Monte Titano 756m


Publiziert von Sputnik Pro , 14. Dezember 2009 um 18:12.

Region: Welt » San Marino
Tour Datum:12 Dezember 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: RSM 
Zeitbedarf: 1:00
Aufstieg: 100 m
Abstieg: 250 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Rimini (Bahnhofsplatz) mit dem Bus nach Città di San Marino.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt bis Borgo Maggiore.
Unterkunftmöglichkeiten:Zahlreiche Hotels in San Marino und Rimini.
Kartennummer:Gratisplan San Marino vom "Musei di Stato - San Marino"

HÖCHSTER BERG VON SAN MARINO: MONTE TITANO (756m).

Auch wenn ich einige hohe Ziele dieses Jahr leider mangels Zeit oder zu schlechten Bedingungen aufs kommende 2010 verschieben musste, so war ich dennoch mit meinem Projekt alle Landeshöhepunkte Europas zu besuchen, ein gutes Stück weiter gekommen. Da ich noch keine Lust auf Winter verspüre, nutze ich die trüben und kurzen Dezembertage um einen kleinen Ausfug in den Süden zu machen. Dort gibt es nämlich, mitten in Italien gelegen, die kleine Republik San Marino die am Rande der Abruzzen und in der Nähe von Rimini liegt. Der höchste Berg des Zwergstaates ist der geschichtsträchtige Monte Titano im Zentrum des Landes gleich neben der Hauptstadt Città di San Marino.
So fuhr ich aus der Schweiz mit dem Zug über Bologna nach Rimini, von wo regelmässig Busse nach San Marino verkehren. Der Berg und die Hauptstadt haben unzählige Burgen, Paläste, Gassen, Kirchen und noch mehr Souvenirläden, wobei einem die Zeit beim Flanieren schnell davonläuft. Der Berg selbst hat gut ausgeschilderte Pfade und Burgen, doch dazu mehr weiter unten bei den Fakten zu San Marino. Kurz gesagt, es war ein superschöner und erlebnisreicher Wochenendausflug - die Fotos sprechen für sich!

San Marino und der Monte Titano

Nach Vatikan, Monaco ist die Republik San Mario das drittkleinste Land in Europa, seine Fläche ist 60,57km² und die längste Ausdehnung etwa in Nord-Süd-Ausrichtung sind nur 12km. Das Land hatte 2008 eine Bevölkerung von 31000 Einwohnern verteilt auf neun Gemeinden. Die Hauptstadt ist Città di San Marino hoch oben unterhalb des Gipfelgrates vom Monte Titano, beide gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Monte Titano hat eine Höhe von 756m, somit ist der Berg höher als die Landeshöhepunkte einiger viel grösseren europäischen Staaten wie Belgien, Weissrussland oder Estland.
San Marino ist die älteste Republik der Welt, als Gründungsjahr gilt der 3.9.301. Der Name kommt von Marinus, einem christlichen Bauarbeiter von der kroatischen Insel Rab. Marinus kam im Jahre 300 ins aufstrebende Rimini. Bevor Kaiser Diokletian im Jahre eine grausame Christenverfolgung durchführte, floh im Jahre 301 Marinus auf den Monte Titano. Bald darauf gesellten sich weitere Verfolgte zu ihm und gründeten eine christliche Kolonie auf dem Monte Titano. 311 wurde seiner Gemeinschaft von zum Christentum konvertierten Patrizier aus Rimini der Monte Titano geschenkt und San Marino war seitdem formell unabhängig.
Traditionell dem Erbe von Marinus verpflichtet, nahm San Marino im Laufe der Geschichte Verfolgte auf und bot ihnen Schutz. So entstanden im Laufe der Zeit auf dem Gratkamm des Monte Titano drei grosse Wehrburgen. Auf dem höchsten Punkt steht die Burg Rocca Cesta oder La Seconda Torre, sie kann zusammen mit der nördlich gelegenen Burg La Prima Torre / Castello della Guaita (738m) für einen kleinen Eintrittspreis besichtigt werden. Von den Burgen hat man eine hervorragende Aussicht über das ganze Land und weiter bis zum Meer!

