Wachsende Spalte am Gipfel des Hochvogel


Publiziert von maxl, 20. September 2014 um 14:50. Diese Seite wurde 2849 mal angezeigt.

Nur einen Tag nach unserer Besteigung des Hochvogel erschien diese Meldung (danke auch Andy!). Die Spalte am Gipfelbereich scheint rapide größer zu werden! Tags zuvor hatten wir noch mit einheimischen Hinterhornbachern drüber geplaudert.

An den Einstiegen des Bäumenheimer Wegs sind neuerdings Warnschilder angebracht, die vor einer Begehung "eindringlich warnen".

Irgendwann wird sich der Gipfel des Hochvogels wohl halbiert haben. Vom Bergsturz könnte dann eben auch der Bäumenheimer Weg (insb. der Ausstieg) betroffen sein. Aufnahmen von einem Bergsturz anno 2007 finden sich hier.



Kommentare (9)


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83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 20. September 2014 um 18:57
Das habe ich bei meiner Begehung vor zwei Wochen auch feststellen müssen - das dem Lechtal zugewandte Stück des Gipfels ist durch einen sehr tiefen Spalt vom Hauptteil des Gipfels getrennt und wird wohl früher oder später den Weg ins Tal suchen. Der Hinweis am Beginn des Bäumenheimer Wegs ist allerdings ungeschickt angebracht und lässt Interpretationsspielraum, auf welchen Anstiegsweg sich die Warnung bezieht...

milan Pro hat gesagt:
Gesendet am 1. Oktober 2014 um 19:35
Zur Info: Mittlerweile ist der Bäumenheimer Weg gesperrt worden wegen akuter Felssturzgefahr! Hier nachzulesen. Der Aufstieg vom Prinz-Luitpold-Haus ist möglich.

maxl hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. Oktober 2014 um 00:46
hui, danke für die Info! Dann haben wir die Tour ja quasi in letzter Minute gemacht...:-)

ADI hat gesagt:
Gesendet am 2. Oktober 2014 um 14:20
....bald wird's einen IVer Normalweg geben........

Nik Brückner hat gesagt:
Gesendet am 10. Oktober 2014 um 14:56
Auch wenn's nicht wirklich zum Thema gehört: Der Genitiv lautet immer noch: "Hochvogels".

Grüßle!

Gherard Pro hat gesagt: Eine wissenschaftliche Frage:
Gesendet am 25. Oktober 2014 um 10:27
Wie viele Bergwanderer missachten solche Wegsperrungen?
Aus einigen Meinungsäußerungen schließe ich, dass es bei manchen als Ausdruck ihrer bergsteigerischen Kompetenz gilt, solche und ähnliche Wegsperrungen - z.B. Hochnissl - zu missachten. Mir bleibt dabei rätselhaft, auf welchen Fakten dann solche subjektiven Entscheidungen beruhen! Noch fragwürdiger wird es, wenn die Anwesenheit anderer Wanderer als Grund für die Missachtung einer Wegsperrung dient!

83_Stefan hat gesagt: RE:Eine wissenschaftliche Frage:
Gesendet am 25. Oktober 2014 um 13:54
>Wie viele Bergwanderer missachten solche Wegsperrungen?

Ich kann dir keine wissenschaftlich fundierte Antwort geben, aber ich schätze, dass bei einer "normalen" Wegsperrung ein großer Teil der Leute die Schilder nicht beachtet. Grund ist wohl die ziemlich inflationäre Sperrung von Wegen, die einfach durch die Haftungsfrage bedingt ist. In meiner Zeit als DAV-Wegewart habe ich auch Wege gesperrt, die einwandfrei begehbar waren und wenn die Gefahr wirklich groß sein sollte, dann muss man sowieso mehr Aufwand betreiben, als ein Schild mit "Weg gesperrt" aufzustellen. Da eine Sperrung nicht bindend ist und einem natürlich (und zum Glück) niemand eine Begehung verbieten kann, bin ich schon der Meinung, dass man sich, sofern man Erfahrung mit der Beurteilung alpiner Gefahren hat, den Gefahrenbereich selbst ansehen kann. Im Falle des Falles muss man sich dann halt eine Umgehung suchen oder wieder umkehren. Wer häufig weglos unterwegs ist, braucht in aller Regel keine Wege. Meine persönliche Meinung: Wenn ich mich irgendwo weglos durch den einsamsten Karwendelbruch wühle, steht im Falle einer Gefahr auch kein Schild da, das mich warnt. Wenn am Weg auf eine Gefahr hingewiesen wird, ist das lediglich ein Service, den ich annehmen kann, aber nicht muss - abseits der Wege sind die objektiven Gefahren in aller Regel sowieso viel höher!
Im Falle des Hochvogels ist die Sache ganz speziell: Die Gefahr ist besonders groß und von unten nicht zu erkennen, daher ist die Gefährdung besonders tückisch. Hier würde ich jedem derzeit von einer Begehung abraten, wie ich es auch mit dem Satz

>Der Sperrung des Bäumenheimer Wegs sollte unbedingt Folge geleistet werden - der Gipfelbereich ist akut instabil und kann offenbar jederzeit mit dem Weg abrutschen

in meinem Bericht getan habe. Aber in diesem Fall hat man ja auch nicht nur einfach ein Schild in die Gegend gestellt, sondern auch umfassend in den Medien vor der Begehung gewarnt. Gute Arbeit des Wegewarts und der zuständigen Gemeindevertreter!

