsen vorhanden. Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nimmt man am besten die Linie 41 ab Dornbirn, Bahnhof, nach Hittisau, Gemeindehaus. Alternativ möglich wäre die Linie 25 ab Bregenz, Bahnhof, oder die Linie 40 von Dornbirn, Bahnhof, nach Egg, Zentrum, und dort umsteigen auf die Linie 25 in Richtung Bregenz.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:s.o.
Kartennummer:Kompass WK-Nr. 2 (Bregenzerwald - Westallgäu); f&b WK 5364 (Hinterer Bregenzerwald - Kleinwalsertal - Damüls)

Eingebettet zwischen der Bolgenach und der Subersach erhebt sich östlich von Hittisau ein alleinstehender Waldschopf namens Hittisberg, der die Hikr-Community bislang noch nicht auf sich aufmerksam machen konnte. Dieses Tourenberichtlose Dasein soll mit diesem Bericht nun der Vergangenheit angehören. Als Dorfberg von Hittisau vermittelt er beim ersten Anblick einen leichten Aufstieg. Man sollte sich von diesem ersten Eindruck aber nicht täuschen lassen. Der 300 Hm Steilaufstieg von der Gferen Alpe zum westlichen Kammvorsprung und der Abstieg vom Gipfel zur Hittisberg Alpe belehren einen dann doch eines Besseren. Vor allem bei Nässe – so wie von mir angetroffen – hat's der Abstieg in sich. Ohne Teleskopstöcke wäre es stellenweise eine reine Rutschpartie geworden. Bei trockenen Bedingungen eignet er sich aber ideal als Feierabendtour, der mit einer aussichtsreichen und kurzweiligen Kammwanderung aufwarten kann.


Den freien Vormittag nützend startete ich die Rundtour kurz vor 8 Uhr bei noch wolkenbedecktem Himmel. Vom Hittisauer Gemeindehaus folgt man bis zum Hotel Schiff bzw. dem GH Ochsen der Landesstraße in Richtung Sibratsgfäll. Dort angelangt gibt ein großer Wanderwegweiser Auskunft über den Weiterweg. Nach rechts auf ein geteertes Sträßchen abbiegend, wandert man zunächst durch den Weiler Korlen und schließlich über Wiesenhänge hinauf zum Weiler Stöcken. Bei den letzten Häusern von Stöcken angelangt nahezu eben auf einem Fahrweg weiter bis zur Gferen Alpe (960m). An dieser vorbei erreicht man nach wenigen Minuten die Abzweigung hinauf zum Hittisberg.

Den Fahrweg nach links verlassend führt der Steig nun sehr steil im Zick-Zack durch den Wald hinauf zu einer kleinen Lichtung mit einer Privathütte. Hinter dieser in einem Bogen vorbei und hinauf zu einem Bänklein am Waldesrand, wo man die Ausblicke auf Winterstaude und Hoher Ifen in Ruhe genießen kann. Nun führt der weiterhin sehr steile Steig wieder in den Wald hinein und folgt im Wesentlichen dem SW-Rücken (Grat) hinauf zum westlichen Kammvorsprung des Hittisberges (1.250m). Der Wald gibt dabei nur an wenigen Stellen Ausblicke durch das Geäst in den Vorderen Bregenzerwald und die Schweizer Berge frei. Im Oberen Teil berührt der Steig dann noch für einen kurzen Abschnitt den SW-Grat direkt, bevor er wieder in die waldige Flanke ausweicht. Hat man den Westsporn des Hittisberges, der mit Kreuz und Bänklein aufwartet, erreicht, so hat man den schweißtreibendsten Abschnitt des Aufstiegs hinter sich.

Vom Kammvorsprung führt der Steig zunächst noch durch Wald, später über den Kamm – der stets freie Ausblicke in die Allgäuer Alpen und zum Winterstaudenkamm bietet – hinüber zum höchsten Punkt des Hittisberges. Von tibetischen Gebetsfahnen umgeben lässt sich die Rundschau in die Allgäuer Bergwelt genießen. Eye-Catcher neben dem Hohen Ifen und den Gottesackerwänden ist am Horizont der Regent der Allgäuer Alpen, der Große Krottenkopf. Aber auch die Mädelegabel und die Trettachspitze blicken zwischen den Gottesackerwänden hervor.

