iNeverSolo


Published by Stijn, 16 May 2016, 22h59. This page has been displayed 2538 times.

"Bei Solo-Touren sollst du immer jemandem sagen wo du hingehst," so heisst es doch immer. Aber machen wir das auch? Ich bisher nicht immer, muss ich zugeben. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Ich bin Alleinwohnend, meine Familie ist im Ausland, es ist nicht so klar wem ich bei einer spontane Tour Bescheid geben soll. Dazu möchte ich meinen Verwandten und Kollegen ja nicht beunruhigen mit "Informationen für den Notfall" wenn ja noch gar nichts passiert ist.
 
Deshalb bin ich schon länger auf der Suche nach einer Website oder App welche meine Kontaktpersonen automatisch warnt wenn ich mich nicht rechtzeitig zurückmelde von einer Tour. Fast alle gängige "personal safety apps" setzen aber voll auf GPS und Datenverbindung am Handy, Genau was man in den Bergen nicht hat, oder lieber deaktiviert um Akku zu sparen.
 
Jetzt bin ich aber endlich fündig geworden. https://www.ineversolo.com/ ist die Website. Man kann einen "Plan" mit gewisse Infos (Routebeschriebung usw.) und eine Ablaufzeit definieren, Wenn du dich nicht zurückmeldest bis an der Ablaufzeit, schickt iNeverSolo dir zuerst noch eine Erinnerung, danach werden deine Kontaktpersonen gewarnt per SMS und Email. Im diesem Email stehen die Infos von deinem Plan, und wird gebeten nochmals zu versuchen dich zu erreichen und, wenn das nicht klappt, die Rettung zu alarmieren.
 
Apps für iPhone und Android gibt es auch, aber wenigstens der Android App ist noch eine grosse Baustelle. Die iNeverSolo Website hat auch noch einige kleine Defekte, aber die Grundfunktionalität läuft gut. Das Interface ist leider nur auf English, aber die SMS-dienst funktioniert weltweit, auch z.B. mit Schweizer Natel-Nummer (ich habe schon mehrere tests gemacht). Und das ganze ist gratis :). Ich habe den Besitzer von iNeverSolo schon mal kontaktiert mit meinem Feedback, und er hat mir versichert dass das Projekt noch immer unterhalten wird, zwar mit beschränkte Geldmittel.
 
(https://www.hikeralert.com/ scheint eine ähnliche Website zu sein, aber da traf ich schon auf technische Probleme bei der Registrierung, und ich hatte bisher keine Antwort auf meine Kontaktaufnahme...)
 
Ich hoffe, diese Diest interessiert noch einige weitere Alleingänger hier auf Hikr. Sonst bin ich auf gespannt auf eure Meinungen zum Thema. Was würde bei euch passieren wenn ihr nicht zurückkehrt von einer Solo-Tour? Kennt ihr noch ähnliche Angebote wie iNeverSolo oder habt ihr sonst noch Tipps?



Comments (16)


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herbert45 says:
Sent 16 May 2016, 23h26
"Was würde bei euch passieren wenn ihr nicht zurückkehrt von einer Solo-Tour?"

Ich denke bis man mein Auto findet hätten die Geier, Füchse und Wölfe meine Reste schon halb aufgefressen.

Eigentlich finde ich den Gedanken ganz angenehm, dass mein von Geiern abgenagtes Gerippe in der Sonne bleicht und in 10, 20 Jahren mal eine perfektes Fotomotiv in der Bergidylle abgibt.

Eigentlich sollte man auch immer jemandem bescheid sagen, wenn und wo man alleine Einkaufen, Spazieren oder ins Kino geht, es kann ja auch sein dass man da überfallen und halb totgeschlagen wird, oder entführt und als Organspender verkauft, etc.

Chrichen Pro says:
Sent 17 May 2016, 08h04
Das scheint mir eine sehr gute Idee zu sein. Mit den stark technik-abhängigen Notfall Apps (GPS, Handynetz, Akku, noch funktionierendes Handy usw.) kann ich auch nicht so viel anfangen.

