Pizzo L'Omasca - Bocchetta di Camona


Publiziert von Zaza , 19. Juli 2009 um 21:04. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:19 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo gondo
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus Bognanco - Domodossola (www.vcoinbus.it)
Unterkunftmöglichkeiten:Rifugio Davide Cerrutti (Alpe di Camona), diverse Hütten (nur im Sommer) zwischen San Bernardo und Monscera
Kartennummer:1309, 275

Der Pizzo L'Omasca gehört sicherlich zu den am seltensten besuchten Gipfeln der Schweiz. Tatsächlich hat er nichts Spektakuläres an sich, es ist eher eine Schulter des Camoscellahorns. Er ist trotzdem einen Besuch wert, z.B. auf dieser abwechslungsreichen und industriehistorisch interessanten Route:

Man startet in Gondo und folgt zunächst dem Stockalperweg Richtung Zwischbergen. Man schlägt die Fahrstrasse nach Biel ein und steigt bei der kleinen Garage direkt die Wiese hoch, bis man in den Wald eintritt. Hier stösst man auf das Wegtrassee, das ansteigend nach rechts wegzieht. Der Pfad ist im unteren Teil in gutem Zustand (auch mit aufwendigen Stützmauern), weiter oben muss man mehr suchen. Man beachte, dass man auf etwa 1440 m nach rechts halten muss, um ein Couloir zu überqueren. Bald ist Camuzzetta erreicht, wo sich zahlreiche Ruinen und auch Stollen der einstigen Goldminen befinden, die um 1897 Pleite gingen. Eine interessante Ausstellung zu den Goldminen kann man im ersten Stock des schönen Hotel Stockalperturm in Gondo anschauen.

Man steigt etwas links der Ruinen steil weiter an bis zu einer weiteren Ruine auf ca. 1680 m (wohl einstige Alphütte). Nun über einen Schutthang hinauf auf den Grat des Pizzo L'Omasca. Dieser Grat ist zunächst gut begehbar (Alpenrosen mit Tierpfaden). Auf etwa 1950 m wird er steil und man stösst an ein Erlenmeer. Hier sind wir links ausgewichen, bis wir zu einer Tierspur kamen, die (sehr steil und rutschig) aufwärts führte. Kein Zuckerschlecken; für mich jedoch Gelegenheit, das Französische Vokabular mit ein paar saftigen Flüchen zu erweitern ;-)  (Commentaire de Bertrand : et encore je me suis retenu en ta présence...j'ai aussi appris de mon coté un nouveau mot italien : ontani = Erlen = aulnes...une sale invention !). Vermutlich wäre es besser und weniger erlig, rechts (S) zu bleiben. Die Erlenpassage ist relativ kurz und man quert zum felsigen Grätchen, über das man in Kürze den Pizzo L'Omasca erreicht.

Vom Gipfel folgt man weiter dem Grätchen bis zur Stelle, wo der markante Bielgraben ansetzt. Nun quert man links ansteigend in die Hänge unter der Bocchetta di Camona. Man steigt über einen steilen Hang in den Pass (ca. 2480 m), wobei man darauf achten muss, nicht (wie wir) zuerst in einen falschen Pass weiter rechts zu gelangen. Für die Bocchetta ist ganz oben eine kurze Querung nach links nötig (Pfadreste), der Pass ist an einem kleinen Mäuerchen zu erkennen.

Im Abstieg Richtung Val Bognanco steigt man über eine steile Grasrinne bis zum schönen Lago d'Agro ab. Von hier führen markierte Pfade entweder zum Monscerapass (und zurück nach Gondo) oder aber nach San Bernardo, wo die frei befahrbare Strasse des Val Bognanco endet. Hier ist an schönen Wochenenden immer viel Betrieb. Wir hatten Glück und konnten bereits nach kurzer Zeit eine Mitfahrgelegenheit mit einem sehr freundlichen Paar ergattern und wurden direkt beim Bahnhof in Domodossola ausgeladen: Grazie Mille!

PS: Der neue SAC-Clubführer Walliser Alpen 4/5 ist erschienen. Ein grobes Durchblättern zeigt, dass schätzungsweise die Hälfte der Routen, die in den Führern von Maurice Brandt beschrieben waren, rausgeschmissen wurden. Beim Camoscellahorn ist von 8 Routen noch eine; die trostlos schuttige Normalroute, übrig geblieben. Dies mit der Begründung, dass diese Routen keinen Genuss bringen. "Genuss" kann man mit "Plaisir" übersetzen, dies zeigt, wohin der SAC-Verlag unterwegs ist. Sic transit gloria mundi.

Tourengänger: Zaza, Bertrand

Galerie


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