Extrem Wilderness


Publiziert von Anna, 24. Oktober 2007 um 13:10. Diese Seite wurde 777 mal angezeigt.

Was denkt ihr darüber?

Elsabeth Flüerer (Geschäftsleiterin Mountain Wilderness Schweiz): Mountain Wilderness steht für den Schutz der Wildnis in unseren Bergen und für einen Bergsport, der nichts als seine Fussspuren hinterlässt. In der alpinistischen Wildnis etwa, sind die Spuren im besten Fall  als schriftliche oder mündliche Beschreibung, als abstrakte Linie auf  der Landkarte oder als Koordinate im GPS belegt. In der Kletter-Wildnis  gibt es keine fixen Bohrhaken. Dort wird mit Klemmkeilen und Klemmgeräten  gesichert.  Die  Wander-Wildnis  bietet  vielleicht  Trittspuren.  Doch sind diese weder mit gelben Pfeilen, noch weiss-rot-weissen  oderweiss-blauen-weissen Zeichen versehen...

Remo Kundert : Ich wünsche mir, dass weniger markiert wird. Wenig begangene Orte sollten erhalten bleiben, auch wenn sie dadurch vielleicht nur bei gutem Wetter begangen werden können. Ich wünschte mir auch, viele der weiss-blauweissen Wege wären nie markiert worden. So ein Weg ist im Prinzip einer, der nicht alle sieben Meter markiert ist, wo du selber auch noch schauen musst. Seit die weiss-blau-weissen Wege unter der Verantwortung der Schweizer Wanderwege SAW stehen, werden sie stärker abgesichert und durchgehender markiert. Das ist eine unschöne Tendenz...

Marco Volken: Es gibt Seilbahnberge und das ist gut so, damit auch wenig berggängige Leute die Berge erleben können. Es gibt gelb markierte Wege, weiss-rot-weiss und weiss-blau-weiss markierte Wege. Alle entsprechen einem Bedürfnis. Auch das Wild-Wandern ist ein Bedürfnis und soll möglich bleiben. Das heisst, nebst all den Markierungen braucht es auch Gebiete und Wege, die nicht markiert sind...

Quelle WilderNews Nr. 46: Wild-Wandern

Was denkt ihr darüber?

PS: In other news, unser lokales Skigebiet wird weitere $$$ Milione  für eine neue Seilbahn ausgeben. Mountain Wilderness Stillschweigen bewahrt.




Kommentare (28)


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Sputnik Pro hat gesagt: Oje die Supergrünen!
Gesendet am 24. Oktober 2007 um 13:34
So wie es ist, sollte es bleiben. Meiner Meinung nach hat es nicht zuviel- und nicht zu wenig markierte Routen und somit für alle etwas darunter. Bei vielen Voralpentouren in der Zentralschweiz auf weniger bekannte Gipfel gibt es weder Markierungen noch Pfadspuren. Also hat es auch genügend Gipfel wo man die Route selbst suchen muss und die echte Wildnis noch antrifft.

Anna hat gesagt: RE:Oje die Supergrünen!
Gesendet am 24. Oktober 2007 um 21:48
>Oje die Supergrünen!

Oh là là les supervertes!
Ich habe die gleiche Eindruck und bin mit deinem Kommentar einverstanden.

Cirrus hat gesagt:
Gesendet am 24. Oktober 2007 um 13:38
Hoi Anna,

Hoffen wir das mal. Es gibt aber natürlich ein Gegenspruch: man will auf eine Seite wildwandern, und auf die andere Seite dass es wild bleibt. Wann alle wildwandern, entstehen wegen. Man kann dann nur hoffen dass wenige wildwandern ;-)

Ich habe gespürrt dass auch ganz einfache Wanderungen häufig wenige Leute anziehen. Auf meinen ganz "normale" Wanderungen sehe ich selten mehr als zehn Personen. Enstscheidend sind, nach meine Erfahrungen, die Höhenmeter. Falls man viele Höhenmeter machen muss (es keine Seilbahnen gibt), und der Berg nicht besonderes beliebt ist, gibt es wenige Wanderer. Ich bin mit Marco Volken einverstanden dass es gut ist, dass es Seilbahnbergen hat, aber ich denke dass es jetzt auch genügend Seilbahnen in der Schweiz hat.

übrigens habe ich nicht den Eindruck dass immer
mehr Wege markiert werden: eher gibt es wenigere Markierungen. Tessin ist ja ganz wild, und wird wahrscheinlich immer wilder, weil Wege verfallen.