Auf durchaus berechtigtes Drängen meiner Frau informiere ich sie immer recht genau wo ich hingehe. Meistens sende ich ihr während der Anreise im Zug eine kurze Nachricht mit den wichtigsten Wegpunkten der geplanten Route. Eventuelle Optionen und Varianten füge ich ebenfalls bei. Dabei kann ich die Route nochmals auf der Karte in aller Ruhe durchgehen.

Auf Tour schreibe ich dann sogar manchmal, wo ich gerade bin, oder schicke ein Foto (z.B. auf dem Gipfel), je nach Lust und Laune. Meine Frau weiss, dass es nicht überall Handyempfang gibt und dass ich mich auch mal erst wieder auf dem Heimweg melde.

Alles in allem hoffe ich, dass dadurch im Notfall - der hoffentlich nie eintreffen wird - der Aufwand für eine Suche minimal gehalten werden kann. Das ist sicherlich für alle Parteien von Vorteil. Es macht durchaus Spass ein wenig "in Kontakt zu bleiben", wobei es auch nicht gerade zum Zwang werden soll. Natürlich kann man das Handy voll und ganz vom Berg verbannen für ein noch intensiveres Naturerlebnis, aber so eng sehe ich das eigentlich nicht.

Sent 17 May 2016, 08h12
Bei Solotouren plane ich eigentlich immer eine Route und lass die wichtigsten Infos und Kartenausschnitt per Kurznachricht an Familienmitglieder zukommen. Unterwegs 2 bis 3 SMS über Zwischenstand oder bei Routenänderungen und bei Zielankunft beim Auto oder ÖV-Station. Mit diesem "Zusatzaufwand" kann ich gut leben ...und vielleicht innert 24h auf Rettung hoffen, falls ich mit gebrochenem Bein und Hirnerschütterung irgendwo auf einem Felsvorsprung oder an einer Geröllhalde liege. Wenn's was Schlimmeres ist, dann kommt Hilfe wohl eh zu spät. Aber es lauern ja auch sonst im Leben überall (Todes-)Gefahren, wie herbert45 weiter oben etwas provokant beschreibt...

herbert45 says:
Sent 17 May 2016, 16h33
Auf jeden Fall keinen Unfall leichtfertig zu verschulden. Das ist weit mehr als die halbe Miete.

Das nächste ist das was du sagst, wenn man heftig fällt, nützt das alles nicht mehr.

Jedoch ist es dann immer noch besser wenn die Verwandten schnell bescheid wissen, als wenn man noch 10 Tage gesucht werden muss.

Also wenn jemand bescheid weiß, ist auf jeden Fall vernünftig. Ich glaub aber nicht dran, mir sind andere Sachen viel wichtiger, Planung, Obacht.

Stijn says: RE:
Sent 17 May 2016, 23h36
Ich finde auch dass man eine Tour (vor allem eine Solo-Tour) am besten plant ohne sich auf irgendwelche Rettungsmöglichkeit zu verlassen.

Es geht aber nicht nur um die eigene Rettung, aber auch darum dass man eine endlose Suchaktion und Unsicherheit bei Verwandten vermeiden kann. Da bin ich ganz mit euch einverstanden.

Gherard Pro says:
Sent 17 May 2016, 22h36
Vielen Dank für den Hinweis auf diese Website. Eine prima Idee!

Aber könnte man es nicht noch einfacher machen: Die Information über die Pläne und die Zeitplanung meiner Kontaktperson ohne Vermittlung einer Website geben bzw. schicken. Wo liegt der Nutzen, da noch jemanden dazwischenzuschalten?

Ich mach es mir allerdings noch deutlich schwerer, in dem ich SpotMe nutze. Das Gerät ermittelt die Position und verschickt sie mit einem vorformulierten Kurztext über eine Satelliten-Telefon-Funktion. Bietet mehr Möglichkeiten (mehr Sicherheit), ist allerdings nicht kostenlos.

