Hintere Grinbergspitze (Kristallner) 2884m, einsames Ziel in den Tuxer


Publiziert von kardirk , 11. September 2015 um 13:47.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Zillertaler Alpen
Tour Datum:10 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:14 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Ins Zillertal bis Mayrhofen, Finkenberg, Richtung Tux. Bei Einmündung des Elsbach zwei kleine Parkbuchten an der Strasse.

Eine äußerst einsames Ziel. Obwohl der Höchste der drei Grinbergspitzen gibt es im Netz keine Infos, ausser, dass der Übergang von der Mittleren ein IIIer sein soll. Auf Fotos und bei Google Earth fand ich dann aber die W-Flanke für durchaus Versuchswert und startete nun diesen Ansteig, der auch im AVF nicht beschrieben ist, dort soll man durch die N-Flanke ansteigen (Vorderes Elskar), als IIer eingestuft.

Anstieg von der Tuxer-Strasse über den ungemein schönen, aber steilen Steig  am Elsbach entlang zur Elsalm. 2:30 steht am Schild unten, ein wenig großzügig, obwohl ich nicht schnell war, brauchte ich 1:40h für die rund 800hm. T2.

Schönes Almgelände mit sehr knuffigen hornbelassenen Rindviechern.

Über Viehsteige in schönem gestuften Gelände bequem hinauf zum Eingang des Hinteren Elskares. T3, 35min.

Weiter linkshaltend über steilere Gras und Blockhänge hinauf zu dem mächten Blockfeld, das den gesamten Karhintergrund anfüllt. T3, 1:30h

Damit ist Schluss mit Lustig, Diese auch als  "Blockgletscher" bezeichnete Landschaftsformation wird sicherlich nicht mehr mein Lieblingsgelände werden. In unendlicher "Kleinarbeit" galt es nun über die Blöcke zu kraxeln. Erschwerend kam nun noch die geringe Neuschneeauflage hinzu, die Griffe Tritte Platten und die unvermeidlichen Löcher  bedeckte. So ging es unendlich langsam und mühsam Richtung Elsscharte. Gut 1:40h für gerademal 180 hm und ca. 1km Wegstrecke. An der Rändern sahs auch nicht besser aus. Am besten dürfte es wohl im Fühsommer gehen, wenn der Altschnee noch alles bedeckt, oder gleich als Skitour bei entsprechenden Verhältnissen. T4

Ich erreichte schließlich doch noch die schwach ausgeprägte Rippe, hinter der die anvisierte Flanke sich befindet. Ein erster Versuch vor der Rippe, bzw über sie hinauf zu kommen scheiterte am Schnee, der das durchaus machbare IIer Gelände bedeckte. Kostete mich 30min zusätzlich, dann querte ich absteigend in die W-Flanke und fand das erhoffte leichte plattige Grasschroffengelände, das ich nun an eine flachen Rinne gerade hinauf erklomm. Nahezu Schneefrei, etwas brüchig, durchaus nicht trivial, dazu steil und abschüssig, Stellen I.
Man kommt knapp unterhalb des Gipfels am Grat hinaus, der leicht ist, mit der Schneeauflage aber Vorsicht erforderte. 1h  v.E., T4+, Stellen I.
Gesamt  7h

Bis hier hatte das Wetter noch einigermassen gehalten, jetzt begann es sich einzutrüben und erster  Schneegriesel setzte ein. Daher nur kurze Pause und vorsichtiger Abstieg über die Aufstiegsroute: knapp 55min bis zum Kar, das Gelände stellte sich doch als steiler heraus, als ich es im Aufstieg wahrgenommen hatte.
Dann mühsam das Blockfeld hinunter, wobei ich mich jetzt mehr an die Hänge rechts im Sinne des Abstieges hielt, ging aber auch nicht viel besser, rutschiges Geröll, wenigstens gabs bald dann keinen Schnee mehr.
Am Karausgang zog von Westen her schon eine dunkle Wetterwand heran und ein erster Donner war zu vernehmen, als ich schon fast am Almboden war krachte es dann direkt über mir und der "Turbo" wurde eingeschaltet. Wenn es etwas gibt, wovor ich wirklich  Angst habe im Gebirge, dann ist es ein Gewitter.
Bei den Almhütten wartete ich dann den kleinen Regenschauer ab. Die nächsten Donner waren dann aber schon jenseits des Kammes, zudem alles reine Wolkenblitze wie ich am Charakter der lang anhaltenden rollenden Donner erkennen konnte, ich konnte mich etwas entspannen.
Abstieg Gipfel-Elsalm , mit Turbo -:)  - 2:50h
Gegenüber saßen an der Jagdhütte 3 Jäger, von denen ich schon beim Abstieg einen einzelnen Schuss gehört hatte. Da es nun stärker regnete brachen sie anscheinend Ihren Ausflug ab und stiegen in Ihre SOV's, und fuhren davon. Hätten mich ruhig fragen können, wäre schon mitgefahren.
So gings in knapp 1:10h flott über den steilen Steig in leichtem Regen, sowie einem zweiten Gewitter am Rastkogel gegenüber hinab zum Auto.

Fazit:
Auch landschaftlich eigentlich nicht allzu schwere  tolle Tour, die nur durch das mühsame Gelände des langen Blockfeldes getrübt wird.
Absolut einsamer Gipfel, kein Kreuz, kein Buch, nur ein windiges Steinmännchen, wird wohl sehr selten bestiegen. Etwas für Einsamkeitsliebhaber.



Tourengänger: kardirk


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