Hikr Erstbesteigung: Cima de Gagela


Published by TeamMoomin , 27 February 2011, 23h08.

Region: World » Switzerland » Grisons » Misox
Date of the hike:29 August 2010
Hiking grading: T4- - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Gruppo Arbeola-Molera   CH-GR 
Time: 2 days
Height gain: 1800 m 5904 ft.
Height loss: 1800 m 5904 ft.
Route:Siehe Wegpunkte
Access to start point:Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis nach Rossa !Achtung Bus fährt nur wenige Male pro Tag, am Wochenende meist nur 3-4mal.

Nachdem ich 2006 Mit meiner Mutter schon mal im Refugio Ganan übernachtet hatte und es uns beiden so gut gefallen hatte, beschlossen wir letzten Sommer wieder mal diese Tour zu machen.
Zuerst hies es für mich früh austehen und mit dem Zug runter ins Tessin zu fahren, von Bellizona aus nimmt man dann den Bus und nach einmal Umsteigen kommt man gemütlich in Rossa an.
Hier gibt es gleich über die Brücke von der Postautohaltestelle eine nette kleine Beiz welche feine Gerichte hat, wir beschliessen diesmal aber direkt zur Buffalore Hütte aufzusteigen.

Der Weg bis zur Capanna Buffalora ist etwas zwischen T2 und T3 und gut machbar. Er verläuft zuerst über schöne Wiesen bevor er für längere Zeit durch einen Nadelwald verläuft. Kurz unterhalb der Buffalora Hütte verlässt man den Wald wieder und geht über Almwiesen an einer halb verfallenen Alp vorbei. Von hier aus gibt es auch einen direkten Weg zum Refugio Ganan, welcher steil empor geht und konditionell auch etwas fordernder ist. Wir beschlossen aber über die Capanna Buffalora aufzusteigen und dort gemütlich einen Trunk zu uns zu nehmen.

Kurz darauf kamen wir auch schon dort an und wurden wie die ein paar Jahre zuvor äusserst freundlich mit einem kleinen Wilkommensdrink begrüsst. Diese Hütte kann ich wirklich nur jedem empfehlen denn das Essen ist sehr gut und das Hüttenwirtepaar mega nett!
Doch blieben wir heute nicht zu lange da wir ja noch weiter wollten zur Rifugio Ganan.

Der Weg verläuft nun mehr oder weniger eben entlang der Talwand bevor er kurz vor dem Lagh de Calvaresc erstmals wieder merklich ansteigt. Dieser wunderschöne Bergsee wäre sicherlich auch ein lohnender Abstecher falls man bei der Capanna Buffalora bleiben will und nicht vor hat zur Gananhütte weiter zu wandern. Zum Baden sei aber gesagt das er sehr frisch ist besonders gegen Ende August, daher haben wir das Bad diesesmal ausgeschlagen.

Nach dem See geht es nochmals kurz ein Stück empor bevor der anspruchsvollere Teil der Wanderung beginnt. Ab hier sollte man schwindelfrei sein da es links doch zimelich runter geht und auf jedenfall über gutes Schuhwerk verfügen und trittsicher sein. Nun schlängelt sich der Weg eng am Fels entlang bis zum Piz de Ganan. Dieser Teil ist bei Regen oder Eis bzw. Schnee nicht zu unterschätzen wie wir  bald erfahren sollten doch dazu später.

Auf dem Piz de Ganan angekommen sieht man das ganze Tal ein und mit etwas Übung auhc schon die Gananhütte, bis zu welcher es aber noch ein gutes Stück ist. Die markanten Gipfel sind von Rechts nach Links gesehen der Fil de Dragiva, Cima de Gagela und der Piz del Large. Auf dem Fil de Dragiva war ich 2006 als wir das erste mal hier waren schon also sollte es Morgen der Cima de Gagela sein.

Nach einer kurzen Teepause steigen wir nun vom Piz de Ganan ab. Der Weg verläuft nun über ein langes Blockfeld mit mit teilweise ziemlich wackligen Steinen, welches sich praktisch bis zur Gananhütte erstreckt. Durch das ewige umherhüpfen von Stein zu STein ist dieser Teil des Weges schon etwas anspruchsvoller als ein normaler Bergwanderweg und kostet auch ewas mehr Kraft. An einer Stelle muss man einen kleinen Felskessel überwinden, was aber dank der dort montierten Kette nicht allzu schwierig ist.