Ich bin auch dafür das Autoverkehr in den Alpen weniger populär zu machen. Ich denke, das hilft auch. Vor allem für Freizeitsverkehr (Wochenenden)
werden teilweise hunderten von Kilometer gefahren mit das Auto, nur weil das Auto etwas schneller ist als der Zug. Für die Arbeit fahren Leute meistens deutlich weniger Kilometer mit das Auto.
Zudem kann man in den Zug noch lesen, arbeiten oder schlafen, und sehe ich absolut nicht ein dass öV nicht ausreichen würde. Das Argument dass gewisse Touren dann nicht gemacht werden koennen (als Tagestour z.B.) finde ich auch kein gutes Argument. Wieso muss mann heutezutage alles machen können? Kann man dann nicht ein ganzes Wochenende freimachen für diese Tagestour? Wieso muss mann als Bergtourist eine grosse Liste mit Touren haben, die man so schnell wie möglich machen muss?

Gruss

Anna hat gesagt: ein guter Kommentar
Gesendet am 24. Oktober 2007 um 21:39
Grundsätzlich bin ich mit dir (und auch Marco) einverstanden, aber ich bin überhaupt nicht einverstanden mit Remo und Elsabeth.

Ich denke dass in der Schweiz gibt es genügend Seilbahnen und braucht man nicht mehr. Ich finde nicht dass es zu viel Markierung gibt. Ich gehe mehr gerne ohne Markierung, aber ich kann mir vorstellen dass wenn man nicht gut das Gebiet kennt, ist dann die Markierung wichtig. Und niemand gezwungen ist, die Markierung und die Wanderwege zu benutzen! Wenn man möchtet diese Sache nicht benutzen, kann das machen, aber es ist nicht richtig behaupten dass die Markierung soll weg.

Die Sache dass mir stört viel, ist dass diese Leute sind gegen den Wanderwegen, den Kletterrouten, den Klettersteigen, dem Heliski, ohne ein Wort gegen den Seilbahnen und den Skipisten, die viel mehr Beschädigungen machen.

Ich habe auch nicht gerne diese Idee von isolierten Wild-Gebieten: es scheint wie die Reserven für Indianer.

>Wieso muss mann heutezutage alles machen können? Kann man dann nicht ein ganzes Wochenende freimachen für diese Tagestour? Wieso muss mann als Bergtourist eine grosse Liste mit Touren haben, die man so schnell wie möglich machen muss?

Das ist ein guter Punkt. Leider, habe ich keine Antwort. Ich denke dass es etwa zu tun mit der aktuellen Gesellschaft.

Viele Grüsse und danke
Anna

Zaza hat gesagt: RE: Hä?
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 08:14
"Die Sache dass mir stört viel, ist dass diese Leute sind gegen den Wanderwegen, den Kletterrouten, den Klettersteigen, dem Heliski, ohne ein Wort gegen den Seilbahnen und den Skipisten, die viel mehr Beschädigungen machen."

...also das stimmt nun mal überhaupt nicht. Es ist zu einem guten Teil "diesen Leuten" und ihren Vorgängern (i.e. den bösen Umweltschützern) zu verdanken, dass es in den letzten Jahren kaum mehr neue Erschliessungen von Skigebieten gegeben hat. Sonst wäre zB das Skigebiet am Rosenhorn wohl gebaut worden, der Tunnel aus dem Val Formazza nach Bosco Gurin ebenfalls und die Seilbahn aufs Matterhorn seinerzeit wohl auch. In vielen Fällen könnten die Nicht-Investoren rückblickend dankbar sein, weil die gebauten Anlagen völlig unrentabel sind.

Es verlangt ja kaum jemand den Abbau von bestehenden Klettersteigen und Skiliften oder das Entfernen von vorhandenen Markierungen. Sondern nur etwas Zurückhaltung bei neuen Erschliessungen, und das finde ich berechtigt.

Saluti, Zaza

Anna hat gesagt: RE: Hä?
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 09:41
>...also das stimmt nun mal überhaupt nicht. Es ist zu einem guten Teil "diesen Leuten" und ihren Vorgängern (i.e. den bösen Umweltschützern) zu verdanken, dass es in den letzten Jahren kaum mehr neue Erschliessungen von Skigebieten gegeben hat. Sonst wäre zB das Skigebiet am Rosenhorn wohl gebaut worden, der Tunnel aus dem Val Formazza nach Bosco Gurin ebenfalls und die Seilbahn aufs Matterhorn seinerzeit wohl auch.

