Mit dem Schiff auf dem Komansee in die Albanischen Alpen


Published by andy251094 , 12 June 2012, 11h05. Text and phots by the participants

Region: World » Albanien
Date of the hike: 7 June 2012
Waypoints:
Geo-Tags: AL 
Time: 8:00
Accommodation:Hotel Colosseo in Skutari (http://www.colosseohotel.com/) (modernes 4 Sterne Hotel mit mitteleuropäischem Standard mitten in Skutari), alternativ gibt es auch ein einfaches Hotel dirket in Koman.

Die Albanischen Alpen gehören zu den unterentwickelsten Regionen Europas. Das hat u.a. zur Folge, dass es dort kaum geteerte Straßen gibt. Viele Ziele sind also nur per Geländewagen erreichbar. Eines der wenigen Ziele, die man auch mit normalen PKW erreichen kann, ist der Komanstausee. Dorthin führt ein mit Schlaglöchern übersähter, aber ausreichend breiter Fahrweg, über den man von Skutari aus Koman in 2 Stunden erreicht.
Eigentlich planten wir in Koman eine Autofähre, die den Komanstausee der Länge nach überquert, nach Fierze zu nehmen und von dort auf der Straße nach Skutari zurückzukehren. Neuerdings ist das nicht mehr möglich, weil die Fähre nicht mehr in Betrieb ist. Sie hat sich aufgrund der neuen Autobahn, die von Tirana in den Kosovo führt, nicht mehr rentiert und wurde eingestellt. Alternativ gibt es aber die Möglichkeit, einen privaten Bootsfahrer zu mieten, der einem eine Tour auf dem Komansee anbietet. Wir wurden sofort von einem netten jungen Mann angesprochen, der uns eine dreistündige Fahrt anbot, für die wir insgesamt 8000 Lek bezahlten. Wir gingen nun auf einen verrosteten, alten Kahn, der zuerst Startprobleme hatte, dann uns aber zuverlässig über den See schipperte. Sicherlich besteht prinzipiell die Möglichkeit, dass ein solch abenteuerliches Schiff auch mal untergeht, das sollte einen aber auf keinen Fall von dieser beeindruckenden Tour abhalten, u.a. auch deshalb, weil das Ufer des Sees eigentlich immer in einer Entfernung von maximal 100 Metern liegt. Man könnte also im schlimmsten Fall problemlos ans Ufer schwimmen!
Der See führt durch tiefe Schluchten. Immer wieder kommt man an einsamen Häusern vorbei, die nur per Boot erreichbar sind. Die Leute, die hier wohnen, müssen alle Waren per Boot herantransportieren und z.T. noch Hunderte von Höhenmeter nach oben schleppen. Trotz des beschwerlichen Lebens in dieser Bergeinsamkeit sind die Leute hier sehr gastfreundlich. Unser Bootsfahrer, der ebenfalls in einem abgeschiedenen Haus mitten in der Einsamkeit wohnt, ludt uns nach der beeindruckenden eineinhalbsttündigen Hinfahrt sofort zu einem Kaffee bei sich zu Hause ein. Nach der Kaffeepause in der Bergeinsamkeit ging es nun auf gleichem Weg mit dem Boot zurück nach Koman. Unterwegs ging der Motor aus. Unser Bootsfahrer schaffte es aber nach fünf Minuten den Schaden zu beheben und die Fahrt ging weiter.
Wir waren sehr beeindruckt von dieser grandiosen Gebirgslandschaft und von der Gastfreundlichkeit der Menschen, die Tag ein Tag aus in dieser rauen Gegend, in der es weder gute Straßen, noch Einkaufsläden oder sonstiges gibt, überleben müssen.

Anschließend empfehle ich - sofern man in Skutari wohnt - noch die Burg Rozafa zu besichtigen, die wunderschöne Blicke auf die Stadt Skutari, auf den Skutarisee und die Albanischen Alpen im Hintergrund bietet.


Hike partners: andy251094, stadlera, stadlerh

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Comments (9)


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Sputnik Pro says: ALBANIEN
Sent 12 June 2012, 12h25
Nach Albanien lohnt sich nur schon wegen der Natur eine Reise, wie eigentlich alle Länder der Balkanhalbisel. Dazu lernt man die ausserordentliche Gastfreundschaft kennen und kann zu moderaten Preisen herrlich Essen und Übernachten. Mir hat es auf jedenfall in Albanien und in den anderen Balkanstaaten bestens gefallen.

