et tu, brute...?


Publiziert von Zaza, 18. August 2008 um 13:50. Diese Seite wurde 1012 mal angezeigt.

Dem Vernehmen nach wurde kürzlich auch die legendäre Passage am Tannhorn-Ostgrat (Aufstieg vom Wannenpass) mit einem Drahtseil ausgerüstet. Der Brienzergrat wird offenbar das Opfer seiner Popularität...



Kommentare (7)


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Cyrill Pro hat gesagt:
Gesendet am 18. August 2008 um 17:13
Ja und? Wenn dadurch Unfälle vermieden werden können und Menschenleben geschützt/gerettet werden ist doch das gut. Der Brienzergrat ist schliesslich häufig begangen und wohl kein Geheimtipp mehr.

AnderL hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. August 2008 um 11:33
Ich persönlich finde es sehr Schade dass nun in den Alpen mehr und mehr Fixseile/Eisenstifte/Tritte angebracht werden.

Damit Unfälle vermieden werden, müssen die Berggänger(Wanderer) sich und Gelände richtig einschätzen und eigenes Können entwickeln.

Falls eine Stelle auf einer schönen Route wirklich sicherer gemacht werden soll, müssten m.M. nach eher 1-2 H angebracht werden, anstatt eines Fixseils.

Es gibt immer mehr ausgerüstete Wege und immer weniger Routen wo man eben sich testen bzw. seine Fertigkeiten erweitern kann.

So, wagt mancher sich auf eine Route die zwar scheinbar gut abgesichert ist aber dann plötzlich geht es nicht mehr weiter. Es kann durchaus zu einem Unfall kommen oder Rega wird alarmiert.

Geheimtipps gibt es bald keine, eventuell finden wir dann keine naturbelassenen Strecken mehr für unsere Unternehmungen.

Sputnik Pro hat gesagt: Fixseil & Co.
Gesendet am 19. August 2008 um 13:02
Mich persönlich stören die Verbauungen nicht. Wenn sie Vorhanden sind benutze ich sie aus Bequemlichkeit ebenfalls.

Allerdings bevorzuge ich kaum begangene Routen wo man keine Pfadspuren antrifft. Ich finde von dieser Sorte Bergtour gibt's in den Schweizer Alpen immer noch genügend. Mann muss sich halt nur 2000- und 3000er auswählen, die für die Allgemeinheit unbekannt sind. Diesbezüglich habe ich in Nidwalden, Uri und Graubünden schon viele "Geheimtips" gefunden :-)

Und etwas zum Nachdenken: Wieviele Berggänger welche sich an den besagten Sicherheitsinstallationen stören, übernachten äusserst gerne in den gemütlichen SAC-Hütten. Doch genaugenommen sollte doch nach dessen Ansicht eine Hütte noch viel weniger in eine naturnahe Landschaft gehören wie ein Fixseil...

AnderL hat gesagt: RE:Fixseil & Co.
Gesendet am 19. August 2008 um 22:45
Eine Hütte ist doch was anderes. Stellt man sich vor, es gebe keine Hütten, hätten all die Berggänger im Freien übernachten müssen. Und das wäre für die Umgebung von allen bequemen Biwakplätzen wohl sehr schlecht, bald wäre so ziemlich alles angekackert, angeschrieben, verschmutzt u.s.w. So ist die Hütte eine Einrichtung die die Folgen für die Natur eher minimiert.

Angenommen Ich kenne eine sehr schöne Route die ich auch gerne ab und zu wiederhole, sagen wir es ist eine T5. Dann plötzlich kommen etliche Fixseile und was bedeutet das für mich? Ich wurde wohl nicht mehr diese Route machen wollen.

Sputnik Pro hat gesagt: RE:Fixseil & Co.
Gesendet am 20. August 2008 um 13:00
Den Luxus von Berghütten gibt's ja sowiso praktisch nur in den Alpen, anderswo ist's ganz normal dass Biwakiert werden muss. Ohne Hütten wären sicherlich weniger als 10% der heutigen Berggänger im Hochgebirge unterwegs, somit würde die Natur auch weniger belastet. Ich bin mir sicher, die restlichen 90% wären zu kompfortfreundlich um Touren mit Biwak zu unternehemen und müssten wohl ihr Hobby ändern...

