Gaiziņkalns 311,5m


Publiziert von Sputnik Pro , 25. Februar 2010 um 22:18.

Region: Welt » Lettland
Tour Datum:17 Februar 2010
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: LV 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 200 m
Abstieg: 200 m
Strecke:16,0km (total)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Rīga oder Daugavpils mit dem Bus nach Madona. Von Madona Bus nach Vestiena.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:In Vestiena keine Hotels. Hotel in Madona: "Viesnīca Madona"; Saieta laukums 10; LV-4801 Madona: Tel.: 00371 28341273; www.hotelmadona.lv
Kartennummer:Latvijas Respublikas Topogrāfiskā Karte 1:50000: Nr.4411 Vestiena

HÖCHSTER LETTE: GAIZIŅKALNS 311,5m.

In den drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland gibt es keine grossen Berge zu besteigen, trotzdem sind sie wegen ihrer unberührten Natur und sehr schönen geschichtsträchtigen Hauptstädte absolut eine Reise wert. So führte mich meine Winterreise in neun Tagen durch alle drei Länder von Vilnius über Rīga nach Tallinn. Dank sehr guter Infrastruktur konnte ich ohne Hektik die Landeshöhepunkte besuchen und hatte dabei auch die Zeit zur ausführlichen Besichtigung der drei Hauptstädte.

Der Gaiziņkalns ist mit 311,5m der höchste Berg von Lettland, gelegen ist er im östlichen Landesteil etwa in der Mitte zwischen Rīga und der Grenze zu Russland. Der Berg liegt im Hügelzug Vidzemes augstiene und überragt sein Umland um etwa 60m. Der nächtgelegene grössere Ort ist die 16km im Osten gelegene Kleinstadt Madona. Kleinere Orte in der Umgebung sind Vestiena im Westen (8km; Strasse) und Bērzaune im Südosten (12km; Strasse), von beiden Orten führt eine kaum befahrene Strasse zum Fuss vom Gaiziņkalns. Der Berg ist das alpine Wintersportzentrum Lettlands, ein Skilift führt durch eine Waldschneise direkt auf den Gipfel. 1950 wurde der Berg und das Umland zurvon der Sowjetunion zur Sperrzone erklärt, da sie in der Nähe eine atomare Raketenbasis bauen wollten. Deshalb wurde auf dem Gipfel ein riesiger Wachturm errichtet. Der Turm wurde aber nie ganz fertiggestellt da das atomare Projekt abgebrochen wurde, als die Vereinigten Staaten darüber informiert waren. Der  inzwischen baufällige Turm wurde inzwischen zugemauert und ist leider nicht zugänglich.

TAG 1-3 (13.-15.2.): Litauen.

Siehe: www.hikr.org/tour/post20985.html

Reisebericht Lettland:

TAG 3 (15.2.): Vilnius - Rīga.

Obwohl alle drei Baltischen Länder zum Schengenraum gehören, wurde unser von Vilnius herkommender Bus an der Lettischen Grenze gestoppt. Alle Pässe wurden von einem freundlichen Zöllner kontrolliert; die Kontrolle ging rasch, und so kam ich nach einer Stunde Fahrt nach der Grenze püntlich um zwölf Uhr in Rīga an.
Wie schon in Vilnius suchte ich das gleichnamige, am Rande der Altstadt und in der Nähe vom Busbahnhof gelegene Old Town Hostel auf. Ich fand das Hostel auch gleich, doch herschte dort ein Chaos vor da der Englische Wirt in der Bar einen Wasserschaden hatte. Auch schien das ganze Hostel ungeordnet, doch die Zimmer waren immerhin sauber. Nachdem ich das Gepäck also abgeladen hatte, begab ich mich auf eine längere Stadtbesichtigung, ass einen Imbiss und checkte meine e-Mails. Besobders schön zeigte sich die Altstadt zudem von der grossen Brücke "Agmens tilts" welche die breite zugefrorene Daugava überspannt. Als ich nach Eindunkeln ins Hotel kam, lernte ich einen Argentinier und ein Engländer kennen. Zusammen gingen wir dann abends in der Altstadt ins Alus Sēta, einem urgemütlichen und schön eingerichteten Lokal mit lettischer Küche. Den weiteren Abend liessen wir dann feuchtfröhlich in einer Kellerbar auklingen...

TAG 4 (16.2.): Rīga - Madona.

Wie schon im Baltikum gewohnt, fuhr mein Überlandbus pünktlich in Rīga in Richtung Madona ab. Hinter der Stadt Ogre endet die Autobahn und die Strecke führte bis Pļaviņas stets am Nordufer entlang der zugefrorenen Daugava. Die Strecke gehört zu den Schönsten Lettlands, schöne Orte liegen am Ufer des breiten Flusses und auf dem Eis konnte ich viele Eisfischer sehen. In Pļaviņas verliess der Bus das Flusstal und fuhr durch ausgedehte Wälder in die Kleinstadt Madona. Nach etwas Suchen fand ich dann mein Hotel "Viesnīca Madona" das direkt am Zentralplatz gelegen ist. Nachdem ich zwischendurch kurz Einkaufen gegangen war, machte ich es mir gemütlich. Am Abend ging ich ins empfehlenswerte Rudzons essen wo es täglich ein herrliches und preiswertes lettisches Buffet hat.

TAG 5 (17.2.): Madona - Vestiena - Gaiziņkalns - Vestiena - Madona.

