Lyfispitz (3352 m): "Aprilwetter" am 1. Mai


Publiziert von marmotta , 11. Mai 2014 um 13:17.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 1 Mai 2014
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1470 m
Abstieg: 1470 m
Strecke:Zufritthaus - Lyfialm - Lyfital - Schafalm - Lyfispitze retour
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit PW durch das Martelltal bis zum PP am Zufritthaus (erster grosser Parkplatz nach dem Stausee)
Kartennummer:Tabacco Nr. 045 (Topographische Wanderkarte 1:25.000)

Während Zufallspitze (3757 m) und Monte Cevedale (3769 m) an schönen Tagen von den Massen gestürmt werden, geht es an den übrigen Dreitausendern hoch über dem Martelltal wesentlich ruhiger und einsamer zu und her. Sie bieten zwar etwas weniger Renommee, warten aber mit einer prächtigen Aussicht auf das "Suldener Dreigestirn" (Ortler, Königspitze, Cevedale) auf und sind fast alle sehr einfach zu besteigen. Im Frühjahr laden die schönen Firnflanken zu einer herrlichen Skiabfahrt ein.
 
Obwohl es am Vortag und in der Nacht erneut 30 cm Neuschnee gegeben hat, soll es heute zur Abwechslung mal mit den Schneeschuhen in die Höhe gehen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil in den südostexponierten Hängen und Waldpartien unseres Gipfelziels der Schnee unterhalb von ca. 2200 m langsam knapp wird und mir mein lädierter Rücken ein längeres Skitragen übel nimmt…
 
Als wir kurz nach 8 Uhr am Parkplatz vor demZufritthaus (1880 m) starten, sind wir dann doch einigermassen überrascht, dass die Schneeschuhe -auch dank der Neuschneeauflage- bereits nach 200 Hm montiert werden können. Den Spuren dreier Skitourengänger folgend, erreichen wir bei Sonnenschein und schweisstreibenden Temperaturen bald die Weidehänge oberhalb der (geschlossenen) Lyfialm (2165 m), die wir seltsamerweise auf unserer Route nicht passieren.
 
Immer wieder schweifen unsere Blicke zu der über dem Talschluss gelegenen Zufallspitze - auf der Aufstiegsroute über den Fürkeleferner sind mit dem Feldstecher zahlreiche Tourengänger auszumachen, an die 50 Leute dürften an diesem 1.Mai-Feiertag dort unterwegs gewesen sein!
 
In angenehmer Steigung zieht sich das Lyfital bis auf das Plateau der Schafalm auf einer Höhe von knapp 3000 m. Der bereits etwas faule Schnee ist mit den Schneeschuhen eher mühsam und kraftraubend, hier hätte ich mir dann doch sehr meine Ski herbeigewünscht… Leider ist auch die Wetterküche früh aktiv und bald sind wir in dichte Quellwolken eingehüllt. Die zuvor noch unter blauem Himmel in der Sonne leuchtende Lyfispitze ist zeitweise im Nebel überhaupt nicht mehr zu erkennen.
 
Während nevada bei diesen Verhältnissen vernünftigerweise auf eine Besteigung des Gipfels über dessen steile und anstrengend zu begehende Südflanke verzichtet, packt mich der Ehrgeiz und ich kämpfe mich noch bis ganz hinauf. Unterwegs begegnen mir die 3 auf der Abfahrt befindlichen Skitourengänger, die mir wenig Hoffnung auf eine schöne Aussicht vom Gipfel machen. Egal, jetzt bin ich schon so weit aufgestiegen - mit den Schneeschuhen geht es dann leidlich bis auf einen schwach ausgeprägten Sattel am Gipfelgrat, dort deponiere ich aus Sicherheitsgründen meine Schneesportgeräte (der Neuschnee war in der steilen Gipfelflanke doch schon sehr seifig und rutschig) und stapfe in den Spuren meiner Vorgänger zum höchsten Punkt auf 3352 m hinauf, an dem sich lediglich eine Signalstange befindet. Oben habe ich das Glück des Tüchtigen, denn kurz nach meiner Ankunft auf dem Gipfel reisst die Wolkendecke auf und gibt zumindest die nähere Umgebung und die Gipfel jenseits des Plimabachs, namentlich die Veneziaspitzen frei, die den gesamten Vormittag in dickem Nebel gesteckt hatten.
 
Nach einer ausgiebigen Gipfelrast, geht es auf der Aufstiegsroute wieder hinunter, auch das geht naturgemäss nicht ganz so leicht und flüssig wie mit den Ski - der schwere und zunehmend feuchte Neuschnee macht es nicht einfacher (so weiss man wenigstens am Abend, was man getan hat…)
 
Am frühen Nachmittag reisst der Himmel dann überraschend komplett auf, wenngleich einzelne Graupelschauer für das reinste "Aprilwetter" sorgen. Zwischenzeitlich ist die dünne Neuschneedecke unterhalb von ca. 2200 m ziemlich am Dahinschmelzen, was (zumindest bei mir) zu einigen unfreiwilligen Turneinlagen (und mehrfachem Bodenkontakt des Allerwertesten) führt.  

Tourengänger: marmotta, nevada


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