Warum findet man nicht ein Wort über das auf ihrer Website? Ich habe lang gesucht und nicht gefunden. Hast du vielleicht einen Link, eine Seite auf ihrer Website über diese zwei Kampagne?

Merci
Anna

Zaza hat gesagt: RE: Hä?
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 19:11
Nun, wenn du *nur* auf Mountain Wilderness ansprichst, dann habe ich dich falsch verstanden, denn diese Organisation gibt es ja noch gar nicht so lange. Der Widerstand gegen neue Erschliessungen von Skigebieten kam stets von allerhand verschiedenen Umweltorganisationen, zum Teil auch sehr lokal.

Saluti, zaza

Anna hat gesagt: RE: Hä?
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 20:00
Ja, ich spreche *nur* auf Mountain Wilderness. Ich habe überhaupt nicht gegen anderen Umweltorganisationen! Das soll klar sein!

Es ist richtig dass Mountain Wilderness nur seit wenig existiert, aber sie ist sehr aktiv.
In den letzten Wählen war sein Logo auf den Plakaten für die Grünen-Kandidaten. Der Artikel dass wir hier diskutieren war in meiner Kletterhalle als Brochure zu Verfügung.

Ich versuche das Konzept von Wilderness zu verstanden und habe immer mehr die Eindruck dass es etwa falsche und gefährlich darin gibt.
Ich habe die Eindruck dass dieses Konzept ist gegen den Menschen, ins besonders die Menschen, die in den Bergen leben.
Diese Frage hat angefangen mit der Geschickte von der Val Grande, dass schon zusammen diskutiert haben. (und in other news, die Val Grande hat keine Markierung, aber grosse Probleme mit der Luftverschmutzung, die sehr hoch ist...)

Saluti, Anna

Zaza hat gesagt: PS
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 21:41
Vorhin kam im SF1 eine interessante Dokumentation über die Zukunft der Berglandwirtschaft. Da wurden als Möglichkeiten der zukünftigen Entwicklung eben das Val Grande oder dann die bestehende Berglandwirtschaft im Urnerland dargestellt. War sehr interessant, kann vermutlich irgendwo auf der Homepage von SF1 noch angeschaut werden.

PPS:
Im Val Grande gibt's eine beachtliche Anzahl an markierten Wegen...und daneben eben wildere Gebiete.

Saluti, Zaza

Anna hat gesagt: RE:PS
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 22:14
Salut,

ne regardant aucune télé, je me rende seulement maintenant compte qu'il y a une campagne active en ce moment. Ce qui explique certaines réactions.

Je n'ai pas trouvé la vidéo, mais l'article sur la SF1 ne parle pas non plus des cabines. Les coupables maintenant sont les pauvres agriculteurs .

Concernant de nouveau la wilderness, je trouve toujours plus qu'elle a rien a voir avec l'écologie. Il ne sert à rien de chasser les gens et ne pas marquer les sentiers, quand, comme en Val Grande, à très peu de km t'as une métropole (Milan) et ses usines, pas du tout écologiques.

Saluti, Anna


ABoehlen Pro hat gesagt: RE:PS
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 06:56
Ich denke, es geht auch nicht darum, die Leute zu verjagen und eine Wildnis zu erzwingen. Vielmehr sind einfach vielerorts im Berggebiet Entwicklungen in Gange, die letztendlich in einer Wildnis resultieren können, und da sehe ich persönlich nichts schlechtes darin.

Persönlich habe ich mehr Mühe mit der Einstellung, wie sie bei den porträtierten Urner Bergbauern herrscht. Mir kam es ein bisschen so vor, als versuche man dort quasi der Natur auch im unwegsamsten Gebiet noch etwas Nutzfläche abzuringen, obwohl die zunehmende Verbuschung zeigt, dass dieser Kampf letztlich nicht zu gewinnen ist. Und, sind wir ehrlich: Wer unter solchen Bedingungen landwirtet, ist jetzt schon auf auf eine Vollzeitstelle angewiesen, um überhaupt durchzukommen, das ist ja schon auf vielen Höfen so, die in weit weniger schwierigem Gelände liegen.

