Von Jennersdorf zum Steinberg


Publiziert von ABoehlen Pro , 24. Oktober 2009 um 17:26.

Region: Welt » Österreich » Außerhalb der Alpen » Burgenland » Südburgenland
Tour Datum:29 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 150 m
Abstieg: 150 m
Strecke:Jennersdorf - Grieselstein - Steinberg - Jennersdorf
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der ÖBB nach Jennersdorf
Unterkunftmöglichkeiten:Burgenlandhof im Zentrum von Jennersdorf
diverse Unterkunftsmöglichkeiten rund um die Therme Loipersdorf
Vándor Fogadó & Pizzéria, Lokomotív Panzió beim Bahnhof Szentgotthárd.
Kartennummer:Österreichische Karte 1:50'000, Blatt Jennersdorf, Nr. 193 (bisher), 5101 (neu)

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Hinter Jennersdorf erhebt sich der längst erloschene Vulkankegel des Steinberges (lokal Stoagupf genannt). Er ist bei weitem nicht so hoch und markant wie die bekannten Vulkane bei Bad Gleichenberg, gehört aber zu den ältesten Siedlungsgebieten des Burgenlandes und Österreichs.

Erneut starten wir in Jennersdorf und gelangen nach einem Dorfrundgang durch den gepflegten Ort ins Tal des Grieselbaches, durch welches auch die Strasse zur weitherum bekannten Therme Loipersdorf führt. Wir benützen aber den Radweg, der abseits durch die Felder führt und erreichen nach ca. einer halben Stunde den kleinen Ort Grieselstein. Laut der Freizeitkarte "Dreiländer Naturpark Region Jennersdorf" nimmt von hier aus ein geologischer Lehrpfad zum Steinberg seinen Anfang. Den Einstieg finden wir auch problemlos, aber bald sind die Markierungen nur noch spärlich auszumachen. Der auf der topografischen Karte nicht eingezeichnete Weg ist aber vorhanden, gut zu begehen und führt uns zu einem kleinen Informationspavillon am Fuss des eigentlichen Gipfels.

An dieser Stelle befand sich einst ein Steinbruch, wo 1938 in einer Felsspalte Tonscherben und Ziegelstücke gefunden wurden, die der Jungsteinzeit (Neolithikum) zugewiesen wurden, d.h. der Zeit zwischen 3500 und 1800 v.Chr. Daneben tauchten auch Tonscherben aus dem Mittelalter (12. - 15. Jahrhundert) auf und die Topografie des Geländes deutet darauf hin, dass sich zu jener Zeit auf dem Steinberg eine kleine Burg befand. Vermutlich handelte es sich dabei um eine so genannte Hausberganlage (auch Turmhügelburg oder Motte genannt), da sie aber nirgends urkundlich erwähnt ist, sind kaum Details bekannt. Überliefert ist stattdessen eine Sage, welche den Untergang dieser Burg beschreibt (siehe Bild 1).

Der letzte Abschnitt zum Gipfel ist überraschend steil, aber nur kurz. Oben an der Abbruchkante befindet sich ein kleines Gipfelkreuz, eine hölzerne Konstruktion, die wohl die Silhouette der Burg darstellen soll, und eine Ruhebank, von wo aus man den schönen Ausblick auf das Tal von Grieselstein und die umliegenden Hügel geniessen kann.

Der Abstieg auf der anderen Seite erfolgt mehr oder weniger weglos, ist aber nur kurz, denn bald stossen wir auf das Strässchen, welches zu den Höfen von Steinberg führt. Weiter geht es anschliessend auf der Krete südwärts mit schönem Blick in das grosse Waldgebiet im Tal des Rainbaches. Für uns überraschend sind die zahlreichen Edelkastanienbäume entlang dieses Weges. Bisher sind wir auf unseren Touren der Edelkastanie nur sporadisch begegnet.

Offenbar sind wir durch das Einsammeln von Kastanien so sehr abgelenkt, dass wir den falschen Weg einschlagen. Markierungen sind allerdings schon länger keine mehr auszumachen, obwohl wir uns immer noch auf dem eingangs erwähnten Lehrpfad befinden sollten. Während dieser nun aber laut Karte über die Seilereck in den Laritzgraben hinunter führt, folgen wir weiter südwärts einer anderen Egg und gelangen in den benachbarten, auf der Karte namenlosen Graben. Das ist nicht weiter problematisch, bringt aber ein etwas längerer Rückweg auf der Talstrasse mit sich. Dies ist die von Hohenbrugg an der Raab herkommende Strasse und nicht die Hauptverbindung, und weist daher nur ein geringes Verkehrsaufkommen auf.

Bis zur Abfahrt des Zuges bleibt noch genügend Zeit, um Proviant für morgen einzukaufen, und selbst Ansichtskarten finden wir endlich. Während diese in touristischen Orten fast an jeder Hausecke feilgeboten werden, scheinen sie im Raabtal nicht besonders gefragt und daher eher rar zu sein, denn genau wie in Szentgotthárd, finden wir auch in Jennersdorf erst nach mehreren Versuchen und nachfragen welche!

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Tourengänger: ABoehlen, Stini

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