Furggeltihorn (3043m)


Publiziert von Barna10 , 15. März 2013 um 11:01.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Valsertal
Tour Datum:10 März 2013
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Gruppo Rheinwaldhorn   Gruppo Pizzo di Cassimoi 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1500 m
Unterkunftmöglichkeiten:Zerfreila, Läntahütte

Der 2. Tag im Läntagebiet. -5 Grad Bilderbuchwetter. Kein Vergleich zu gestern.
Die direkte Aufstiegslinie gegenüber der Läntahütte zum Furggelti kommt aus Sicherheitsaspekten nicht in Frage. Beim Ausstieg aus der sehr steilen Schrägtraverse (ca 2400m) sieht es nach Triebschnee aus. Non simpatico.

Abstieg zur Lampertschalp. Dort wird unter dem sehr hohen Tempodiktat unserer kleinsten Kameradin "Marygei" die Schambrina erstiegen, hechel und einfach krass..... Wie macht sie das nur mit den kurzen Beinen.
Die Schneedecke ist nicht wie gewünscht durchgefroren. Bruchharsch mit allen Nebenerscheinungen....
Via 2415m und Lavazun wird das Furggelti erreicht. Sehr schöner Aufstieg. Abgesehen von steilen 200 Hm zur Schambrina hoch eine schöne Genusswanderung unter dem Zerfreilahorn durch.Hübsch. Seniorentauglich.

Mit dem Blick zur westlichen Talseite lassen sich weitere mögliche Touren im Kopf nieder.

Val Nova: Wieviele Jahre ist es her? 30, 35? Sehr viele Schafe habe ich im Kopf, die dazumal unseren Schweiss rochen...

Der Steilaufschwung zur Nordschulter des Furggeltihorn gibt wegen dem eher ungünstigen Schneeaufbau ein paar Probs. Der Puls geht hoch, weil wie an einem Vulkanaufstieg: 1 Schritt vor 7/8 zurück.....
Ein einziger Skifahrer steigt an diesem WE hier hoch. Ausnahmsweise haben die Skis in diesem Steilhang heute einen Vorteil.
Die grosse Österreichergruppe ist am Samstag unterhalb des Aufschwungs umgekehrt. Die heutigen Tourenfahrer drehen ebenfalls ab. Lawinensituation ist unbedenklich. Der Schwierigkeitsgrad auf diesen 30 Hm ist knapp WT4. Uns ist es recht.
Den Gipfel haben wir für uns. 13 Uhr. Alle sind Fit, das Ausschlafen und das späte Frühstück haben sich ausbezahlt. Wenn nur Bonbons Handy nicht um 3:30 Uhr Terror verbreitet hätte.... Das war für Samstag Früh gedacht gewesen....
Auf die Frage im Steilhang wie wir da denn wieder runterkommen gibt es eine einfache Lösung:
Schneeschuhe weg, an die Hände (Hände durch die Bindung !!) damit. So sind sie als Bremshilfen brauchbar. (System Bonbon....) 3 Schritte in den Steilhang und Schwupp. Innert Sekunden sind die Höhenmeter vernichtet. Da es so toll war, 30m queren und der nächste "Assdownhill", weniger steil, aber dafür länger.
Top, Anspannung gelöst. Lieber kontrolliert abrutschen als unkontrolliert abstürzen. Kann man/frau auch lernen. Nur nicht überall und nicht jede Softshellhose hat Freude daran.....

Die weibliche Ski-Tourenfahrerin smilet, der männliche Part, tja.......  sein privates Prob.
I am forever young....... Sicherheitsmässig absolut im grünen Bereich.

So sind wir schnell, kraftschonend und lachend in das ehemalige Gletscherbecken (ca 2800m) abgerutscht. Vor 30 Jahren lag hier noch ein kleiner Gletscher. Im Sommer ist hier eine Steinwüste. So steigen wir, nun leider wesentlich langsamer wie die Skifahrer, zur Hütte auf der Blachtenalp ab. Ab da bis zum Hüttenweg im üblen Bruchharsch. Kraftwörter benutzend, Hüfthoch versinkend, Schneeschuhlaufen ist nicht immer reine Freude, wird die Canalbrücke erreicht. Hatscher zur Kapelle hoch.
Zwei Lawinen auf der anderen Seite des Stausees sorgen für Abwechslung und regen zum Nachdenken an.
Ich werfe einen letzten Blick zurück zum Zerfreilahorn und dankbare Gedanken nach weiter oben.

Nachtrag:
Die beschriebene Schneeschuh-Tour auf das Furggeltihorn ist einfacher wie der Nordwestabstieg vom Wissgrätli oder die Überschreitung des Fanellhorn.

Abgesehen vom ca 30m hohen Steilaufschwung auf die Schulter des Gipfels und der 200 Hm Aufstieg bei der Lampertschalp (30°- 35°, WT3)  sind die Schwierigkeiten im Bereich T2. Unter "mapplus.ch" kann die Hangneigungskarte angesehen werden. Die optimale Aufstiegsspur ist sofort ersichtlich. Erstaunlich, dass viele Ski-Tourengänger unterhalb des Aufschwungs den Rückzug angetreten haben. Für konditionsstarke Nicht-Skifahrer eine sehr dankbare Tour in toller Umgebung und einer guten SAC Hütte als Unterkunft.

Ist dieser Aufschwung hart gefroren, kann es im Abstieg mit SS Probleme geben.
Deshalb sind auf meinen Touren öfters Steigeisen, Halbseil, Tibloc und leichtes Gstältli dabei.

Die Gipfel westlich der Läntahütte, vom Grauhorn bis ins Val Nova, sind im Winter ein anderes Kapitel.

Komme wieder......



Tourengänger: Barna10


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