Normalweg auf den Prisojnik


Publiziert von GOM , 30. August 2015 um 07:41.

Region: Welt » Slowenien » Julische Alpen » Razor/Prisojnik
Tour Datum:27 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Klettersteig Schwierigkeit: WS
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Kranjska Gora über den Vršič-Pass zum Tičarjev Dom (1611m)
Unterkunftmöglichkeiten:Tičarjev Dom (1611m)

Der Prisojnik (oder auch: Prisank) zählt zu den höchsten und beliebtesten Gipfeln der Julischen Alpen. Bekannt ist er vor allem wegen großer natürlicher Felsenfenster und wegen einer Felsformation, die aussieht wie das Gesicht eines Mädchens (genannt Ajdovska deklica - Heidenmädchen. Dies ist die Sage dazu.) Außerdem erreicht man mit dem Auto über den Vršič-Pass die Hütte Tičarjev Dom auf 1611m. Daher ist der Zustieg zu diesem und zur gegenüberliegenden Mala Mojstrovka eher kurz, während viele andere Hauptgipfel der Julischen Alpen mit acht bis zehn Stunden Gehzeit eher sehr große Kondition erfordern. Schlussendlich bietet der Berg viele verschiedene Zustiegsmöglichkeiten: durch die Nordwand geht der wilde und schwere Hanza-Steig (Hanzova pot), durch die Westwand der anspruchsvolle Kopiščar-Weg (Kopiščareva pot). Auf der Südseite befinden sich mehrere Wanderwege, die hier nun beschrieben werden.

Man folgt der Forststraße an der Hütte vorbei für eine gute viertel Stunde. Dann erreicht man ein paar Ruinen militärischer Anlagen und sieht vor sich in der Wand auch schon das bekannte Felsengesicht. Eine Hinweistafel klärt nochmals zur Geschichte auf. Bei der Tafel folgt (ausgeschildert) ein schmaler Pfad bergab zu dem Kopiščar-Weg, für den Normalweg folgt man aber dem Pfad nach rechts. Er zieht sich über eine kleine Anhöhe namens Sovna Glava (Eulenkopf). Oben angekommen sieht man in den Hängen erneute Wege. Nach dem kleinen Abstieg teilt sich der Weg erneut, ein großer Stein weist den Weg. Nach links führt der Weg noch einmal zum Kopiščar-Weg, der Normalweg führt nach rechts weiter und quert ein großes Geröllfeld. Auf ca. 1870 Hm erreicht man den Sattel Gladki Rob (Die glatte Kante). Danach steigt der Weg anfangs leicht, später steil an durch lichte Latschenwälder. Hier kommen schon ein oder zwei Stellen, wo man die Hände zur Hilfe nehmen kann, eine kurze Passage ist durchaus abschlüssig. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier schon ratsam.

Der Weg führt nun einfach über Wiesen weiter nach oben, quert einen Hang und schwingt sich im Felsgelände nach oben, bis man dann auf ca. 2300 Hm plötzlich ins Felsenfenster (Prednje Prisojnikova Okno - Vorderes Prisojnik-Fenster) hinabblickt. Es ist ca. 80 m hoch und 40 m breit. An dieser Stelle triffen der Normalweg und der Kopiščar-Weg zusammen. Bis hierhin braucht man etwa zwei Stunden.

Anschließend wird der Weg deutlich anspruchsvoller. Sogleich geht es nach rechts über einen Felsen, anschließend folgen immer wieder ausgesetzte Stellen, Gratpassagen und kurze Kletterstellen, die meist mit Drahtseil und Stiften gesichert sind. Wer Klettersteigerfahrung hat und die üblichen alpinen Fähigkeiten besitzt, kann auf Selbstsicherung verzichten. allerdings ist ab hier ein Helm durchaus ratsam. Immer wieder verliert sich nun der Weg, Markierungen (weiß-roter Kreis oder rote Linien) zeigen den besten Weg durch den Fels. Bei klarer Sicht kann man den Weg nicht verfehlen, wenn man die Augen offenlässt. Etwa 1,5 h später steht man auf dem Gipfel und genießt die Aussicht in die Julischen Alpen - Triglav, Razor, Škirlatica, Špik, Grintavec, Jalovec und Mangart sind die wichtigsten Gipfel hiervor.

Für den Abstieg kann man den gleichen Weg benutzen oder man wählt eine etwas leichtere Passage: Dazu steigt man vom Gipfel den gleichen Weg wieder ab und trifft nach wenigen Minuten auf einen Wegweiser auf Stein aufgemalt, den man auf dem Herweg schon gesehen haben sollte. Man folgt ein kurzes Stück in Falllinie des Berges, danach hält man sich rechts, immer Richtung Vršič ausgeschrieben. Der Weg zieht sich lang über den Südhang, wie schon beim Aufstieg gibt es Markierungen, weniger aber klare und sichtbare Wege. Auch hier ist Trittsicherheit nötig. Immer mal wieder führt der Weg durch Rinnen, man trifft auf Stahlseile zur Sicherung und muss die Hand an den Fels legen. Die Stellen sind aber leichter als beim Aufstieg. Später wird aus Fels Wiese, der Weg wird freundlicher und trifft später am Gladki Rob wieder auf den Ursprungsweg. Vom Gipfel zur Hütte braucht es etwa 2,5h.

PS: Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass der Triglav nicht "Triglaff", sondern "Triglau" ausgesprochen wird.


Tourengänger: GOM

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