So, gunug philosophiert. Wie gesagt mich stören die Seile nicht (siehe mein Beitrag vom 19.8.). Es würde mich interessieren, wie andere HIKR-User darüber denken, schreibt Eure Meinung!

Alpin_Rise hat gesagt: Fixe Seile
Gesendet am 20. August 2008 um 14:57
Die Bergsteigerwelt ist ziemlich gespalten, was Infrastruktur und Aufstiegshilfen betrifft, so auch auf hikr.org.

Die selbe Diskussion gabs hier schon einmal.

Meist finde ichs schade, wenn wenig begangene Routen ausgerüstet werden. Warum braucht der Glattchamm ein Fixseil? Jeder einsame Gipfel mit einem Fixseil oder auch nur Markierungen verliert an Reiz. Versicherungen ziehen meist mehr Leute an.
Versöhnlicher bin ich bei viel begangenen oder sehr inhomogenen Routen mit wenigen sehr schwierigen Stellen. Dort zählt auch das Argument der Sicherheit. z.B. Spitzmeilen, Fronalpstock, Fluebrig, Säntis oder Matterhorn, dort kämen ohne Fixseile nicht die Hälfte der Leute rauf und s'gäb bestimmt mehr Unfälle, v.a. bei schlechten Verhältnissen.
Es gibt auch gute Beispiele wie am Altmann, abgesehen von einzelnen Eisenstiften gibts dort nix - trotzdem kommen die Leute rauf und sind meist stolz auf ihre Tat!

Ob der T5 am Tannhorn ein Fixseil braucht, halte ich für fragwürdig. Nun können jedoch auch weniger geübte Gänger den ganzen Grat machen. So lange es keine regulierende Instanz (huch!) gibt, die Bewilligungen erteilt, müssen wir uns mit solchen (Privat?) Installationen wohl oder übel anfreunden. Zum Glück gibts noch genug wilde Touren ohne eine einziges Fixseil.

Steigt die Anzahl der Fixseile (mal abgesehen von den Klettersteigen) in den Alpen wirklich? Schon oft hab ich vermoderte Fixseile oder uralte Haken gesehen - diese Routen geraten in Vergessenheit und werden nur selten wieder aufgerüstet. Welchen Eindruck haben die älteren Bergänger hier auf hikr.org?

Hütten sehe ich weniger als Problem. Wilde, populäre Biwakplätze sind schnell gut gedüngt und voller Abfall. Klar ist es Luxus, in einer SAC Hütte Vollpension & Duvets anzutreffen. Ich geniesse diese Extras, würde mich aber auch mit einer einfachen Schutzhütte zufrieden geben, alles selbst Hochtragen und kochen. Es gibt auch noch Gegenden ganz ohne Stützpunkte (z.B. Splügner Kalkberge ums Alperschällihorn, Walliser Nordtäler), wo Biwak nach wie vor Sinn macht.

Cyrill Pro hat gesagt: Fixseile und Sicherungsstangen
Gesendet am 29. August 2008 um 10:06
Im Gespräch mit dem Hüttenwart der Blümelisalphütte vor einiger Zeit, sagte er, es wurde der Gipfel mit Stangen abgesichert weil ständig Leute abgestürzt sind (über 100 in seiner Zeit!). Seit die Sicherungsstangen montiert sind gab es kaum Unfälle im Gipfelbereich.

Die toten Familienväter und -Mütter die Kinder zurück liessen wären froh gewesen um diese Sicherungsstangen.

Lehrerhafte Aussagen wie: Damit Unfälle vermieden werden, müssen die Berggänger(Wanderer) sich und Gelände richtig einschätzen und eigenes Können entwickeln. Sind völlig daneben und irgendwie auch menschenverachtend, es können auch mal die Verhältnisse schlecht sein. Und wer hat sich nicht schon mal in eine Route begeben der er eigentlich nicht gewachsen ist?



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