Heute stand der Besuch des höchsten Gipfels Lettlands auf dem Program, passend dazu erwartete mich am Morgen ein stahlblauer Himmel. Das Wetter war an diesem Tag am schönsten, davor und danach war es meistens bis auf wenige Stunden bewölkt oder ein schneite zum Teil heftig. Nach einem reichlichen Frühstück im Hotel fuhr ich mit dem Bus nach Vestiena, das Dorf ist der nächste Ort beim Gaiziņkalns der regelmässig mit dem öffentlichen Verkehr angefahren wird. Von dort sind es 8km bis zum Gipfel und bis auf die letzten 500m führt der Weg über sehr selten befahrene, unbefestigte Landstrassen. Schon an der Bushaltestelle an einer Kreuzung weist ein Schild auf die richtige Strasse. Zuerst wanderte ich durch Vestiena, danach musste ich sieben Kilometer über die zum Teil stark vereiste Strasse bis zu einer Kreuzung wandern. Auf der Strecke kreuzten mich höchsten drei Autos und sie war sehr abwechslungsreich. Die Stasse verlief hinter dem Dorf entlang eines zugefrorenen Sees; danach ging es teilweise im Wald, meist aber in offenem Gelände durch die leuchtend weisse Winterlandschaft bis zur besagten Kreuzung. Von der Kreuzung erreichte ich in nach knapp einem Kilometer den Parkplatz vom Gaiziņkalns. Wie auch am Gipfel selbst, hatte es hier ein Schlepplift und eine breite Skipiste. Vom Parkplatz führt ein breiter Wanderweg die 60 Höhemeter zum höchsten Punkt, dieser war der schönste Teil der Tour denn er führte durch einen tief verschneiten Winterwald. Der Gipfel war nun schnell erwandert und der eingravierte Gipfelstein ausgegreben. Nun wollte ich natürlich den offiziell gesperrte Turm besteigen. Doch leider musste ich feststellen dass dieser neu zugemauert wurde. So lief ich zwei Mal um den Turm und entdeckte dann eine Stelle wo ich 4m hochklettern könnte. Leider waren aber alle Griffe vereist und einen Pickel um mich hochzuziehen hatte ich natürlich nicht nach Lettland mitgenommen. So musste ich mich nach einigen Kletterversuchen damit abfinden, nur den höchsten natürlichen Punkt vom Gaiziņkalns gewesen zu sein - trotzdem, der höchste Lette ist bestiegen! Nach dem Gipfel wanderte ich über den gleichen Weg zurück nach Vestiena wo ich für den Bus mehr als eine Stunde hätte warten müssen. Da es aber ein gemütliches Lokal gab, verging die Zeit mit einem  Kaffee zum aufwärmen und einem Bierchen schnell vorbei. In Madona ging ich am Abend dann wieder ins Rudzons am Buffet den Bauch füllen.

TAG 6 (18.2.): Madona - Rīga - Pärnu - Võru.

Obwohl Madona vom estnischen Võru nur 152 Strassenkilometer entfernt ist, musste ich mit drei verschiedenen Bussen über Rīga und Pärnu mehr als die dreifache Strecke über 554 Strassenkilometer fahren! Der Grund lag darin dass es laut den Fahrplänen, welche ich im Internet suchte, keine Verbindung zwischen dem östlichen Litauen und Võru gibt. Also war heute ein grosser Reisetag angesagt der sogar Spass machte, denn Busfahren ist in den baltischen Staaten ziemlich billig und eine Reise durch die schöne Landschaft macht auch Spass. So fuhr ich pünklich um sechs Uhr in Madona ab und erreichte Rīga schon knapp drei Stunden später. Nach einem Kaffee mit feinem Gebäck fuhr ich von der lettischen Hauptstsdt  bald weiter nach Pärnu in Lettland, allerdings bekam ich von der Strecke bis kurz vor der Grenze zu Estland nicht viel mit da ich nun doch etwas Schlaf nachholte...

TAG 6-9 (18.-21.2.): Estland.

Siehe: www.hikr.org/tour/post20995.html

Genaue Gipfelroute: Vestiena - Klaugi – Bunkāni – Vidus Šinkas – Jaungarkāji - Gaiziņkalns - gleicher Weg zurück.

Tour im Alleingang.

ANMERKUNG: Die bei den Fotos angegebe Aufnahmezeit ist in MEZ, für die lokale OEZ muss eine Stunde dazu gezählt werden.

Tourengänger: Sputnik


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Kommentare (2)


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Wolfgang Schaub hat gesagt: Der Turm auf dem GAIZIŅKALNS
Gesendet am 26. Februar 2010 um 08:39
Spitze. Einfach nur Spitze.

Du bist der Erste, den ich kenne, der wenigstens VERSUCHT hat, den Turm zu erklimmen. Als ich damals vor dieser Aufgabe stand, bekam ich "Muffe", weil auf die Wand "Gefahr" geschrieben stand und irgendwas von herabfallenden Bauteilen:

http://www.gipfel-und-grenzen.de/inhalt/lettland.php

Die Frage bleibt, wie Du die Schlüsselstelle gemeistert hättest, oben, das Dach, den Überhang unter der Dachplatte. Denn Du hättest doch wohl WIRKLICH obendrauf stehen wollen, nicht wahr?

Sputnik Pro hat gesagt: Pickel, Seil und Co ...
Gesendet am 26. Februar 2010 um 09:50
Wie schon geschrieben, das richtige Kraxelwerkzeug hat mir einfach gefehlt :-)

Gruss, Sputnik


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