Der Mensch beansprucht immer mehr Lebensraum (in der Schweiz wird jede Sekunde ein Quadratmeter Boden überbaut - (http://www.ag.ch/umwelt-aargau/pdf/UAG_21_27.pdf)), da sollte man es doch zulassen dürfen, wenn sich die Natur hie und da etwas Kulturland zurückerobert.

Grüsse, Adrian

Anna hat gesagt: RE:PS
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 12:15
Lieber Adrian,

Ich bin nicht sicher dass ich alle was du geschrieben hast verstanden habe, aber ich denke:

- MW befördert eine falsche (und für die Stadteinwohner einfache und angenehme) Ökologie
- MW ist auf meiner Meinung eine extremistische Organisation
- Die Bauern haben Rechts (by the way, Bauern sind Selbständigen, haben keine Stelle)
- Die Menschen gehören zu der Natur, sind nicht der Krebs der Natur wie viele (zum Glück nicht alle) Naturschützer denken
- Die grösste Umweltprobleme sind im Unterland, in den Städten, nicht in den Alpendörfen
- Wenn MW so viel das Wild möchtet, ich stelle diese Lösung vor: ein Park Wilderness in Zürich und in Bern! Es wird sicher die Umwelt mehr helfen als ein Park in den Alpen, die schon niedrigbelastet sind

Voilà.
Saluti
Anna


Cirrus hat gesagt: RE:PS
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 12:55
Hoi Anna

Ich kenne Mountain Wilderness (MW) nicht gut, habe aber nicht den Eindruck die Organisation sei extremistisch.

Deine Argumentation verstehe ich auch nicht gut. Im Grunde sagst du, MW geht zu weit, wann sie sagt dass Routen nicht markiert werden sollen, weil dass die Bergbewohner economisch schadet. Ist das richtig?

Zusätzlich habe ich ein Problem mit die Aufverteilung zwischen "böse" Städte und das Land. Diese Aufverteilung macht wenig Sinn. In Städter leben viele Leute zusammen, und produzieren deshalb mehr Abfall und Abgasse. Wann man diese Abfälle pro Kopf rechnet, ist es fraglich ob Stadtbewohner mehr Abfall produzieren.

Die Aufverteilung zwischen Stadt und Land existiert grundsätzlich nicht mehr, weil die Leute in den Bergen stark abhängig sind von den Städten (Subventionen). Ob man es gerne hat oder nicht, wir leben in einer globalisierten Welt, und ohne die ekonomische Kraft von den Städter in der Schweiz, welche die Randregionen subventionieren, würde es viel weniger Leute geben, welche auf den Land wohnen würden/könnten.

Anna hat gesagt: RE:PS
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 13:53
Hoi Cirrus,

Ich bin gegen den Städten und seinen Einwohnern.

Ich finde dass MW investiert zu viele Energie für zweitrangige Probleme und vergisst die wichtige Umweltprobleme.

Ich glaube nicht dass die Landwirtschaft mehr Abfall als eine Fabrik produziert. (und um nicht Konfusionen zu machen, ich bin nicht gegen den Fabriken :-)

Ich glaube dass das Konzept der Wilderness falsch ist, at least hier in der Schweiz. Hier wohnen die Menschen seit vielen tausenden Jahren; dann es ist besser dass die Leute weiter leben in der Natur und in Harmonie mit der Natur.

Es gibt einen interessanten Artikel auf der Wikipedia über das Konzept der Wilderness.
Wilderness bedeutet "protection of nature from use".
Ein anderer Teil der Umweltschützern sind mit diesem Konzept nicht einverstanden und befördern einen "proper use of nature". Diese zweite Möglichkeit finde ich viel besser und sinnvoll und denke dass sie die richtige ökologische Strategie für unsere Regionen ist.

Deshalb, finde ich nicht gut die Idee von wilden Reserven mit in der Nähe Regionen sehr belastet.

Ich hoffe dass jetzt meine Meinung mehr klar ist.

Anna hat gesagt: upps
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 14:02
>Ich bin gegen den Städten und seinen Einwohnern.

Ich wollte sagen:
Ich bin NICHT gegen den Städten und seinen Einwohnern.

Das ist ein Signal dass ich soll jetzt vielleicht arbeiten, statt diskutieren :-)

Liebe Grüsse
Anna

Anna hat gesagt: Noch etwas über Subventionen und Globalisirung
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 18:19
1. Die Bauern nehmen die Subventionen, aber produzieren etwas, die Bio-Produkte! Die Bauern zu unterstützen ist investieren in unserer Gesundheit! Wie wenn man in Forschung, Medizin, Sport, usw investiert!

