Eiserner Vorhang und Türkenschlacht - Geschichtsträchtige Tour am Schlösslberg bei Mogersdorf


Publiziert von ABoehlen Pro , 11. Oktober 2009 um 15:42.

Region: Welt » Österreich » Außerhalb der Alpen » Burgenland » Südburgenland
Tour Datum:26 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: H   A 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 150 m
Abstieg: 150 m
Strecke:Szentgotthárd - Mogersdorf - Schlösslberg - Goldberg - Mogersdorf - Szentgotthárd
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der ÖBB von Graz nach Szentgotthárd. Mogersdorf liegt ebenfalls an dieser Strecke, wird jedoch nicht von allen Zügen bedient.
Unterkunftmöglichkeiten:Vándor Fogadó & Pizzéria, Lokomotív Panzió beim Bahnhof Szentgotthárd
In Mogersdorf gibt es keine Unterkunftsmöglichkeit
Kartennummer:Österreichische Karte 1:50'000, Blatt Jennersdorf, Nr. 193 (bisher), 5101 (neu)

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Vor 20 Jahren, im Sommer 1989, begann Ungarn mit dem Abbau des Eisernen Vorhanges an der Grenze zu Österreich und setzte damit den Startschuss zum Ende der Teilung zwischen Ost und West. Was heute von dieser einst hermetisch abgeschirmten Grenze noch übrig ist, lässt sich beispielsweise im Raum Szentgotthárd - Mogersdorf feststellen.

Nicht viel, wie sich bald einmal zeigt. Die Hunyadi János Utca, die früher am Friedhof nach dem Bahnübergang in Szentgotthárd endete, führt heute als befestigte Strasse parallel zur Bahnlinie nach Mogersdorf weiter und verbindet damit jene beiden Orte, die während Jahrzehnten keine Strassenverbindung hatten und dabei nur 2 - 3 km auseinander liegen. Am Grenzstein C 104a.01 überqueren wir die Grenze nach Österreich und stossen gleich dahinter auf die Verbindungsstrasse Mogersdorf - Heiligenkreuz im Lafnitztal, die genau dieser Grenze entlang führt.

Mogersdorf liegt inmitten weiter Maisfelder und macht einen sauberen, gepflegten und ruhigen Eindruck. Im Gasthaus Rosa Fischer an der Hauptstrasse stärken wir uns mit einem Kaffee und informieren uns über die Neuigkeiten. In der Zeitung wird wieder einmal über die Bahn geklagt und von der Wirtin erfahren wir, dass es in Mogersdorf keine Unterkünfte gibt, allenfalls liesse sich privat etwas arrangieren.

Gegen 11.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Schlösslberg, der auf einem kleinen Strässchen erfolgt. Schöne Häuser mit viel Umschwung erfreuen rechts und links unser Auge. Bausünden suchen wir vergebens. Im Gebiet des Kesselgrabens erblicken wir ein paar Kühe im braunen Gras, welches wohl schon wochenlang keinen Regen mehr gesehen hat. Vorbei am Kreuzstadelrestaurant, dem wir später unsere Aufmerksamkeit widmen werden, erreichen wir das von weither sichtbare Betonkreuz auf dem Schlösslberg.

Auf diesem Gelände erinnert alles an die Türkenschlacht vom 1. August 1664 (auch Schlacht bei Mogersdorf oder Schlacht bei St. Gotthard genannt). Ein vereintes christliches Heer unter Generalfeldmarschall Raimondo Graf Montecuccoli besiegte damals die unter dem ruhmsüchtigen Grossvesir Achmed Köprülü nach Westen vordringenden Türken. Es war die erste schwere Niederlage des Türkenheeres und setzte den Auftakt zum Niedergang der türkischen Herrschaft im Donauraum. Wir lassen uns viel Zeit, um im "Gedenkraum 1664", einem kleinen Museum, die Details zum Ablauf der Schlacht und deren Hintergründe zu erfahren. Dazu dienen Exponate, Filme und ein schönes Diorama.

Weiter führt uns der Weg über die sonnigen Höhen über dem Kesselgraben zum Goldberg, wo der Abstieg ins waldige Tal des Saubaches erfolgt. Durch weite Maisfelder gelangen wir anschliessend zurück nach Mogersdorf, wo wir Österreich wieder verlassen, um zur Unterkunft in Szentgotthárd zurückzukehren. Dort wird heute Abend Pizza aufgetischt. Die Liste umfasst über 30 verschiedene Sorten; z.B. die Pizza Contadina, die da enthält: Pizzaszósz, sajt (Käse), tükörtojás (Spiegelei), hagyma (Lauch), bacon, paprikás szalámi, pepperóni.

Jó étvagyát - guten Appetit!

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Tourengänger: ABoehlen, Stini

Galerie


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