Vom Gipfel nun hinunter zu einer nahen Alphütte mit Wegweiser. Nach der Alphütte steigt man den undeutlichen Pfadspuren folgend sehr steil über die Wiese hinab, bis man auf einen gut sichtbaren Steig trifft. Durch lichte Baumgruppen und über Weidelichtungen leitet der Steig steil hinab an den Waldrand. Nun folgt der bei Nässe ungemütlichste Teil des Abstiegs. Bietet der obere Abschnitt des tiefen und morastigen Waldsteigs noch genügend Ausweichmöglichkeiten, so wartet der untere Abschnitt mit Nadelöhren auf, die sich nicht mehr so einfach umgehen lassen. Bei einer Passage war es unausweichlich, sich dem Morast zu stellen. Eine kleine Steilstufe, die links und rechts des Weges kein Wurzelwerk für sichere Tritte bot, sondern nur glatter Nagelfluh. Also hieß es widerwillig seinen Fuß in den Matsch zu setzen und es kam wie es kommen musste. Der Untergrund gab nach, eine kurzes Rutschen und der Hintern hatte schon Bekanntschaft mit dem Boden gemacht. Dieser kurze Absitzer mahnte nun zur Vorsicht, das Gelände besser zu sondieren. Nach ein paar weiteren Balanceakten über die „trockensten“ Stellen waren endlich die freien Weiden der Hittisberg Alpe erreicht.

Der folgende Abstieg über die Wiesen hinunter zu einem Alpweg ist zwar steil, aber im Gegensatz zur vorhergegangenen Waldpassage eine Wohltat. Den Alpweg erreicht war einmal die Säuberung der Schuhe angesagt. Der Brunnen bei der nahen Alphütte bot sich dazu idealerweise an. Nach der Waschaktion ging's wieder zurück und über die Wiese an den Wald heran. Ein nicht zu übersehender rot-weiß-rot angestrichener Pfahl am Waldesrand dient dabei als Orientierungshilfe. Beim Wald angekommen dachte ich schon die Schuhputzaktion sei vergebene Liebesmüh gewesen. Jedoch sorgte auf den Steig ausgelegter Tannenreisig für einen matschfreien Gang durch diese kurze Waldpassage. Schließlich noch über eine Wiese hinunter zu einer weiteren Alphütte und der Fahrweg war erreicht.

Auf diesem ging’s nun gemächlich in ein paar Kehren hinaus zu den ersten Häusern von Hittisau. Hat man die obersten Häuser erreicht, lässt sich der Weiterweg an einer Kehre abkürzen, indem man einem Wiesenpfad – der entlang eines Stacheldrahtzaunes verläuft – hinab zum Weiler Dorf folgt. Am Ende des Wiesenpfades angelangt folgt man nun – den Kirchturm von Hittisau vor Augen – dem geteerten Sträßchen zurück zum GH Ochsen/Hotel Schiff bzw. zum Gemeindehaus.


Fazit:
Eine kurzweilige Rundtour, die bei Nässe jenen vorbehalten ist, die sich auch noch bei tiefen und morastigen Wegverhältnissen wohlfühlen, bei trockenen Bedingungen aber auch dem gewöhnlichen Wanderer ans Herz zu legen ist. Wie eingangs schon gesagt eignet sich die hier beschriebene Überschreitung des Hittisberges sehr gut als Feierabendtour mit anschließender Einkehr im Gasthaus Ochsen oder im Hotel Schiff.


Gehzeiten:
Hittisau - Gferen Alpe - Hittisberg, Westsporn (ca. 1' 15'') - Hittisberg (ca. 15'') - Hittisberg Alpe - Hittisau (ca. 1' 15'')

Tourengänger: Grimbart


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Kommentare (2)


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trainman hat gesagt:
Gesendet am 10. Mai 2014 um 01:52
Schöne Wanderung in einer reizvollen Umgebung, der Bregenzerwald ist schon eine feine Sache.
Grüsse trainman

Grimbart hat gesagt: RE:Hittisberg
Gesendet am 11. Mai 2014 um 11:23
Danke, und ja, der Bregenzerwald hat zu jeder Jahreszeit für jeden was zu bieten.
Grüsse Grimbart


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