Гара Лысая і Мінск - Hara Lysaya und Minsk - Unterholz und Moderne ...


Publiziert von pika8x14 Pro , 16. Mai 2014 um 03:08.

Region: Welt » Weissrussland / Беларусь
Tour Datum:19 April 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: BY 
Zeitbedarf: 1 Tage
Strecke:Besteigung Гара Лысая / Hara Lysaya; Stadtwanderung durch Мінск / Minsk (ca. 15 km + weitere Abstecher)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Siehe Abschnitt "Гара Лысая / Hara Lysaya" im Tourenbericht.
Kartennummer:Белорусская ССР - Топографическая карта, (1:50 000)

Am dritten Tag unserer Belarus-Reise stehen zwei völlig unterschiedliche Punkte auf unserem Programm: Vormittags möchten wir eine „Bergtour“ zum Гара Лысая / Hara Lysaya unternehmen. Später wollen wir dann die Hauptstadt Мінск / Minks zu Fuß erkunden, wenn das mal kein „Citytrip“ wird ...


Гара Лысая / Hara Lysaya

Dieser Berg befindet sich ca. 20 km nördlich von Minsk und gilt mit einer Höhe von offiziell 342,2 m als zweithöchste Erhebung des Landes. Anders als die beiden zuvor besuchten Hügel *Гара Дзяржынская / Hara Dzyarzhynskaya und *Гара Дубовая / Hara Dubovaya wird heute jedoch der Gipfel nicht so einfach zu finden sein:

Es geht mittenhinein ins belarussische Unterholz - scheinbar bedeutet „Лысая“ wohl doch nicht „kahl“ ?-). Vielleicht gilt dieses Attribut aber auch eher für das gleichnamige Dörfchen, Лысая Гара, welches sich über den unmittelbar nordöstlich gelegenen und ähnlich hohen „Vorgipfel“ erstreckt …

Nach einem kurzen Morgenspaziergang in Minsk fahren wir zuerst einmal nordwärts. Von der Landstraße Р58 biegen wir bei Лекараўка / Lekaravka auf die Nebenstrecke ab, die den Гара Лысая östlich umrundet. Wir passieren eine Anlage mit zahlreichen Datschen und einem kleinen Wasserturm. Etwa 600 m nach Лекараўка erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Wanderung: Am nördlichen Rand der breiten Schotterpiste zweigen Fahrspuren auf eine Wiese ab.

Noch ist es also nicht wirklich idyllisch, aber das wird sich gleich ändern. Denn nachdem wir die Wiese nordwärts überquert haben, geht’s hinein in den Wald. Ziemlich schnell finden wir sogar den Weg, der gemäß Karte in Richtung des Dorfes Гара Лысая führen soll.

Bereits nach wenigen Metern ist dieser jedoch stellenweise derart zugewachsen, dass wir uns von nun an immer wieder durch Gebüsch pirschen müssen. Je weiter wir in die „Wildnis“ eindringen, desto häufiger stellen wir uns zwei Fragen:

1. Hat sich hier irgendwo ein Bär versteckt? Und:
2. Wo müssen wir eigentlich zum Gipfel abbiegen?

Während wir „Erstens“ nicht genau klären können (und wollen ;-), machen wir bezüglich „Zweitens“ folgendes - wir verlassen den Weg einfach mal nach Westen, das heißt nach links. Dort scheint das Gelände höher zu sein, und auch die vorher in Karten bzw. in einem russischsprachigen Bericht recherchierte Gipfel-Koordinate befindet sich dort.

Während wir seit Verlassen der Straßenpiste geschätzte 500 m über die Wiese bzw. den verwachsenen Waldweg gelaufen sind, kriechen wir nun ohne deutliche Pfadspuren durch das Dickicht und schlängeln uns immer wieder um Buschwindröschen-Bestände.

Nach ein bisschen Suchen ist es dann soweit: Wir stehen auf dem Gipfel des Гара Лысая / Hara Lysaya. Aussicht gibt es zwar keine, dafür aber viele Bäume ;-). Und sogar Steinmann, Vermessungspunkt und Reste eines Triangulationsgerüstes sind zu finden.

Natürlich rasten wir hier erst einmal eine Weile. Ganz geheuer ist uns dabei aber nicht - schließlich befinden wir uns offenbar an einem sagenumwobenen Ort ;-). Wer Russisch versteht, kann hier (zweite Texthälfte) übrigens die Gefahren nachvollziehen …

Da wir vom Gipfel in Richtung Westen (nach Лекараўка) auch keinen richtigen Pfad entdecken, schleichen wir wieder zum bekannten Wild-Wuchs-Wald-Weg hinunter. Diesem folgen wir weiter bis ins Dorf Лысая Гара / Lysaya Hara. Zwischendurch kommen wir zwar kurz von der zugewachsenen Route ab, deutliches Hundegebell (und das GPS-Gerät) leiten uns aber zurück in die Zivilisation.

Auf dem Dorfsträßchen angekommen, halten wir uns rechts. Zwischen einigen schönen, alten Häusern laufen wir hinunter zur breiten Schotterpiste. Auf dieser schlendern wir dann etwa zwei Kilometer lang - und vorbei am etwas abseits liegenden Ort Пунишча / Punishcha - zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Bevor wir wieder nach Minsk zurückfahren, erkunden wir noch kurz das Dörfchen Буды / Budy.


Мінск / Minsk

In der belarussischen Hauptstadt erwartet uns dann - im Vergleich zu den vorangegangen Stunden - ein wirkliches Kontrastprogramm. Während die ländlichen Regionen von Belarus in der Regel noch sehr ursprünglich sind, glänzt die Hauptstadt vor allem durch Moderne. Großzügig angelegte Straßen und Plätze, zahlreiche Parks mit viel Grün, eine Vielzahl an repräsentativen Bauten in sehenswerter Architektur - aus dem letzten Jahrhundert, aber auch von heute - prägen das Stadtbild. Eine besondere Stellung nehmen sicherlich die allgegenwärtigen Mahnmale ein.

Alles in allem zählt Minsk definitiv zu den schönsten europäischen Metropolen.

Zu sehen gibt’s also sehr viel - und so spazieren wir am Stück gut 15 km durch die Stadt und machen darüber hinaus noch den einen oder anderen Abstecher. Zuerst schlendern wir am Ufer der Свіслач / Svislach  (deutsch: Swislatsch) entlang. Später geht’s dann durch die Innenstadt zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten, wobei man sicherlich den riesigen Unabhängigkeitsplatz, Плошча Незалежнасці, nicht auslassen sollte.

Und weil „Kartoffelnaja Babka“ nicht nur gut klingt, sondern auch so schmeckt, essen wir abends genau das. Am Ende des Tages folgt noch ein Ausflug zur wirklich spektakulären Nationalbibliothek, Нацыянальная бібліятэка, welche nachts in verschiedensten Farben und Werbungen erstrahlt.

Auch am Sonntagvormittag schauen wir uns noch ein bisschen in Minsk um. Ein besonderes Highlight für den „Landtechnikfreund“ ist dabei natürlich der Abstecher zum Minsker Traktorenwerk, in dem die legendären BELARUS-Traktoren hergestellt werden.

Dann geht’s leider schon wieder zurück nach Hause.

Nach vier sehr abwechslungsreichen Tagen in „Weißrussland“ bleibt als - für uns nicht wirklich überraschende - Erkenntnis:

Belarus ist eine Reise wert!


pika8x14 sind heute: A. + A.

Tourengänger: pika8x14


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Geodaten
 20503.kml Гара Лысая

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