Juozapinės kalnas 292,70m und Aukštojas 293,84m


Publiziert von Sputnik Pro , 24. Februar 2010 um 21:25.

Region: Welt » Litauen
Tour Datum:14 Februar 2010
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: LT 
Zeitbedarf: 1:00
Aufstieg: 60 m
Abstieg: 60 m
Strecke:5km (total von/nach Medininkai)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Vilnius mit dem Bus direkt nach Medininkai, Achtung es fahren nur wenige Busse täglich. Siehe www.toks.lt
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:In Medinikai keine Unterkunftmöglichkeiten. In Vilnius zahlreiche Hotels und Hostels. Zentral gelegen und gut geführt ist das Old Town Hostel / Senamiesčio keliautojų namai; 24 Plätze und Küche; 20 Aušros Vartų gatvė; LT-2007 Vilnius; Tel.: 00370 (02) 625 357.
Kartennummer:Lietuvos Respublikos Topografinis Žemėlapis 1:50000: 80-84/25-29 Medininkai

HÖCHSTER LITAUER: AUKŠTOJAS / AUKŠTASIS KALNAS 293,84m.

In den drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland gibt es keine grossen Berge zu besteigen, trotzdem sind sie wegen ihrer unberührten Natur und sehr schönen geschichtsträchtigen Hauptstädte absolut eine Reise wert. So führte mich meine Winterreise in neun Tagen durch alle drei Länder von Vilnius über Rīga nach Tallinn. Dank sehr guter Infrastruktur konnte ich ohne Hektik die Landeshöhepunkte besuchen und hatte dabei auch die Zeit zur ausführlichen Besichtigung der drei Hauptstädte.

Von den Baltischen Staaten ist der Litauische Landeshöhepunkt Aukštojas, der seltener Aukštasis kalnas genannt wird, mit 293,84m der niedrigste Hügel der drei Länder. Lange galt der 500m nördlich vom Aukštojas gelegene Juozapinės kalnas als höchster Gipfel von Litauen. Seit 1985 wurde dies aber bezweifelt und 2004 wurde das Gebiet von der Vilniusser Universität neu vermessen, dabei bewahrheitete sich die Vermutung und der Aukštojas gilt seitdem als höchster Litauer. Zu dieser Zeit hatte der Berg aber noch keinen Namen, so wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den ein Professor der Universität gewann. Aukštojas war der höchste Gott der Litauischen Mythologie und Schöpfer der Welt. So wurde der Berg am 20.6.2005 getauft und am 18.11.2005 erhielt der Name die offizielle Zustimmung vom Regionalparlament. Aukštojas und Juozapinės kalnas (292,70m) liegen beide nahe der Grenze zu Weissrussland im weissrussischen Höhenrücken (lit.: Baltarusijos kalvynas; weissruss.: Беларуская града / Belaruskaja grada). Das nächste Dorf und üblicher Ausgangsort für einen Besuch der Hügel ist Medininkai, das etwa 24km südöstlich von Vilnius liegt.

Reisebericht Litauen:

TAG 1 (13.2.): Zürich - Praha - Vilnius
.

