Passo Angeloga (2435 m): Unterwegs in der menschenleeren Gegend des Valle di Lei / Valle Spluga


Publiziert von johnny68 Pro , 8. Oktober 2009 um 19:30.

Region: Welt » Italien » Lombardei
Tour Datum: 5 Oktober 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 500 m
Abstieg: 500 m
Strecke:Diga Lago di Lei - Alpe Mottala - Passo Angeloga und zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PW zur Staumauer des Lago di Lei
Unterkunftmöglichkeiten:im Tal des Averser-Rheins hat es einige Hotels

Der Stausee im italienischen Valle di Lei, welcher der Schweiz (Kraftwerke Hinterrhein KHR) gehört, ist ein gewaltiges Bauwerk. Die Staumauer ist 138 m hoch und 635 m lang. Sie ist (aus militärischen Gründen) rund doppelt so dick gebaut wie andere Staumauern. Der aufgestaute See ist 9 km lang. Mit 197 Mio. Kubikmeter wird rund halb so viel Wasser gestaut wie im Stausee der Grande Dixence, aber mehr als in Mauvoisin (180 Mio. Kubikmeter).
 
Bei meinem Besuch war der Stausee praktisch voll. Der Anblick des Sees bei Föhnwetter hinten aus dem Tal aus einer erhöhten Warte ist spektakulär. Zuerst meinte ich, ich könne diese Ansicht mit einer Besteigung des Pizzo Stella (3163 m) kombinieren. Der Pizzo Stella liegt zuhinterst im Valle di Lei. Beim langen Anmarsch entlang des Sees verdichteten sich die von Süden herangeblasenen Wolken über dem Gipfel aber immer mehr. Ich entschloss mich deshalb, am Ende des Sees nach Westen in Richtung Passo Angeloga hochzusteigen (wo man via Rifugio Chiavenna ins Valle Spluga [auch Valle San Giacomo genannt] absteigen könnte). Der Weg ist allerdings schwierig zu finden, weil überwachsen bzw. von den Kühen zertrampelt. Am besten geht man von der Strasse zu einem leuchtend roten Pfahl auf halber Höhe, wo sich wieder Wegspuren und rot-weiss-rote Markierungen finden.  
 
Der Passo Angeloga ist eine idyllische Hochebene mit unzähligen kleinen und grösseren Seen. Während der Anstieg aus dem Valle di Lei angenehm ist, fällt der Weg auf der andern Seite zur Alp Angeloga (wo sich das Rifugio Chiavenna befindet) steil ab. Vom Passo gibt es zwei Wege hinunter auf die Alp.
 
Die auf den italienischen Wegweisern angegebenen Marsch-Zeiten sind sehr knapp bemessen. Diese Zeiten schaffen nur ausgezeichnete Schnell-Wanderer. So ist z.B. zuhinterst beim See für die Strecke zum Rifugio Chiavenna eine Zeit von 1,5 Stunden angegeben (rund 6 km Distanz mit 500 m Aufstieg und 400 m Abstieg).
 
Auf dem Passo Angeloga und auch im Valle di Lei trifft man vielerorts auf Spuren einer stillgelegten Luftseilbahn. Es handelt sich dabei um die Personen- und Material-Transportseilbahn für den Bau der Staumauer in den Jahren 1957 – 1962. 1500 Mann arbeiteten auf dieser Baustelle; sie wurden vom Valle Spluga mit der Bahn auf die Baustelle gebracht, wie auch der Beton. Einiges Füllmaterial für die Staumauer wurde gleich an Ort und Stelle ausgebrochen, was man heute noch sieht (östlich oberhalb der Staumauer sind die Spuren eines grossen Steinbruchs sichtbar).
 
Näheres zum Stausee erfährst du auf der Homepage der KHR: http://www.khr.ch/deutsch/anlagen/valle_di_lei.html

Tourengänger: johnny68

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