Meine Route (ohne die vielen Umwege): Città di San Marino - Castello della Guaita - Monte Titano - Rocca Montale - Città di San Marino - Borgo Maggiore.

Tour im Alleingang.


Tourengänger: Sputnik


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Kommentare (12)


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felixbavaria hat gesagt: Einheit
Gesendet am 14. Dezember 2009 um 20:00
Wie immer eine spannende Lektüre für den Abend, gut illustriert und mit interessanten Fakten versehen. Nur hier muss ich Dir widersprechen:

> seine Fläche ist 60,57m²

Das ist eher die Fläche meiner Wohnung ;-))

Sputnik Pro hat gesagt: 60,57m² !
Gesendet am 14. Dezember 2009 um 20:24
Danke für den Hinweis, das wäre auch etwa die Grösse der Sozialistischen-Vierwandrepublik-Sputnikland :-) Hab's gerade korrigiert...

Viele Grüsse, Andi

Pfaelzer hat gesagt: Erinnerungen...
Gesendet am 14. Dezember 2009 um 20:33
...werden durch diesen wie immer tollen Bericht und die super Bilder wach.
Wir waren bis Anfang der 90-er Jahre immer im Februar oder März im Rad-Trainingslager in Cesenatico und sind dort auch des öfteren nach San Marino hinauf gefahren.
Damals gab es leider noch keine Digitalkameras und bei den Trainingsfahrten hatte ich auch die normale Kleinbildkamera nie mitgenommen, besitze also leider keine Bilder. Wäre oben auch gar nicht in der Lage gewesen, welche zu machen :-)) das war immer knallhartes Ausscheidungsfahren da hoch.
Umso schöner jetzt deine Bilder anzuschauen und sich an die harten Trainings zu erinnern.


Viele Grüsse,
Wolfgang

Sputnik Pro hat gesagt: Fotos
Gesendet am 14. Dezember 2009 um 21:13
Vielen Dank, San Marino hat mich wirklich überrascht und ist garantiert immer eine Reise wert!

Viele Grüsse, Andi

maawaa Pro hat gesagt: San Marino...
Gesendet am 14. Dezember 2009 um 20:56
...war schon zu Zeiten des Imperium Romanum unabhängig (auch wenn das zu der Zeit schon in den letzten Zügen lag...)? Nicht zu fassen, wieder was gelernt. :)

Sehr interessanter Bericht & tolle Fotos!

Grüsse, Marco

Sputnik Pro hat gesagt: Älteste Republik
Gesendet am 14. Dezember 2009 um 21:17
Schau mal auf Wikpiedia, dort findest Du noch viele interessante Infos. So leben zum Beispiel Männer in San Marino im Durchschnitt am längsten, die Lebenserwartung beträgt stolze 78,57Jahre !

Viele Grüsse, Andi

maawaa Pro hat gesagt: RE:Älteste Republik
Gesendet am 14. Dezember 2009 um 22:14
Na, so wie es aussieht werde ich also nächstes Jahr nach San Marino fahren. Weil ich auch möglichst viele Länder bereisen möchte, lag San Marino schon seit einer Weile in meinem Fokus, und wenn man nebenbei noch den höchsten Berg des Landes besteigen kann - umso besser! :)

Grüsse, Marco

ju_wi hat gesagt: habe heute noch dran gedacht ..
Gesendet am 14. Dezember 2009 um 23:31
.. ob Du vielleicht Deine Pläne geändert hast - 2. Dezember-Wochenende... Aber auf Sputnik ist Verlass ! Herzlichen Glückwunsch - wieder ein interessantes Land eingesammelt und wie jeder sieht schöne Eindrücke gewonnen und Fotos geschossen.
Allerbeste Grüße, Jürgen

Sputnik Pro hat gesagt: Sputniks Pläne
Gesendet am 24. Dezember 2009 um 08:27
Danke Jürgen,

Vielleicht konnte ich Dich zu einer Idee anregen nach San Marino zu fahren wenn Du nach Oberbayern umziehst und dort wieder einmal Schlechtwetter herrscht. Wir haben ja in den Nordalpen viel zu oft trübe Tage oder die Lawinengefahr ist einfach zu hoch um eine Tour zu machen!