Stijn says: RE:
Sent 17 May 2016, 23h24
Hoi Gherard,
Ich sehe schon ein klarer Vorteil wenn die Kontaktpersonen erst kontaktiert werden wenn auch wirklich etwas nicht stimmt: weniger Sorgen und weniger Aufwand für diese Kontaktpersonen, und eine grossere Chance dass sie im seltenen Notfall auch wirklich schnell reagieren.
LG,
Stijn

Gherard Pro says: RE:
Sent 18 May 2016, 15h00
Hallo Stijn,
und wie funktioniert das mit der SMS? Wird die von den USA gesendet? Was kostet dann eine (sehr seltene!) SMS?
Schöne Grüße von Gherard

Stijn says: RE:
Sent 18 May 2016, 21h35
Die SMS komt von eine Amerikanische Nummer, aber das Empfangen kostet normal ja nichts.

Ich vermute das iNeverSolo dafür einen Dienst wie Twilio nützt, und da einen kleinen Betrag per SMS zahlt. Wahrscheinlich sind diese Kosten aber klein genug, dass iNeverSolo diese mit Einnahmen von Werbung auf der Website bezahlen kann.

Gherard Pro says: RE:
Sent 19 May 2016, 18h36
Inzwischen habe ich iNeverSolo ebenfalls getestet. Es funktioniert sehr gut und schnell. Mit einem Prepaid-Mobiltelefon als Kontaktempfänger auch kostenfrei! Der klare Vorteil - wie du schon geschrieben hast - ist sicher, dass die Kontaktpersonen nur bei einem - hoffentlich sehr seltenen - Ernstfall mit SMS und Email bedacht werden und dann auch nocheinmal erinnert werden.

iuturna says:
Sent 8 January 2017, 20h36
Ich habe mir die App Locus heruntergeladen und schicke einem Familienmitglied einen screenshot, wenn ich spontan auf Trampelpfade gehe. Das funktioniert per GPS und braucht nur dann sehr viel Akku, wenn man die Route aufzeichnet. Sonst nicht. Aber vor der Tour eine Nachricht schicken oder mündlich sagen, wo man hingeht, finde ich schon sinnvoll. Schliesslich kann einem das Handy ja den Berg runter fallen.

sniks says:
Sent 8 January 2017, 22h08
Finde ich super, dass es so eine Seite gibt. Kann sie zwar momentan nicht öffnen.

Ich bin zwar selten alleine unterwegs. Aber je nach dem wo und wie ich (alleine oder mehrere) dann unterwegs bin, drucke ich immer noch eine Karte mehr aus. Dort zeichne ich den Weg und den Aufenthaltsort ein. Beim Weg gebe ich an ob ich per öv, Auto oder zu Fuss unterwegs bin. Auch ein allfälliger PP zeichne ich ein. Diese Karte lege ich dann zu Hause auf den Tisch.
Wenn ich mit dem Auto gehe hinterlege ich auch dort eine Karte. Am besten mit dem Datum/Zeit wo man zurück sein will. Falls dann das Auto auffällt oder jmd reinschaut sieht man dann die Karte.
Das Handy mit Ortung und Rega App habe ich immer in Reichweite. Aber ob alleine oder auch zu zweit, es gibt im Leben nur eine Garantie, und die liegt 2 Meter unter der Erde. Denn wie oben schon erwähnt, passieren kann immer etwas.

pame says:
Sent 14 January 2017, 09h43
Im Prinzip nicht schlecht, aber im Endeffekt würde ich das alles doch nicht machen (aus den oben genannten Gründen). Ausserdem gibt's noch ein grosses Gegenargument: Wenn man jemandem vorher Bescheid sagt, und sinnvollerweise eine Route nennt, ist man natürlich festgelegt. Ich habe schon oft - gerade ausserhalb der Alpen, wo viel weniger Leute unterwegs sind - meine Route unterwegs geändert.


Nyn says:
Sent 31 October 2019, 18h45
Was würde passieren wenn ich nicht zurückkehre von einer Solo-Tour?

Darüber habe ich mir früher kaum Gedanken gemacht. Auch jetzt habe ich niemanden, der finanziell von mir abhängig wäre.
Warum also z.B. die Eltern informieren, was ich so treibe?

Ist die Gefährdung bei Solotouren in den Bergen größer als beim Autofahren (ist das ein blödes Beispiel?) oder in einer fremden Großstadt? Ich denke Nein!
Ich bin deshalb jedesmal froh, wenn ich wieder daheim bin und die überaus größere Anzahl an gefährlichen Situationen erleb(t)e ich im Straßenverkehr, also unterwegs mit Fahrzeugen vom/zum Berg, nicht am Berg selbst.

