Őrség-Rundtour im Gebiet Apátistvánfalva


Publiziert von ABoehlen Pro , 8. Oktober 2009 um 19:23.

Region: Welt » Ungarn » Nyugat-Dunántúl (Westtransdanubien)
Tour Datum:25 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: H 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 300 m
Abstieg: 300 m
Strecke:Szentgotthárd - Zsida - Zsidahegy - Kovács-hegy - Orfalu - Apátistvánfalva - Zsida patak - Zsida - Szentgotthárd
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der Raaberbahn (GySEV) oder der ÖBB nach Szentgotthárd
Unterkunftmöglichkeiten:Vándor Fogadó & Pizzéria, Lokomotív Panzió beim Bahnhof Szentgotthárd
Kartennummer:Österreichische Karte 1:50'000, Blatt Jennersdorf, Nr. 193 (bisher), 5101 (neu)

Üdvözöljük Magyarországon - willkommen in Ungarn!

Mit diesem Bericht möchte ich beginnen, auch Ungarn in die Reihe der "Hikr-Länder" aufzunehmen. Der Westen des Landes weist mit dem Landstrich Őrség, welcher heute zum Dreiländer-Naturpark Raab-Őrség-Goričko gehört, ein weitläufiges und interessantes Wandergebiet auf. Die Wege sind oft ruppig und nicht immer leicht begehbar, denn prägend hier ist die Natur: riesige Wälder, ausgedehnte Dickichte und einzelne Felder wechseln sich ab, während die Siedlungen klein sind und weit auseinander liegen. Es handelt sich vielfach um Orte, deren Bewohner slowenische Wurzeln haben und entsprechend gibt es jeweils auch einen slowenischen und oft auch noch einen deutschen Namen (nachfolgend jeweils in Klammern genannt).


Die Wegmarkierungen, die wir hinter Zsida im Wald antreffen, haben etwas beruhigend vertrautes in sich: weiss-rot-weiss, was hier allerdings nicht einen Bergwanderweg kennzeichnet, sondern einfach als allgemeine Wegmarkierung zu verstehen ist. Wegweiser in der uns bekannten Form sind allerdings nirgends auszumachen, man weiss also nicht, woher und wohin diese Markierungen führen!

Seine Route muss folglich jeder Wanderer anhand einer entsprechend geeigneten Karte selbst zusammenstellen. Diesbezüglich bin ich vorerst schlecht ausgerüstet, denn auf dem Blatt Jennersdorf mit der Nummer 193 ist der Ungarn-Teil mit 1930 datiert. Später in den Ferien werde ich mich in Graz bei der Buchhandlung Moser mit einer aktuellen Ausgabe versorgen, wo dann der ungarische Teil immerhin den Stand von 1985 aufweist.

Vorerst geht es aber ganz gut mit der alten Karte, denn den Weg vom Bahnhof durch Szentgotthárd (Monošter / St. Gotthard) hindurch finden wir mühelos. Die Stadt ist so klein, dass die Orientierung schon nach kurzer Zeit kein Problem mehr darstellt. Und vom gestrigen Erkundungsrundgang haben wir bereits entsprechende Kenntnisse.

Die Stadt ist gepflegt und weist schöne Bauten auf. Zahlreiche Restaurants und Läden laden zum Verweilen ein und wer ein bisschen den Verkehr beobachtet, erblickt noch so manches Ost-Auto der Marken Trabant, Wartburg oder Lada.

Vorbei an einer neuen Villensiedlung gelangen wir in das Tal von Zsida (Schidan) mit dem gleichnamigen Strassendorf, welches sich dem Bach entlang erstreckt, der allerdings kaum Wasser führt. Die Trockenheit ist deutlich sichtbar!

Durch Wald an besagten Wegmarkierungen vorbei, steigen wir anschliessend zur ersten Hochfläche auf, wo sich das Strassendorf Zsidahegy befindet. Nach dem letzten Haus taucht der Weg gleich wieder Richtung Tal ab, wo wir bald die markierte Strecke verfehlen. Da der eingeschlagene Weg aber passabel begehbar ist, folgen wir ihm weiter zum unbewohnten Hügelzug zwischen den Tälern von Zsida und Hársas patak (Kovács-hegy, 313 m). Eine grasige Spur führt uns schliesslich in die Ausläufer der Streusiedlung Apátistvánfalva (Štefanovci / Stefansdorf).

Hier beschliessen wir, zu versuchen, die slowenische Grenze zu erreichen, die sich allerdings noch in respektvoller Entfernung befindet. Bald bekommen wir jedoch die Tücken der veralteten Karte zu spüren, indem Karte und Realität so stark differieren, dass wir nicht mehr wirklich wissen, wo wir sind. Die Wanderung durch die urtümlichen Wälder auf der Höhe ist aber so interessant, dass wir weitergehen. Genutzt werden diese Wälder wohl kaum, denn überall liegt Holz in rauen Mengen herum. Und von Pilzen wimmelt es geradezu.

Nach längerer Zeit stossen wir wieder auf einige Häuser, und ein beschriftetes Holzkreuz klärt uns auf, dass es sich hier um den Ort Orfalu (Andovci / Andelsdorf) handelt. Mit gegenwärtig 58 Einwohnern ist es einer der kleinsten Orte der Őrség. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit und des langen Rückweges lassen wir den Abstecher zur Grenze bleiben und folgen stattdessen einem Strässchen in die Ortsmitte von Apátistvánfalva. Es ist dies eine der typischen Kleinsiedlungen dieser Gegend, deren Bewohner ab der Regierungszeit von Grossfürst Taksony in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhundertseinst die Aufgabe bekamen, die Grenze zu bewachen. Daher kommt auch der Name Őrség, der auf ungarisch "Wache" bedeutet.

In stetigem Auf und Ab gelangen wir schliesslich an den Oberlauf des Zsida patak. Hier biegt der Wanderweg ab, der uns wieder in jenes Gebiet führt, dass wir schon am Morgen durchquert haben. Statt dem Weg über Zsidahegy zu folgen, reizt es uns jetzt aber, den weiteren Talweg noch zu erkunden, was sich bald als Fehlentscheid erweisen sollte. Durch Holzerarbeiten wurde dieser Weg komplett zerstört und weiter unten ist er derart mit hohem Gestrüpp zugewachsen, dass er kaum noch zu erkennen ist. Daran ändern auch die hier sporadisch auftauchenden weiss-grün-weissen Markierungen nichts. Dieser letzte Abschnitt ist daher eine ziemliche Plackerei und gezeichnet von Schlamm und Grünzeugs erreichen wir in Zsida wieder die Zivilisation, froh jetzt nicht noch eine lange Heimfahrt vor uns zu haben, sondern in der Pension direkt unter die Dusche springen zu können. Ein überaus reichhaltiges und leckeres Menü im Vándor Fogadó & Pizzéria setzt diesem ersten Ungarn-Wandertag ein würdiges Ende.

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Tourengänger: ABoehlen, Stini

Galerie


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