Rigi Hochflue bei Schnee, Eis und Kälte


Publiziert von Resom , 8. Januar 2017 um 00:04.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum: 7 Januar 2017
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Rigigebiet   CH-SZ 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m

"Meinst du diese Tour wäre auch im Winter bei Schnee machbar?" Diese Frage wurden auf unseren zahlreichen Alpinwanderungen vergangene Saison etliche Male in den Raum geworfen und hat jeweils zu ziemlich angeregten Diskussionen geführt. Nun war es also soweit, dieser Frage bei einer T5 Tour auf den Grund zu gehen. Als Ziel wurde die Rigi Hochflue ausgesucht: Herrlicher Aussichtsberg, reich an Kletter- und Kraxelstellen aber trotzdem gut abgesichert. Dieser Berg scheint also optimal für unser Vorhaben zu sein.

Gestartet wird in Brunnen, danach bei ca. 20cm Neuschnee dem Alpinanderweg entlang hoch zu Bütziflue. Der Zustieg erweist sich als äusserst interessant. Immer wieder verlieren wir wegen des Schnees den Weg und steigen so grösstenteils weglos auf den ersten von insgesamt drei Gipfeln heute. Die Steigeisen greifen gut und wir sind motiviert, Schnee, Eis und  Kälte (zeitweise -14° C) zu trotzen. Die erste Schlüsselstelle finden wir im Abstieg von der Bütziflue. Eine steil abfallende Felswand muss abgeklettert werden. Die Griffe sind vom Neuschnee verdeckt. Langsam steigen wir mit unseren Steigeisen, und uns mit den Händen an Fels und Drahtseil haltend, (von Fair Means kann bei dieser Tour leider nicht gesprochen werden) die erste Felsstufe ab. Es folgt noch eine zweite, die jedoch dank einem fix installierten Seil locker abgeklettert werden kann. Danach geht es hoch zur Stockflue. Den direkten Aufstieg von der Fluehütte aus sparen wir uns für den Sommer auf und folgen so dem Alpinwanderweg. Eine kurze Kletterpassage (auch hier wieder mit Drahtseil entschärft) muss gemeistert werden und schon stehen wir oben und geniessen einen Augenblick die herrliche Aussicht auf den Vierwaldstättersee. Nun geht es auf zu unserem eigentlichen Ziel: Die Rigi Hochflue. Den Abstecher zum geschlossenen Restaurant Obertimpel schenken wir uns und steigen direkt via Schwand und Gottertli nach Egg auf. Auf der Alp bereiten wir uns auf den Summit Push vor. Rucksäcke werden geleert und Energieriegel gegessen. Jetzt fängt der Spass an! Los geht es über zwei Felstürme, bevor wir auf den Ost-Grat kommen, der uns zum Gipfelaufschwung bringt. Ab dem Grat muss in relativ steilem Gelände gespurt werden. Wir sind froh um Pickel und Steigeisen. Danach kommen wieder zwei längere Kletterstellen, die jedoch wiederum mit Drahtseilen entschärft sind. Klettern im Fels mit Steigeisen kann hier optimal trainiert werden. Sind beide Passagen gemeistert, folgen noch die letzten paar Meter zum Gipfel der Hochflue, diese sind Genuss pur!

Runter nehmen wir bis Egg den selben Weg, müssen wir doch noch unser Material holen! Danach folgt der zügige Abstieg via Obertimpel, alles dem weiss-rot-weissen Wanderweg folgend, nach Brunnen.

FAZIT: Eine T5 Tour im Winter zu machen ist möglich. Tatbeweis erbracht. Es muss aber massiv mehr Zeit einberechnet werden. Zudem sind die Schneeverhältnisse zu prüfen. Bei wenig Schnee sicher eher machbar. Wir hatten Steigeisen, Eisgeräte, Seil und Helm dabei. Das Seil gab an der einen oder anderen Stelle im Rucksack ein gutes Gefühl. Die Kletter- und Kraxelstellen waren allesamt machbar, jedoch deutlich anspruchsvoller in Schnee und Eis, als im Sommer.

Tourengänger: Resom, jungens

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