Wünsche Dir schon jetzt viel Glück und Erfolg viel am ራስ ደጀን (Rās Dejen) - kannst Du schon ein wenig Amharisch? Ich war im Januar 2002 in Dschibuti, konnte dort aber leider den Landeshöhepunkt nicht besuchen da ich keine Transportmöglichkeit fand. Vielleicht werde ich wieder einmal eine Reise nach Äthiopien, Dschibuti, Eritrea und Somalia (Somaliland) machen... doch erstamls fahre ich im Februar in den eisgen Norden um die Baltischen Staaten zu erkunden.

Liebe Grüsse,

Andi

Wolfgang Schaub hat gesagt: La Cesta oder La Guaita?
Gesendet am 15. Dezember 2009 um 08:32
Erst muss ich DIR gratulieren für diesen schönen Bericht. Dann muss ich MIR gratulieren, dafür, dass es keine Widersprüche gibt: Du hast wie ich den höchsten Punkt als La Cesta ausgemacht. Das ist gar nicht so einfach, denn vor Ort kann man das mit Augenmaß nicht entscheiden. La Guaita (Vorsicht: Rechtschreibung! Guaita heißt die andere Burg!) ist so ähnlich hoch, dass jegliche Peilaktion mit dem bloßen Auge unsicher ist. Und: frägt man die örtliche Bevölkerung danach, so weiß kaum einer Bescheid. Solche hirnrissigen Fragen hat noch kein Tourist gestellt. Dazu kommt, dass man sich entscheiden muss, ob man nur natürliche Erhebungen ins Kalkül mit einbezieht oder auch die Burgtürme, die sich in verschiedener Höhe auf den beiden Kuppen erheben - die dritte Kuppe kann man außer Acht lassen, sie ist definitiv niedriger. Wo sind die höchsten natürlichen Erhebungen? Und inwieweit dient die natürliche Grundlage als Fundament für die Türme? O Gott, kein Sammarineser hat mir diese Fragen je beantworten können. Und so bleiben weitere letzte Rätsel der Menschheit ungelöst. Wann kommt endlich einer, der dem Geheimnis San Marinos den Schleier herunterreißt?

Sputnik Pro hat gesagt: La Cesta oder La Guaita?
Gesendet am 24. Dezember 2009 um 08:32
Danke Wolfgang, habe den Rechtschreibefehler korrigiert. Vor Ort ist's aber wirklich schweirig zu sagen, welche Burg nun höher ist. Nach minem Eindruck ist'a sicher die Mittlere. Die Karte gibt ja für die zweite Burg eine Höhe von 756m an, die Erste hat eine kodierte Höhe 738m. Es ist erstaunlich wie 18 Höhenmeter Unterschied einem je nach Perspektive viel kleiner vorkemmen!

Wolfgang Schaub hat gesagt: RE:La Cesta oder La Guaita?
Gesendet am 24. Dezember 2009 um 10:03
Hallo Sputnik, die Frage, wer von beiden der höhere ist, habe ich zuerst über die jeweiligen Burgwächter zu klären versucht: Beide behaupteten unabhängig voneinander, "ihre" Burg sei die höhere, wobei völlig unklar war, ob sie die Dachspitzen der Türme meinten oder den Fels, auf dem sie standen. Später nahm ich von zu Hause Kontakt mit Behörden in San Marino auf - siehe http://www.gipfel-und-grenzen.de/inhalt/sanmarino.php - mit dem Resultat, dass mir "amtlich" bescheinigt wurde, die Cesta sei die höhere.

Zu den Höhenangaben selbst: Sie schwanken in weiten Grenzen, und nicht mal "amtlich" ist klar herauszufinden, welche Angabe sich auf welchen präzisen Punkt bezieht, geschweige denn, mit welcher Methode gemessen wurde.

Dazu kommt noch, dass wohl niemand weiß, wie sich der natürliche Fels UNTER den Türmen gestaltet. Es kann sein, dass unter den Türmen Felsspitzen verborgen sind, die in den Bau integriert wurden.

Nur eins ist klar: Mit bloßem Auge ist nichts sicher auszumachen. Ich sollte eine Doktorarbeit darüber anfertigen. (Das ist das Schöne an unserem Hobby: Es zum Wahnsinn zu treiben.)


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