Die Flugreise nach Vilnius gestaltete sich spannender als gedacht, aber nicht etwa wegen der Aussicht aus dem Flugzeug, da ich auf den Flügen diesmal leider kein Fensterplatz hatte, sondern wegen dem Wetter. Bei frostigem Wetter in der Tschechischen Hauptstadt Praha kam das Flugzeug der ČSA / Czech Airlines verspätet aus Zürich an. So verspätete sich mein Abflug nach Praha um eine halbe Stunde, jedoch hatte ich dort nur 40 Minuten Zeit umzusteigen für den Weiterflug nach Vilnius. In Zürich konnte man mir keine Auskunft geben ob der Anschlussflug warten würde, so hoffte ich bis zur Landung in Praha, dass ich dennoch zeitig nach Vilnius kommen würde. In Praha hatte ich Glück und konnte gleich am gegenüberliegenden Gate ins nächste Flugzeug steigen, das dann wegen einer Enteisungsaktion ebenfalls verspätet in Richtung Litauischer Hauptstadt abfolg.
Ohne Zollkontrolle konnte ich in Vilnius schnell den Flughafen verlassen und mit Bus Nummer 2 in die Nähe zum Bahnhof fahren. Dort suchte ich das Old Town Hostel auf, welches dank seiner Nähe zum Busbahnhof und zur Altstadt äusserst günstig gelegen ist. Ich war über das für eine Jugendherberge äusserst schön ausgestattete Hostel überrascht und die Betreiber waren sehr freundlich und aufgschlossen. Neben freiem Internetzugang hat es bequeme Schlafsäle und eine gut eingerichtete Küche, jedoch zog ich es vor in der Stadt zu Essen. Da es noch einige Stunden hell sein würde, machte ich mich sogleich auf eine ausgedehnte Stadtbesichtigung und kam ab den vielen schönen Plätzen, Kirchen und Gässchen kaum aus dem Staunen heraus. Nachdem es dunkel wurde, suchte ich ein gemütliches Lokal auf. Den litauischen Salat, Spearrips und Kartoffeln im rustikalen Restoranas Amatininkų užeiga kann ich auf jeden Fall weiter empfehlen.

TAG 2 (14.2.): Vilnius - Medininkai - Juozapinės kalnas - Aukštojas und zurück.

Wie vom Schweizer Fahrplan gewohnt, fuhr mein Bus pünklich um 7:10 Uhr vom Busbahnhof in Vilnius in Richtung Medininkai ab. Über Nacht bagann es stark zu schneien, der Schneefall sollte mich auch den ganzen Tag hindurch begleiten, wenn er auch gegen Abend etwas abnahm. Durch die schöne winterliche Landschaft erreichte ich mit dem uralten, in Deutschland ausgemusterten Schulbus nach etwa 45 Minuten Fahrt das tief eingeschneite Bauerndorf Medininkai. Dort begab ich mich sogleich auf den Weg zum Juozapinės kalnas. Zuerst folgte ich der Strasse vom Dorfrand etwa 1km bis zu einem grossen hölzernen Wegweiser der die Richtung zum Juozapinės kalnas anzeigt. Ich wanderte über das kleine Landwirtschaftssträsschen durch die herrliche Winterlandschaft bis ich nach einem weiteren Kilometer wieder auf einen Wegweiser an einer Weggabelung traf. Nach 200m kam ich an einem Bauernhof vorbei, dessen bellenden Wachhund aber brav in seinem Revier blieb - scheinbar ist er Touristen gewohnt, denn 50m hinter dem Bauernhof liegt schon der Gipfel vom Juozapinės kalnas. So leicht habe ich schon keinen Berg bestiegen, aber es gibt dort einiges zu sehen. Auf dem höchsten Punkt steht eine Gipfeltafel, etwas daneben befinden sich ein grosser Findling mit Inschrift und ein geschnitzter Holzpfahl. Am Fusse der Kuppe am Wegrand steht zudem eine grosse Infotafel über die Vermessungsgeschichte von Litauens höchsten Bergen. Vom Juozapinės kalnas konnte ich eine weitere Infotafel beim 500m entfernten Aukštojas gut erkennen, so folgte ich hinter hinter dem Bauernhof dem Weglein noch etwas, querte dann aber bald direkt zum Aukštojas über ein verschneites Feld hinüber. Teilwese sank ich bis zu den Knien im Schnee ein, "schön auch diesmal einen Landeshöhepunkt für sich alleine zu haben", dachte ich. Der höchste Punkt vom Aukštojas liegt an einem Waldrand und ein grosser Gipfelstein markiert ihn. Etwas unterhalb befindet sich die Infotafel. Auf dem gleichen Weg wanderte ich zurück nach Medininkai, dort fand ich weder eine Kneipe noch einen Einkaufsladen und der nächste Bus nach Vilnius fuhr erst vier Stunden später! So machte ich mich zu Fuss auf den Weg zurück nach Vilnius, nach 2km hielt das erste Auto und nahm mich einige Kilometer bis zur nächsten Kreuzung mit. Während den nächsten 2-3km traf ich kein weiteres Auto an, doch die Strasse führte durch einen schön eingeschneiten Kiefernwald. Die Strasse endetet an der Hauptverkehrsachse von Vilnius nach Weissrussland. Hier hatte es deutlich mehr Verkehr, doch musste ich fast eine halbe Stunde den Daumen hochhalten bis mich ein Litauer mitnahm. Er lud mich am Bahnhof Vilnius aus und nach einem Imbiss spannte ich etwas im Hostel aus. Abends schlenderte ich durchs tiefwinterliche Vilnius und suchte das Lokys auf, das für einheimische Wild- und Pilzspezialitäten bekannt ist. Dort probierte erstmals Biberfleisch, welches zwar einen starken Eigengeschmack hat aber äusserst schmackhaft war.

