Brandon Mountain (952 m)


Publiziert von ju_wi , 31. März 2009 um 22:26.

Region: Welt » Irland » Dingle Peninsula
Tour Datum:11 März 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: IRL 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 770 m
Abstieg: 770 m
Strecke:9,6 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto über Cloghane nach Faha (Parkmöglichkeit)
Kartennummer:OS 70

Der Brandon Mountain (952 m), der dominierende Berg der Halbinsel Dingle im County Kerry an der SW-Küste Irlands liegt nur 2 km Luftlinie vom Meer entfernt und ist für seine herrlichen Ausblicke berühmt. Seine O-Flanke ist daneben äusserst steil und der O-Anstieg mutet streckenweise alpin an. Der Brandon Mountain ist der höchste außerhalb der MacGillycuddy's Reeks Kette liegende Berg Irlands.

Nach dem Carrauntoohil am Vortag, fahren wir Mittwoch nach frühem Frühstück zur Halbinsel Dingle. Auf kleinem, idyllischen Passsträßchen wird die Halbinsel bei Aughils von S nach N gequert. Dann folgen wir der Küstenlinie bis Kilcummin und biegen rechts in ein kleines Sträßchen nach Cloghane an der Brandon Bay ab. Nördlich nehmen wir zuletzt einen kleinen Feldweg, der vom Meer 180 m ansteigt bis zur Siedlung Faha, wo unsere Wanderung startet.

Auch heute ist es wieder sehr stürmisch und leider hängen die Wolken relativ tief. Dennoch scheint in den ersten 30 Minuten die Sonne auf uns hinab. Eine Sturmwolke hängt im Brandon-Massiv und quert dieses Wasserfall-artig. Morgens haben wir noch etwas Hoffnung, dass sie abreisst. Jedenfalls ziehen die Wolken wieder schnell und der Himmel ist sehr abwechslungsreich.

Von der Parkmöglichkeit in Faha weist ein Schild in den Weidehang. Wir queren mehrere Zäune, die mit Holzstufenhilfen gut überkletterbar sind. Einige Schafe säumen den Weg. Zu Beginn passieren wir ein Heiligen-Denkmal mit Altar, das baumumstanden und eingezäunt ist. Dies ist ein Hinweis darauf, dass der Anstieg von O als Wallfahrtsweg bekannt ist. Daher ist er auch in der Folge immer wieder von rot-weißen Stangen markiert.

Der Weg führt uns zunächst steil und sehr steinig zu einer kleinen Grasschulter, wo er dann nach links in einen zunehmend steilen Hang quert. Inzwischen haben wir leider schon die Wolkenuntergrenze passiert und befinden uns in dichtem, grauem Nebel. In längerer, flacher Querung nähern wir uns dem Steilhang. Der Pfad ist hier manchmal alpin schmal und der Hang recht vertikal. Auf ca. 550 m Höhe gelangen wir dann an eine Geländestufe, in der nun im groben steinig, felsigen Gelände immer wieder kleine Seen aus dem Nichts auftauchen. Mit der bunten - und in der Nässe sehr rutschigen - Flechtenfärbung auf den Felsen ist die Stimmung in dem dichten Nebel und der steinigen See-Landschaft sehr ursprünglich. Wäre es klar gewesen, so hätten wir in diesem Stück eine Gruppe von Klein- und Kleinstseen genießen können, die sich wie an einer Perlenkette in dem schmalen Talkessel den Berg hinaufziehen. Durch den Kessel legt sich der Sturm hier bis fast auf Windstille.

Leider fängt es in der Felspassage nun jedoch auch an aus der Wolke zu nieseln. Als wir am Steilhang ankommen, wo der Weg sich mühsam den Kesselrand hinaufquält, sind einige Schneereste zu passieren. Da das Gelände hier sehr steil und ohne Schnee schon etwas anspruchsvoller (aber noch T3) ist, wird der Weg für uns hier schwieriger. In der Nässe von oben und dem nassen, z.T. tiefen Schnee im Steilpfad müssen wir hin und wieder auf allen Vieren kleine Stufen erklimmen. Manchmal können wir auch neben der Schneerinne in den Gras-/Steinhang ausweichen. Aber auch dort ist Vorsicht geboten, da alles rutschig ist und der Hang sehr steil.

Schließlich erreichen wir den Grat. Sofort haut uns wieder der starke Sturm entgegen. Er bläst hier sicher wieder mit in Böen an die 100 km/h. Zum Glück ist das Gratstück zum Gipfel - wie wir wissen kurz. Nur 70-80 Hm sind in gut 10 Minuten noch zu bezwingen. Der Wind erlaubt sogerade noch aufrechtes und einigermaßen sicheres Gehen. Dennoch halten wir uns ein Stück von der westlichen Gratabbruchkante fern. Durch Gras und ein paar Schrofen erreichen wir bei Null Sicht, horizontalem Regen und tosendem, Sturmlärm das Gipfelkreuz des Brandon Mountain (952 m). Wirklich heute kein gemütlicher Ort. Wir schlagen nur kurz an, machen das obligatorische Gipfelfoto und sofort zurück zum Grateinstieg. Sofort ebbt der Sturm im Schutz der Bergflanke wieder ab und wir klettern vorsichtig den Steilhang und durch den Schnee hinab zu der Seenstufe.

Der weitere Rückweg ist nun einfach - wir nehmen den Aufstiegsweg. Im unteren Drittel treffen wir tatsächlich auf 2 Iren, die sich auch die Besteigung heute vorgenommen haben und sich vom garstigen Wetter nicht abschrecken lassen. Die letzten Minuten zum Auto scheint wieder die Sonne - wie beim Aufstieg. Der Sturm ist fast noch stärker geworden.

Von Dingle fahren wir nachmittags noch - mit Kurzabstecher in die Stadt Limerick - bis zu den Cliffs of Moher, an der Steilküste Irlands - einem echten Höhepunkt der Irland-Tour.

Tourengänger: ju_wi

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Geodaten
 458.gpx Brandon Mountain

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