Gruss, Sputnik

xaendi Pro says:
Sent 12 June 2012, 13h44
Hallo Andy,
eine wunderschöne Landschaft! Hast du Informationen über Wandermöglichkeiten in der Region?
Grüsse
Alex

andy251094 says: RE:
Sent 13 June 2012, 18h55
Es gibt einen Wanderführer der Albanischen Alpen, zu beziehen auf Amazon.de.
http://www.amazon.de/Nordalbanien-Wanderf%C3%BChrer-Kelmend-Christian-Zindel/dp/3936990476/ref=sr_1_22?ie=UTF8&qid=1339606389&sr=8-22

Aber allgmein sollen die Wege schlecht ausgeschildert sein und die Orte nur schwer zugänglich. Es empfielt sich - denke ich - einen Führer zu mieten oder man wandert im benachbarten Montenegro, wo die Landschaft ähnlich schön ist und die Wege deutlich besser ausgeschildert und markiert sind.

andy251094 says: RE:
Sent 13 June 2012, 18h59
Für Montenegro gibt es einen Rother Wanderführer, ebenfalls zu beziehen auf Amazon.de

http://www.amazon.de/Montenegro-sch%C3%B6nsten-K%C3%BCsten--Bergwanderungen-Touren/dp/376334358X/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1339606621&sr=1-2
ISBN: 978-3763343584

Außerdem beschreibt der Dumont Reiseführer Montenegro viele Wandertouren.

http://www.amazon.de/Reise-Taschenbuch-Reisef%C3%BChrer-Montenegro-Dietrich-H%C3%B6llhuber/dp/3770173244/ref=sr_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1339606665&sr=1-5
ISBN: 978-3770173242

andy251094 says: RE:
Sent 13 June 2012, 19h00
Für Albanien empfehle ich auch die Beschreibung von Sputnik hier auf Hikr.org: "Maja e Korabit / Golem Korab 2764m".

xaendi Pro says: RE:
Sent 13 June 2012, 21h58
Danke für die Hinweise!

detlefpalm says: RE:
Sent 15 June 2012, 17h00
Hier hiking touren in Albania:

http://www.wikiloc.com/wikiloc/user.do?name=Palmtreeproduction

oder auf website: palmtreeproduction.com

Albanian Seite:

http://www.palmtreeproduction.com/Hikes%20and%20Climbs/Albania%20Climbs/Albania%20Hikes%20and%20Climbs.html

andy251094 says: Fähre sank!!!
Sent 13 June 2012, 19h35
Erschreckender, aber auch Interessanter Nachtrag:

Fähre sank in Albanien: Steirer aus See gerettet

Binnen vier Minuten sank auf dem Koman-Stausee in Nordalbanien eine Fähre: 50 Passagiere, darunter vier Steirer, schwammen um ihr Leben.

Wir wurden überrascht. Plötzlich war das Wasser da. Die Fähre ist binnen vier Minuten gesunken. Die meisten sind in den See gesprungen, einige wurden vom Schiff mitgerissen. Es gab einige Schwerverletzte, aber zum Glück haben alle überlebt." So schildert Erjon T. aus Albanien das Fährenunglück auf dem Koman-Stausee in Norden Albaniens.



Der 29-jährige Albaner war Montag mit einer 14-köpfigen Reisegruppe, darunter drei Frauen und ein Mann aus der Steiermark, von Wawaudejsi nach Koman unterwegs. Mitten auf dem riesigen Koman-Stausee kam die Fähre in Schwierigkeiten und ging binnen vier Minuten im 90 Meter tiefen Wasser unter.

Zum Zeitpunkt waren inklusive Mannschaft 50 Personen an Bord. "Wir alle sind um unser Leben geschwommen", sagt Erjon T. "Wir haben geschrien, aber niemand hat uns gehört. Da hat ein Politoffizier, der ebenfalls auf dem Schiff war, im Wasser seine Pistole gezogen und immer wieder in die Luft geschossen, damit man auf uns aufmerksam wird."

Es dauerte lange, bis die Schüsse am Ufer gehört wurden und Rettungsmannschaften mit Booten eintrafen, um die Gestrandeten in Sicherheit zu bringen. 48 Passagiere blieben unverletzt. Ein Albaner und eine Frau aus Finnland erlitten schwere Verletzungen. "Aber mit dem Schiff ist das gesamte Gepäck untergegangen. Das Geld, die Pässe, die Ausrüstung, alles ist weg", sagt der Reiseleiter, der mit seiner Gruppe in Nordalbanien Wanderungen unternehmen wollte.

Erst am Mittwoch erhielten die betroffenen Österreicher - neben den vier Steirern gehörten auch noch zwei Personen aus Wien und Niederösterreich der Reisegruppe an - Hilfe durch die Botschaft. "Die haben uns zunächst nicht geglaubt", versicherte Erjon T. der Kleinen Zeitung. "Man hat die Medien nicht informiert, die Öffentlichkeit sollte offensichtlich nichts davon erfahren." Mit neuen Reisedokumenten ausgestattet, versuchen die betroffenen Steirer heute von Montenegro aus, die Heimreise anzutreten.

Über die Ursache des Fährenunterganges ist nichts bekannt. Vermutet wird, dass das alte Schiff überladen war. Feststehen soll hingegen, dass der Besitzer seine Fähre schon seit zehn Jahren nicht mehr versichert hatte.

Quelle: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2821718/faehre-sank-albanien-steirer-see-gerettet.story

andy251094 says: RE:Fähre sank!!!
Sent 13 June 2012, 19h38
Obiger Artikel stammt aber bereits vom 01.09.2011, also vor unserem Besuch des Koman Sees. :-)


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