TAG 3 (15.2.): Vilnius - Rīga.

Nach einem Gratiskaffee im Vilniusser Hostel begab ich mich zum Busbahnhof, dort kaufte ich das internationale Ticket nach Lettland bei Eurolines. Pünktlich um halb acht Uhr fuhr der bequeme und moderne Bus dann quer durch Litauen über Ukmergė und Panevėžys zur lettischen Grenze.

TAG 3-6 (15.-18.2.): Lettland.

Siehe: www.hikr.org/tour/post20989.html

TAG 6-9 (18.-21.2.): Estland.

Siehe: www.hikr.org/tour/post20995.html

Genaue Gipfelrouten: Medininkai - Juozapinės kalnas - Aukštojas / Aukštasis kalnas - Juozapinės kalnas - Medininkai.

Tour im Alleingang.
ANMERKUNG: Die bei den Fotos angegebe Aufnahmezeit ist in MEZ, für die lokale OEZ muss eine Stunde dazu gezählt werden.

Tourengänger: Sputnik


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Kommentare (9)


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Pfaelzer hat gesagt: Toller Bericht...
Gesendet am 24. Februar 2010 um 22:17
...ich freue mich schon auf die folgenden!

Viele Grüsse,

Wolfgang

Sputnik Pro hat gesagt: Danke !
Gesendet am 25. Februar 2010 um 12:20
Ich werde schaun dass ich heute Abend mit dem Bericht über Lettland fertig werde.

Viele Grüsse,

Andi

maawaa Pro hat gesagt: Super..!
Gesendet am 24. Februar 2010 um 23:10
Meinen Glückwunsch zu Deinen neuen Landeshöhepunkten!

Ich freue mich auch schon auf die nächsten Berichte. Dieser war sehr informativ - Super!

Viele Grüsse, Marco

Sputnik Pro hat gesagt: Auch...
Gesendet am 25. Februar 2010 um 12:21
... Dir vielen Dank für den Kommentar. Alle drei baltische Länder waren superinteressant zu bereisen.

Viele Grüsse,

Andi

Wolfgang Schaub hat gesagt: Juozapine
Gesendet am 25. Februar 2010 um 08:04
Du hast den großen Findling auf der Josephine geküsst, dazu meinen herzlichen Glückwunsch!

ABER: Wie immer habe ich was zu mäkeln. Du warst nicht auf dem höchsten Punkt der Josephine. Der liegt etwa 50 m seitwärts, die Josephine ist nämlich ein Doppelgipfel. Unter dem Schnee hättest Du dort einen Vermessungsstein hervorgebuddelt, und der hätte Dir gezeigt, dass er ein paar Zentimeter höher ist als der Findling. Wenn Du natürlich den Findling als künstliches Gebilde mit einrechnest, ist der oberste Punkt des Findlings wiederum höher.

