Falsch abgebogen - dann halt auf die Loibler Baba (1968m)


Publiziert von Hanc , 14. September 2010 um 11:56.

Region: Welt » Österreich » Südliche Ostalpen » Karawanken und Bachergebirge
Tour Datum:12 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   SLO 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 950 m
Strecke:vom Parkplatz der Markierung zur Korosica Hütte folgen, ein Stück vor der Hütte nach Norden zum Donjaksattel abzweigen; dem Grenzverlauf entlang auf Weg Nr. 651 zum Gipfel
Zufahrt zum Ausgangspunkt:von Österreich auf der B91 kommend den Loibltunnel passieren, nach der slowenischen Grenzstation in der ersten Serpentine parken
Kartennummer:ÖK 50 Blatt 211

Für das Wochenende zeichnet sich schönes Wetter ab - also geht es an die Tourenplanung!
Vor einiger Zeit bin ich auf der Suche nach lohnenden Zielen in der näheren Umgebung auf eine Tour zum Hochturm (slow. Veliki vhr) gestoßen.
Nachdem meine letzte Wanderung (aufs Ferlacher Horn) hauptsächlich durch Wald geführt hat und abgesehen vom Gipfelbereich keine Fernischt geboten hat, gefällt mir die Tour auf den Hochturm umso besser: über einen leichten Klettersteig geht es 400m über Fels auf den Gipfel hinauf.

Der Hochturm ist der westlichste Pfeiler der Koschuta, über ihn verläuft die Grenze zwischen Slowenien und Österreich. Von der slowenischen Seite (Start von Sv. Ana gleich nach dem Tunnel) ist der Zustieg am Hajnzsattel in 2,5h erreichbar. Von dort geht es in einer Stunde hinauf zum Hochturm.

Passt perfekt, denke ich mir und mache mich auf die Suche nach einem Begleiter. Bereits der erste Anruf ist erfolgreich: mein Schwager ist mit von der Partie.

Wir starten kurz vor 7:00 und erreichen um 7:30 den Parkplatz an der ersten Kehre nach dem Tunnel. Von dort führt ein Forstweg in den Wald (dort gibt es noch einen Parkplatz). Nach wenigen Minuten erreicht man ein breites Bachbett an dessen rechtem Rand der Weg zur Korošica Hütte (Wegweiser) beginnt. Durch den Buchenwald geht es recht steil bergauf - die Jacken können wir also bald ausziehen. Weiter oben im Fichtenwald ist der Weg dann nicht  mehr imemr leicht zu erkennen, aber hier hängen wir uns an einen einheimischen Wanderer. Einmal tritt der Weg ins Freie und wir genießen die erste schöne Aussicht auf die Begunjščica (höchste Erhebung ist der Veliki vrh mit 2063m, nicht zu verwechseln mit unserem Ziel, dem Hochturm, der auf slowenisch ebenfalls Veliki vrh heißt) und die Wertatscha. Wir sehen hinüber zum Loiblpass, auf dessen Höhe wir uns hier ungefähr befinden. Hier verlieren wir unseren Führer und sind wieder auf uns allein gestellt.

Nach kurzer Zeit erreichen wir eine Almwiese, der Weg ist wieder deutlich (wenn auch nicht markiert). Es folgt ein flaches Teilstück bis wir zu einer Weggabelung gelangen. Nach links (Nord) zeigt ein Wegweiser zum Loiblpass bzw. zur Baba, nach rechts (Südosten) keine weitere Markierung. Wir sind unschlüssig wie wir von hier zum Hajnzsattel kommen sollen. Sind wir bereits an der Planina Korošica vorbeigekommen und haben sie nur nicht bemerkt? Auf unserer Karte ist auch kein direkter Weg hinauf zum Grenzgrat eingezeichnet. Wir folgen dem Weg nach rechts um die Kurve in der Hoffnung, doch noch auf einen weiteren Wegweiser zu stoßen. Das ist leider nicht der Fall und so wenden wir uns schlußendlich doch nach links.

Es geht wieder steil bergauf und bereits nach kurzer Zeit stehen wir an der Grenze. Spätestens jetzt ist klar, dass wir hier falsch sind. Wir beschließne aber nicht mehr umzudrehen, sondern der Markierung zur Loibler Baba zu folgen - entweder es ergibt sich noch eine Möglichkeit zum Hajnzsattel abzubiegen, oder wir gehen halt auf die Baba - basta. Gleich darauf stoßen wir auf den von österreichischer Seite kommenden Weg 650/651. Der WEgweiser macht klar: Loibler Baba 45min, Hochturm 3h. Damit ist klar: unser neues Ziel ist die Loibler Baba, der Hochturm ist ein anderes Mal dran.

Vor uns baut sich jetzt der Gipfel der baba auf, über lockeres Geröll und Schotter geht es die letzten 300 Höhenmeter steil bergauf. Am Gipfel angekommen treffen wir auch wieder auf unseren Einheimischen, der gerade den Rückweg antritt.

Vom Gipfel ist die Planina Korošica wunderbar zu erkennen, auf der Weide etliche Pferde. Wir sind uns ziemlich sicher dass wir von der Abzweigung nach wenigen Kurven die Hütte erreicht hätten. Naja, blöd gelaufen. Aber auch die Baba ist ein lohnendes Ziel, bei warmen Temperaturen haben wir herrliche Fernsicht in alle Richtungen: nach Süden zum Ferlacher Horn und Klagenfurt; nach Osten zur Koschuta mit unserem eigentlichen Ziel, dem Hochturm; nach Westen zur Begunjščica und zur Wertatscha, dahinter sind der Hochstuhl und der Kosiak, noch weiter hinten der Mittagskogel und Villach zu erkennen.

Die Baba ist ein Doppelgipfel - wir wollen auch noch auf das zweite Türmchen mit Steinmann hinüber. Ein Stahlseil führt vom Gipfelkreuz hinunter und wieder hinauf. Damit wir unsere Klettersteigausrüstung nicht ganz umsonst mitgeschleppt haben sichern wir uns auch brav. Vom Türmchen aus führt der Weg den Grat hinunter Richtung Hajnzsattel. Irgendwie reizt es uns schon, wenigstens zum Sattel hinunter zu steigen und von dort zur Planina  Korošica zurückzugehen. Der Weg über den Grat ist aber sehr ausgesetzt und von oben ist keine weitere Sicherung zu erkennen. So lassen wir das dann doch bleiben und steigen zurück hinüber zum Gipfelkreuz.

Auf dem Rückweg planen wir dann auch schon mögliche nächste Touren - hinauf auf die
Begunjščica, oder den Hochstuhl. Und nächste Saison dann vielleicht doch noch auf den Hochturm - jetzt wissen wir ja, wo man abbiegen muß...

Tourengänger: Hanc

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