Ich pflege die Schwierigkeit und damit das Risko bei Solotouren so zu halten, dass ich dem gewachsen bin und habe - finde ich - nicht nur mir gegenüber eine gewisse Verantwortung zu tragen: Mich nicht zu überschätzen, bei realistischer Einschätzung zu hoher objektiver Gefahren vor Ort ggf halt auch umzudrehen! Wenn ich weiß, was ich kann und dem treu bleibe, dann brauche ich keine Angst zu haben (und andere auch nicht um mich), kann mich am Berg voll auf das Hier und jetzt konzentrieren und meine volle physische wie psychische Leistung bringen und dabei Spaß haben!

Eine Garantie, daß ich keine Fehler mache, gab es nie und gibt es nie, auch nicht in Zeiten mit GPS, Inet, Handy usw. Ich bin auch früher "ohne das" bergsteigen gegangen und habe soliert. Sicher ist das Bedürfnis nach einer Rückversicherung abolut legitim. Wenn man wie ich auch öfters solo geht, fällt der verlässlichste, der langjährige Bergpartner dafür ja aus. Wenn die Selbstwahrnehmung stimmt und ich objektiv bekannt gefährliche Touren oder übelst schlechtes Wetter von vorneherein meide, dann minimiere ich das Risiko. Ausschließen kann ich es nie. Damit muss ich klarkommen, wälze aber auch die Verantwortung für mich auf keinen Anderen oder irgendeine Technik ab - so gesehen steh ich Notrufsystemen eher zwiespältig gegenüber. Wenn es die aber nun gar nicht gäbe (Stichwort Rega oder Air Zermatt), nun, dann wäre die Zahl der Bergtoten vermutlich deutlich höher (?) - oder auch nicht, weil dann weniger Leute das dann überhaupt probieren würden, die dort eigentlich nix zu suchen haben?
...und ich vielleicht nie auf einem 4000er gestanden? (wobei ich alle meine ca 30 führerlos=ohne Bergführer -aber keinen davon solo gegangen bin)

Es machen sich bei mir manche der wenigen Kontaktpersonen, die ich ggf. (nicht immer) vorher informiere, was ich so an Touren vorhabe, durchaus mehr Sorgen über mich, wenn Sie wissen, was ich vorhabe - als wenn sie es nicht wüssten. Ein Dilemma?...ja, manchmal. Wenn ich sagen würde, das und jenes, was ich so vorhabe, sei nicht gefährlich - dann wäre das gelogen. (Denn Solo Bergtouren sind es defintiv!)

Deshalb heisst es für mich: Sogfältig planen, mich und mein Niveau gut kennen und ggf. umdrehen können!
Was hilft es mir , ein "guter" Bergsteiger zu sein, wenn ich dabei nicht mehr alt (genug) werde?

Nic says:
Sent 1 November 2019, 14h04
Ich denke, dass es keinen Unterschied macht, ob ich solo oder mit einem Partner unterwegs bin. Am Ende wird er mich nicht rauf oder runtertragen. Entweder ich handele eigenverantwortlich und kann mich selbst und die Situation einschätzen, oder nicht. Meine Bergpartner haben meist eine deutlich höhere Grenze als ich. Es kommt durchaus vor, dass ich an einer Stelle zögere, an der sie keinerlei Probleme haben. Sowohl technisch als auch psychisch. Von dem her geh ich auch gerne alleine. Desweiteren interessieren sich nicht viele Leute für meine Tourenziele oder Routen. Und da die meisten meiner Bekannten mit Bergen wenig am Hut haben, nützt es auch nicht viel ihnen zu sagen was ich vorhabe. Vor allem entscheide ich auch oft spontan

sniks says: Wo ist die Website?
Sent 1 November 2019, 21h56
Jetzt wo das Thema wieder aufgegriffen ist, wollte ich mir das erneut ansehen, aber: ich komme einfach nicht auf diese Website! Auch nicht, wenn ich den Link anklicke oder google.
Weshalb geht das nicht? Diese Seite müsste es doch geben??


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