Egal wie: Du warst ja wenigstens quer über den Acker drüben auf dem Aukstojas, und der ist allemal höher, ist ja auch nach einem litauischen Gott benannt.

Sputnik Pro hat gesagt: Juozapinės kalnas
Gesendet am 25. Februar 2010 um 12:25
Danke Wolfgang. Das stimmt, der höchste Punkt vom Juozapinės kalnas ist nicht beim grossen Erratischen Block, es gab da eine Kuppe wo ein Gipfelschild steht. Dort oben war ich auch (siehe Fotos), habe aber keinen höheren Punkt im Umkreis von etwa 70m gesehen. Vielleicht meist Meinst Du diese Kuppe als der höchste Punkt vom Juozapinės kalnas?

Viele Grüsse,

Andi

Wolfgang Schaub hat gesagt: RE:Juozapinės kalnas
Gesendet am 25. Februar 2010 um 12:45
Andi, guck einfach auf Dein Kärtchen, das letzte Deiner Bilder. Da siehst Du den Block als Punkt eingezeichnet und 50 m weiter nordwestlich den Triangulationspunkt.

Gipfelschild? Ich nix wissen von Gipfelschild. Unten am Weg, also 50 m unter dem Block: Dort stand ein Schild, als ich dort war.

Außerdem war Sommer, da blickt es sich leichter in die Runde. So auch, als ich zu dem Block "aufgestiegen" war. Ich erschrak: Dahinter, am jenseitigen Hang, trieben es zwei im Gras. Bei so was schlage ich die Augen nieder, natürlich, und begebe mich seitwärts auf den Nebengipfel. Und nur DESWEGEN weiß ich, daß DER der Höhere war.

Für die zwei im Gras hoffe ich, daß IHR Erlebnis das Höchste war.

ju_wi hat gesagt: Glückwunsch
Gesendet am 25. Februar 2010 um 10:06
Hi Andi,
schön dass Deine Baltik-Reise offenbar funktioniert hat. Ist eigentlich ideal diese Länder im Winter zu bereisen, so kommt man trotz der fehlenden Höhe mit den Elementen der Natur in Berührung.

Also Biberfleisch muss ich auch probieren - danke für den Tipp !

Interessant finde ich auch, dass für die GoogleMap das Gebiet ein völlig weißer Fleck auf der Landkarte ist - nicht mal das Dorf Medininkai ist drauf... Und dann der Versetzer der Straßen an der Weißrussichen Grenze :-)

PS: Wg Großglockner können wir bald mal schauen - ich denke Juni - eher Ende ist OK...

Alles Gute, Jürgen

Sputnik Pro hat gesagt: RE:Glückwunsch
Gesendet am 25. Februar 2010 um 12:33
Salü Jürgen,

Genau, die Jahreszeit fand ich auch am geeignetsten um die baltischen Länder zu bereisen. Leider war das Wetter meistens bewölkt, jedoch erlebte ich dort auch Winter in Grossstädten was ich sehr toll fand. Im Sommer ist dort das Wetter ja eher regnerisch und die Zeit da grosse Berge zu besteigen - aus diesem Grund und der sehr hohen Zeckengefahr mit ist's schöner dort im Winter unterwegs zu sein.

Übrigens vergrössere einmal die Google-Map, so taucht plötzlich das Dorf Medinikai auf. Ich dachte zuerst auch, dass dieses nicht auf der Karte war...

Freue mich auf den Großglockner und eventuell den Triglav. Ende Juni wäre perfekt, allerdings kann ich wegen meinem Geburtstagfest nicht am 26./27.6.2010. Im Herbst (Ende Septenber) plane ich eine Woche Bulgarien und Serbien mit Besteigung der Landeshöhepunkte, vieleicht habt ihr auch Lust mitzukommen :-)

Viele Grüsse,

Andi


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