2. Globalisierung ist nicht ein Gesetz der Physik, es ist etwas dass die Leute entwickelt haben. Wenn ich nicht einverstanden bin, darf ich mich widersetzen. Es gibt Fälle wo sie gut ist und Fälle wo sie nicht gut ist: zB jetzt werde ich NICHT wegen der Globalisierung essen wie einen Amerikaner und arbeiten wie einen Chinese.

Tschüss
Anna

Cirrus hat gesagt: RE:Noch etwas über Subventionen und Globalisirung
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 18:27
Hallo Anna

Eine schwierige Frage. Ich finde es auch gut dass Bauern unterstützt werden, aber wahrscheinlich braucht es ein Gleichgewicht zwischen Unterstützung und das produzieren von Produkten welche noch einigermassen konkurenzfähig sind, z.B. lokale Spezialprodukten oder Qualitätsprodukten/Bioprodukten.

Gruss

Anna hat gesagt: RE:Noch etwas über Subventionen und Globalisirung
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 19:01
Hoi Cirrus,

hier in unseren Dörfern produzieren die Bauern nur Bioprodukten auf guter Qualität. Wir haben gutes Mehl, eine spezielle Bier (die wirklich viel Erfolg auf dem Markt gehabt hat), Biokäse, usw.
Noch mehr: die Landwirtschaft existiert hier seit mehr als 1500 Jahren
Und noch etwas: es gibt nicht nur die Bauern, aber auch viele anderen Berufen, die keine Subvention nehmen.

Viele Grüsse

Anna hat gesagt: RE:Noch etwas über Subventionen und Globalisirung
Gesendet am 26. Oktober 2007 um 20:43
Noch etwas:

Niemand fragt die theoretische Wissenschaft um rentabel zu sein. Die theoretische Wissenschaft ist 100% unterstützt weil sie nützlich ist.

Die Bio-Landwirtschaft ist auch nützlich und wichtig für die Gesundheit allen Bewohnern der Schweiz. Warum sollte sie auch konkurrenzfähig sein? Wenn sie konkurrenzfähig sein kann, es wäre toll, aber wenn nicht es wäre gut sie zu unterstützen.

Stani™ Pro hat gesagt: RE: Hä?
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 12:48
En attendant ce lien, je voudrais aussi exprimer mon point de vue égoïste :)

J'ai toujours habité dans différentes grandes villes (même une ville plus grande que la Suisse!) et maintenant depuis 3 ans j'habite ici à la montagne. Et je trouve que c'est ici que les gens vivent correctement. Même que pour moi ce n'est pas aussi facile que en vile, je résiste pour y rester.

Cela ne me gêne pas s'il y aura des nouveaux chemins marquées ici, ni s'il y aura quelques voies de grimpe, voir - oh l'horreur! - des via-ferrata. Mais, s'ils décident de construire un ski lift ou une piste dans notre village, je vais déménager ailleurs ASAP.

Maintenant regarde la position de MW: randonnée sans marquage, grimpe sur coinceurs, en gros la montagne pour les "profi". Ok, c'est cool tout ça, mais en absence de la cabine ça signifie aussi qu'il y aura 10 profi-touristes par année. Donc, tôt ou tard, les gens locales changeront d'avis et donneront leur accord pour construire une cabine.

Je trouve donc que le point sur les cabines/pistes manque au programme de MW, et sans ça c'est difficile pour moi d'être d'accord avec eux, car leur position est ambigüe. Je ai même posé la question quand ils ont écrit sur hikr pour l'action "Stop-heliski", pour laquelle on a mis un banner, mais pas reçu de réponse.

Ma position, c'est qu'il faut que les gens puissent vivre à la montagne sans la détruire. Pour ça il faut trouver les moyens de gagner l'argent sans nuire à l'environnement, par exemple promouvoir le tourisme pédestre avec ET sans les chemins marquées, mais sans la cabine. Un certain nombre de cabines c'est aussi ok, mais il doit être limité. Surtout, il faut pas oublier que toute wilderness dans un endroit qui est habité depuis plus de 2000 ans doit aussi inclure le grand singe intelligent "homo sapiens" :).


Voila.


PS: en plus, avec la technologie moderne (transport, communications, etc) il est devenu possible pour les gens comme nous d'habiter et travailler ici. Cela est magnifique, c'est ce genre de choses que j'aimerais voir défendu par les organisations politiques!