Gherard Pro hat gesagt: RE:Eine wissenschaftliche Frage:
Gesendet am 25. Oktober 2014 um 16:32
Hallo Stefan,
Danke für Deinen ausführlichen und fundierten Kommentar.

Die Situation am Hochnissl ist durchaus vergleichbar. Die Verantwortlichen haben auch hier gute Arbeit geleistet und in den entsprechenden Foren und in der Presse wurde auch informiert.

Aus Deinem Beitrag würde ich aber den Wunsch ableiten, man möge das Schild mit einem Hinweis auf die -tatsächlich gegebene - Instabilität des Gipfelbereiches ergänzen. Das hätte dann etwas mehr Überzeugungskraft.
Gruß,
Gherard

scan hat gesagt:
Gesendet am 16. Juni 2015 um 09:49
Hallo Gherard,

wir hatten schon einmal ausführlich über meine Beschreitung des Hochnissl diskutiert und warum ich die Absperrung letztendlich ignoriert habe. Wie bereits beschrieben, hatte ich im Vorfeld von der Absperrung nichts mitbekommen und stand abrupt vor dem Schild und hatte die Wahl: Tour abbrechen oder weitergehen bei minimalen persönlichen Risiko (Die Absperrung bestand schon seit über mehrere Monate und es ist nichts passiert). Wie bereits erwähnt, ist hier halt eigenverantwortliches Handeln gefragt. Anderes Beispiel: Der direkte Aufstiegsweg über den Südgrat zur Brecherspitze ist verbreitet publiziert, trotzdem geht man oben, bevor der Pfad in den Normalweg einmündet, an einen Schild vorbei, welches mit eindringlichen Worten "Achtung, Lebensgefahr, kein Weg" vor genau diesem Wege warnt.

Wir haben also wieder einmal die Gretchenfrage: Sperre ich als offizieller Teil einer Tourismusgegend einen Weg ab, wo IRGENDWANN mal etwas passieren kann und das GESCHREI riesengroß wäre, wenn wirklich was passiert und der Weg nicht gesperrt gewesen wäre oder aber nehme ich als EINZELNER ein minimales Risiko EIGENVERANTWORTLICH im Kauf, welches ich selber kaum wahrnehmen kann.

Ich bin der Meinung, daß solche Absperrungen sicherlich sinnvoll sind und man solche Absperrungen aus Sicht der Talorte machen muß, allerdings sollte man Menschen, die diese Verbote ignorieren, nicht als Schwerverbrecher hinstellen sondern eher die Gründe vor ein Verbot deutlicher darstellen, damit man sich eben bewußter machen kann, ob man einen Weg geht oder nicht.

Gleichwohl bin ich ähnlich wie Stefan der Ansicht, daß bei einer weglosen Besteigung die Gefahren größer und vielschichtiger sind. Bewege ich mich gerade durch gefährdetes Gebiet oder zertrete ich gerade eine besonders schützenswerte Rasenmatte mit seltenen Alpenblumen oder störe einen letzten Rückzugsort seltener Tiere? Trotzdem und glücklicherweise ist deswegen wegloses Gehen nicht verboten, weil ein gewisser Glaube an eigenverantwortlichen Handeln offenbar noch vorhanden ist.

In meinen Augen ist übrigens die Aufklärungsarbeit über die gesperrten Gebiete absolut ungenügend wie hier am Beispiel Hochvogel: Ich wollte den Gipfel gehen und hab diverse Berichte gelesen, selbst auf der renommierten Tourentipp Seite - von einer Sperrung war überall nichts zu lesen. Nur weil ich mir noch ein paar Fotos zu den technischen Schwierigkeiten der Tour anschauen wollte, bin ich (nach dem 3. Tourenbericht) auf Stefans Bericht mit der Sperrung gestolpert. Nach gezielter Suche über die Sperrung weiß ich jetzt Bescheid und mache die Tour wohl erst, wenn die Situation klarer ist. Man sollte vielleicht neben den Schildern auch diverse Tourenanbieter im Internet kurz anschreiben, daß diese ein Vermerk in ihren Touren machen.

scan


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