Etwa 100Meter vor der Gananhütte quert man noch einen kleinen Bach und geht dann über eine kleine Alpwiese direkt zur Hütte. Achtung dieser kleine Bach kann im Frühling ziemlich viel Schmelzwasser mit sich führen.

Die Rifugio de Ganan ist ein Bijou und kann nur jedem empfohlen werden welcher etwas andere Hütten mag, welche nicht bewirtet sind. Wichtig ist auch im Sommer einen guten Schlafsack mit zu nehmen, da die Nächte hier empfindlich frisch werden können. Die zwei Wanderer welche aus der Gegenrichtung kamen und dies nicht beherzigt hatten froren die ganze Nacht. Wir hatten am Morgen bevor die Sonne aufging -2 Grad, also richtig frisches Herbstwetter.

Nach einem kleinen Frühstück brachen wir Richtung Pass de Ganan auf, wobei es hierfür keinen Wanderweg gibt und man sich seinen Weg selbst sucht. Beim Pass traffen wir eine Schafsherde welche wir sich an den ersten Sonnenstrahlen welche in den Ganankessel fielen wärmen wollten. Meine Mutter haten sie gleich zum fressen gerne (Siehe Foto) ;-). Von hier aus kann man jetzt in einfacher Blockkletterei auf den Fil de Dragiva oder rechts über den Grat Richtung Cima de Gagela. Man kann auch in direker Linie von der Gananhütte zum Cima de Gagela aufsteigen muss sich aber den Weg zwischen den Felsbändern suchen.

Kurz unterhalb des Gipfels hat es ein kleines Platau mit einem winzigen See, hier wäre sicherlich ein bombastischer Übernachtungsplatz! Meine Mutter fühlte sich ezwas müde und ausgepowert und so beschlossen wir das ich alleine zum Gipfel gehen würde. Von hier aus muss man nun über steile Grass und einige Felsbänder empor. Es empfiehlt sich nicht direkt zum Gipfel zu gehen sondern eher etwas links davon aufzusteigen und dann erst oben auf dem Grat rechts gehend zum Gipfel zu gehen. Achtung dieser Teil ist bei Nässe sehr rutschig!
Vom Gipfel aus hat man eine tolle Aussicht, ich freute mich riesig der erste meiner 100ert Hikr Erstbesteigungs Gipfel!

Nachdem wir wieder bei der Gananhütte angekommen waren verbrachten wir den Rest des Tages mit Bücher lesen in der Sonne und Steine suchen; denn man findet viele schöne Granate und Bergkristalle in diesem Gebiet. Kaum war die Sonne weg verkrochen wir uns in die Hütte und wärmten uns an heissem Tee. Was für ein Tag.

Am anderen Morgen standen wir um 4 auf und machten uns auf den Heimweg zuerst zur Capanna Buffalora. Es war noch Stockdunkel und sehr kalt (-6Grad), ausserdem ging ein ziemlicher Wind. Kurz bevor wir den Piz de Ganan erreichten begann es zu schneien. So wurde es aufgrund des Neuschnees dann plötzich viel schwieriger das Stück zwischen dem Piz de Ganan und dem Lagh de Calvaresc zu traversieren, wir waren beide froh als es hinter uns lag. Als wir dann um halb 8 bei der Bufalorahütte ankamen gönnten wir uns ein grosses Hüttenfrühstück. Hier bleiben keinen Wünsche offen und ich kann es nur wärmstens weiter empfehlen.

Danach stiegen wir wieder nach Rossa ab wo es merklich wärmer war und fuhren wieder nach Hause.

Fazit: Eine superschöne Wanderung welche WIederholungspotenzial hat. Sehr urtümliche Gegegend, welche vom Massentoursimus noch verschont geblieben ist. Wer eine ruhige schöne Tour sucht, mit tollen Hütten zum übernachten, und die nötige Kondition und Erfahrung für die anspruchsvolleren Wege und Gehzeiten mitbringt dem kann man diese Tour nur empfehlen.


Hike partners: TeamMoomin

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