Piz d'Emmat Dadora 2851 m


Publiziert von Ivo66 Pro , 26. Juli 2010 um 20:34.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum:25 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:45
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:Julierstrasse P. 2067 - Nordostflanke
Kartennummer:1:25000 Bivio

Heute war ein guter Tag, eine Lücke auf der hikr-Landkarte zu schliessen und dem Piz d'Emmat Dadora am Julierpass eine hikr-Premiere zu widmen. Das Gebiet um den Julierpass wird in den Wintermonaten von Skitourengängern richtiggehend belagert; manchmal wird es sogar mit den Parkplätzen entlang der Passstrasse eng. Nicht so im Sommer: Dann verfällt diese Berggegend von herber Schönheit in einen Dornröschenschlaf. Verschiedene grössere und kleinere Bergtouren bieten sich an. Alle haben eines gemeinsam: Hat man die erste halbe Stunde von der Strasse zu Fuss hinter sich gebracht, wird es still, ganz still. 

Die eigentlich einfache Besteigung des Piz d'Emmat Dadora (sein etwas höherer Nachbar, der Piz d'Emmat Dadaint wird im Winter sehr häufig mit Skiern bestiegen) wird scheinbar derart selten bestiegen, dass sogar die Murmeltiere über unseren Besuch verwundert schienen: Sie wussten nicht so richtig, ob sie nun die Flucht ergreifen sollen oder was die merkwürdigen Zweibeiner hier im Schilde führten.

Der Piz d'Emmat Dadora eignet sich hervorragend für eine Halbtagestour, wenn das Wetter z. B. nur am Vormittag stabil zu sein scheint. Der SAC-Clubführer Graubünden 6 erwähnt ihn nur mit ein, zwei Nebensätzen - auf eine Routenbeschreibung wurde verzichtet. Für alle Unentwegten, die eine Passüberfahrt über den Julier mit einem kleinen Juwel krönen möchten, liefere ich hier eine hoffentlich nützliche Beschreibung nach. Zu erwähnen ist, dass wir keinerlei menschliche Begeehungsspuren wahrgenommen haben mit Ausnahme eines einzelnen kleinen Steinmännchens und dem Gipfelsteinmann selbst. Da heute die Sicht leider schlecht war - die hochnebelartige Restbewölkung wollte sich einfach nie ganz verziehen - habe ich mich heute im Steinmännchenbauen geübt, in erster Linie zwecks Auffinden der Route für den Abstieg. Die Route ist nun also recht gut markiert.

Das Gipfelpanorama konnten wir nicht wirklich geniessen, zu hartnäckig hingen die Wolken an den Berggipfeln inkl. dem Piz d'Emmat Dadora. Bei gutem Wetter dürften jedoch sicher interessante Ausblicke aufwarten und die Gegend aus einer eher ungewohnten Perspektive erscheinen lassen. Der Piz d'Emmat Dadora ist übrigens der kleine Nachbar des stolzen und mächtigen Piz Lagrev.  Nur wenige hundert Meter Luftlinie trennen die beiden ungleichen Berge.

Routenbeschreibung

An der Julierpassstrasse gibt es bei P. 2067 m einige Abstellplätze für PW's (von Bivio herkommend in einer Linkskurve in einem Flachstück). Bei der völlig sinnlosen Ausbauerei der Strasse, die zur Zeit im Gange ist, entzieht es sich meiner Kenntnis, wie lange dies noch so ist.... Ein gelber Wanderwegweiser zeigt vom Parkplätzchen Richtung "Leg Grevasalvas". Diesem guten, aber kaum begangenen Bergweg folgten wir bis zu P. 2337 m. Der Weiterweg zum Leg Grevasalvas wendet sich dort nach links. Wir gingen weglos weiter in südlicher Richtung in ein kleines Tälchen, meistens entlang des Bachs.

Man sieht beim Verlassen des Wanderwegs bereits die Nordostflanke des Piz d'Emmat Dadora, die recht bedrohlich wirkt. Nach einem Flachstück auf ca. 2430 m. ü. M. (Schneefeld) stiegen wir mühsam über Geröll und hohes Gras gut 50 Höhenmeter in südlicher Richtung auf, um dann nach rechts über ein mässig steiles, abfallendes und breites Grasband zu queren. Bald gelangten wir in recht gut begehbares Gelände aus Geröll und Schrofen. Über eine von unten kaum sichtbare Rampe gelangten wir über Schrofen wieder in grasiges Gelände und bald darauf nach rechts in das von unten gut sichtbare, markante Band, welches fast die gesamte Bergflanke scheinbar durchtrennt. Wir gewannen weiter an Höhe, stiegen aber bald wieder in Fallrichtung direkt über Schrofen auf. Bald darauf wurde das Gelände flacher und in südlicher Richtung stiegen wir sanft - in gutem Gehgelände - über den sehr breiten Rücken zum Gipfel auf.

Tourengänger: Ivo66, Lena


Galerie


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