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Illimani


Published by mannvetter , 28 November 2015, 17h07.

Region: World » Bolivien » Cordillera Real
Date of the hike:24 June 2015
Mountaineering grading: AD-
Waypoints:
Geo-Tags: BOL 
Time: 4:00
Height gain: 900 m 2952 ft.
Height loss: 900 m 2952 ft.

Es gibt natürlich wahnsinnig viele Touranbieter in La Paz, vor allem in der Calle Sagarnaga, bei denen man schnell und unbürokratisch die Standard-4-Tages-Tour auf den Illimani buchen kann. Aber ich war alleine, wollte kein Risiko von wegen Wartezeit eingehen, und hatte daher schon von Deutschland aus einen Touroperator gebucht. Im Nachhinein weiß ich: es hätte auch spontaner geklappt, wäre auch billiger gewesen. Ist man erst mal vor Ort, wollen die Operator unbedingt, dass man nicht weiter zum nächsten Büro nebenan geht, und bieten recht günstige Preise an. Während man den Huayna Potosi durchaus auch ganz auf eigene Faust erreichen könnte (man braucht halt ein Taxi und so viel Spanisch-Kenntnisse, dass man ein Lager und Verpflegung auf der Hütte bekommt), ist der Illimani schwieriger ohne einen Touroperator zu erreichen. Er sieht so nah aus von La Paz - aber die Fahrt mit dem Allradwagen dauert dennoch 4 Stunden!
Gut, ich war also alleine, hatte William, meinen 30-jährigen Guide, der ein wenig Englisch sprach, Valerio, meinen 40-jährigen Koch, und ich selbst hatte schon die 50 erreicht. Mit dem Taxi nach Pinaya auf 3900m. Dort orderten die beiden ein Muli, ich durfte meine Plastikboots abgeben, so dass ich wirklich nur mein persönliches Hab und Gut trug, das war durchaus bequem. In zwei Stunden locker bis zum Basecamp - eines der traumhaftesten Plätze. Eine Lama-Weide mit mäanderndem Bachlauf vor der Gletscherkulisse des Illimani! Hier ein Cocatee und Kekse, viel Zeit, ein toller Sonnenuntergang...
Am nächsten Tag dann in 4-5 Stunden hinauf zum Nido de Condores, dem "Nest des Kondors". Und tatsächlich begrüsste uns auch ein Condor dort oben. Außer uns war noch eine weitere Partei hier oben, die vier Zelte passten mit Ach und Krach auf den schmalen Felssporn, bevor es dann unweigerlich in den Schnee gehen würde.

Schon nach Eins gingen die Kocher an. Tee und Gebäck. Um 2.30 Uhr gings dann los, gleich auf Gletscher. Eigentlich war es ja ein bequemer Anstieg: gleichmäßig steil, man kam gut in den Rhythmus. Aber immer ein wenig zu steil. William machte einige Pausen, die ich auch brauchte, hatte auch heißen Tee dabei.
Ich wurde langsamer, ließ die anderen vor, die immer noch Kraft hatten zu reden und zu albern, während es mir zwar gut ging, ich aber zu nichts Kraft hatte. Der Berg war halt doch noch ein Stück höher als der Huayna Potosi. Ich hatte ja gelesen, dass dieser Berg deutlich schwieriger sei, dem war aber gar nicht so. Nirgendwo musste man richtig zupacken. Schließlich kamen wir zur Gratschneide, die immer flacher wurde, dann waren wir oben.
6.30 Uhr, vier Stunden hatten wir gebraucht. Es dämmerte, alle jubelten, William rief wie ein Lobo. Hände nach oben recken und fotografieren, ich machte bei allem mit. Wieder phantastische Aussicht, weit weg auch Sajama und die Zwillingsvulkane zu sehen!
Bei schönstem Licht stiegen wir ab, in den Schatten, machten alle eine gemeinsame Pause, die anderen blieben dann zurück.
Um 8.30 kamen wir beim Camp an, Valerio machte heißes Wasser, ich trank endlich Kaffee, keinen Cocatee mehr! Und Marmeladenbrötchen. Ich legte mich kurz hin. Die anderen machten bei einem Eisfall herum, schließlich flog der Brite mit dem Gleitschirm los, das war beeindruckend.
Wir packten zusammen, um 10.30 Uhr stiegen wir ab. Zunächst vorsichtig, später ordentlich schnell. Wir würden bestimmt bis zum Ort kommen, hoffentlich konnte man den Fahrer dann vorbestellen. Eine Colapause auf einer Moräne, dann bis zum Basecamp. Dort gab es nur eine Banane, ich döste etwas im Gras. Und weiter abgestiegen, um 15 Uhr waren wir dann schon im Ort. Etwas seitlich bauten wir neben der Kirche die Zelte auf, ich stromerte herum. Ging nochmal zu den anderen, die den Gipfelsieg mit Bier begossen

Hike partners: mannvetter


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Comments (2)


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nprace says:
Sent 30 November 2015, 10h14
Wow! Gratuliere zu 3 x 6000+. Super Fotos und sehr beeindruckende Umgebung! Macht Lust auf ein solches Abenteuer. Scheint auch eine ziemlich einsame Sache zu sein?
Gruss
N

mannvetter says: RE:
Sent 30 November 2015, 19h15
Ja, ich war überrascht, wie wenig los war. Die Hauptsaison scheint erst im Juli zu beginnen. So war ich auf zwei 6000ern ganz alleine oben (mit Bergführer).


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