ABoehlen Pro hat gesagt:
Gesendet am 24. Oktober 2007 um 15:33
Bin grundsätzlich einverstanden. Man könnte es auch so formulieren, wie ich in einem SAC-Tourenführer über das östliche Tessin gelesen habe: 'Wilde und unwegsame Gebiete sollen denjenigen vorbehalten bleiben, die fähig sind, sich darin zu bewegen' (oder so ähnlich).

So gesehen bin ich auch nicht glücklich, wenn immer neue Wege markiert oder sogar neu angelegt werden.In welchem Ausmass dies aber tatsächlich der Fall ist, kann ich zuwenig beurteilen. In denjenigen Gebieten, die ich kenne, kann ich diese Entwicklung jedenfalls nicht feststellen.

In meinen Augen stellen Alpinwanderwege ohnehin weniger ein Problem dar, als die Klettersteige, da diese viel stärker vermarktet werden und insbesondere bei jüngeren Leuten "in" sind und teils grosse Heerscharen anziehen (ein entsprechender Bericht in der Tagesschau in diesem Sommer bestätigte diese Entwicklung). Dies ist insofern bedenklich, da sie in der Regel durch Zonen führen, die sonst für Menschen gar nicht erreichbar wären (ausser vielleicht für Profi-Kletterer) und deshalb ein grober Eingriff in die Natur bedeuten.

Dass durch die stetig steigende Bevölkerungszahl in unserem Land auch der Druck auf die letzten unerschlossenen Gebiete und auf die Natur im allgemeinen wächst, ist natürlich ein Fakt der nicht ausser Acht gelassen werden darf. Zumal Wandern und Bergsport heute eine wesentlich höhere Beliebtheit geniessen, als z.B. noch vor 20 Jahren. Diese Entwicklung muss also im Auge behalten werden.

Anna hat gesagt: RE:
Gesendet am 24. Oktober 2007 um 21:41
Was meinst du mit Profi-Kletterer?

ABoehlen Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 06:31
Ciao Anna

Da Klettersteige, so weit mir bekannt, in der Regel durch kompakte Felsmassive führen (z.B. Kandersteg - Allmenalp / Leiterebode - Gantrisch) heisst das, dass zuvor dort kaum je ein Mensch hinkam, ausser vielleicht eben wirklich gute Kletterer mit entsprechender Erfahrung und Ausrüstung. Das meine ich damit. Bin leider kein Alpinist und kenne mich daher mit den Fachbegriffen nicht so aus.

Liebe Gruess
Adrian

Anna hat gesagt: RE:
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 10:06
Danke für die Erklärung.

Aber für mich in dem Wort "Profi-Kletterer" steht das Wort "Professionel", also wer klettern für Beruf, wie zB ein Bergführer.
Das man Erfahrung und Ausrüstung für Klettern haben soll ist schon jetzt so!

ossi hat gesagt: Wegmarkierungen
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 06:16
Eine Ergänzung zu den Markierungen: Meine Wandererfahrung zeigt eher, dass weniger markiert wird als früher. Gerade im Alpstein sind früher viele Wege markiert worden, die jetzt gar nicht mehr im offiziellen Netz aufgeführt werden. Ein Kletterkumpel hat mir diese Entwicklung bestätigt: Er war vor wenigen Jahren zuständig für die Konzeption von solchen "offiziellen" Routen. Der Trend ging dabei in Richtung Ausdünnung des Netzes.Routen

Anna hat gesagt: RE:Wegmarkierungen
Gesendet am 25. Oktober 2007 um 10:15
Ich weiss nicht wie ist in Zentralschweiz, aber hier in Engadin gibt ziemlich wenig Markierung (bei uns gibt kein weiss-blauweissen Weg).
Seit ein Paar Jahre gibt auch Markierung die gelöscht wurde. Ich finde das ist nicht gut für die Region und profitiert nur die Seilbahnen.
Die einfache Routen sollen markiert sein. Es gibt auch die Anfängern, die von etwas anfangen sollen!
Sonst, wo macht man die Erfahrung?

Alpin_Rise hat gesagt: Lebhafte Diskussion...
Gesendet am 30. Oktober 2007 um 13:40
... in der Community!

Zum Thema der Wegmarkierungen: Unumstritten ist für mich die Markierung oft begangener, populärer Routen in erschlossenen Gebieten. Sie tragen zur Besucherlenkung- und Kanalisierung bei und sind ein Bedürfnis bei einem Grossteil der Berggänger. Ob man mit der Anzahl momentan markierter Pfade zufrieden ist, ist Einstellungssache - ich pflichte in dem Thema am ehesten Marco Volken bei. Auch bei Remo Kundert stimme ich zu. Wieso braucht ein blau-weisser Weg viele Sicherungen und ein breites Trassée? Ummarkierungen von Rot-Weiss zu blau-weiss (ist mir in letzter Zeit oft begegnet) sind da weniger problematisch.
Die Tendenz zur Konzentration wie z.B. im Alpstein - da findet man abseits der Massenpfade immer wieder alte, verblassende Markierungen - finde ich gut. Eine gut markierte Hauptverbindung ist besser als drei halbtaugliche Varianten.

Problematisch wirds bei neu zu markierenden (oder eben nicht) Routen: Ich bin dafür, dass es Gebiete gibt, in denen bewusst nicht markiert wird. Es wäre schade, wenn z.b. eine Goldlochroute oder ein Schafweg/Rotgrätli am Mythen markiert würde, es ginge wohl einiges an Reiz und Abenteuercharakter für die wenigen Begeher verloren?

Zu MW: Meiner Meinung nach ist die Organisation keinesfalls extremistisch. Sie bezieht ganz klar Stellung zu Themen, in denen die grossen Bergsportorganisationen wie z.B. der SAC keie klare Positionen haben (Klettersteige, Plaisir-Klettern, Hüttenkonfort, etc...). Sie konzentriert sich auf die nicht erschlossenen, wilden und dennoch bedrohten Gebiete und vertritt die Interessen der "anderen" Touristen. Ob in einem (schon verschandelten) Skigebiet eine neue Bahn gebaut wird oder nicht, gehört nicht zum Kernthema; eine kleine Organisation wie MW kann auch nicht an allen Fronten kämpfen. Der Massentourismus hat eine sehr starke Lobby, da steckt auch viel finanzielles Interesse dahinter. Unrentable, wilde Natur hat sehr wenige Fürsprecher, auch in der Politik ist sie untervertreten.
Insgesamt finde ich die meisten Projekte vom MW und die Diskussion der angeschnittenen Prolbeme sehr dringend.

Zur "Wildnis": ein sehr grosses Thema. Meiner Meinung nach geht es nicht um die Frage, ob Städter oder Bergler umweltverträglicher leben.
Vielmehr geht es darum, ob und wie man in Zukunft in den Alpen leben kann. Will unsere Gesellschaft sich eine lebendige, alpine Kulturlandschaft leisten? Oder wachsen aus der Nutzungsaufgabe nicht neue Chancen für "wilde", naturbelassene Gebiete? Wenn es nur um die monetäre Rentabilität ginge, müssten die meisten Talsschaften entvölkert werden.
Ich persönlich denke, dass es einen Mittelweg zwischen Bewirtschaftung und Nutzungsaufgabe gibt. Dies kann z.B. mit einer bewussten Zonierung (Diskussion neue National- bzw. Naturpärke) und einer innovativen, selbstbewussten Bergbevölkerung erreicht werden.

Das wäre doch ein Thema für einen neuen Tread?

K_Mar hat gesagt: Wegmarkierungen
Gesendet am 22. Juni 2008 um 12:41
Meine Erfahrung zeigt, daß Markierungen sehr gut unerfahrene Massen kanalisieren und das ist gut so. Bedenklich ist jedoch, daß gerade diese kanalisierten Massen im Wegumfeld diese Wege gerne durch Abkürzungsgehen so zertreten, das ein effektives, schnelles Höhengewinnen, wie auf dem ursprünglichen Weg, erschwert wird. (Negatives Bespiel: Geißpfad). Umgekehrt halte ich auch schlecht markiete und auch garnicht markierte T2/3 Routen für sinnvoll, um nicht alles den Massen zu opfern (Brudelhorn-Lengtal ; Dreieren -alte Militärhütte (Furka) T2+ mit besserem Ausblick als Gemsstock). Eine schlechte oder gar keine Markierung reicht schon um die Massen draußen zu halten, denn das Ziel der Ökofundamentalisten sich ausschließlich auf markierten Wegen aufhalten zu dürfen sollte auch verhindert werden.
Gruß Klaus


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