Freudentäli


Publiziert von ossi , 27. August 2009 um 21:40.

Region: Welt » Schweiz » Schaffhausen
Tour Datum:27 August 2009
Klettern Schwierigkeit: VII (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SH 
Strecke:Klettergarten Freudentäli
Zufahrt zum Ausgangspunkt:siehe Text
Kartennummer:Kletterführer Schaffhausen

Winterthur ist nicht eben bekannt für seinen guten Fels: Sinter, Aufleger, Löcher, Sanduhren und Kanten, man sucht sie vergebens. Auch ein diskreter Blick auf die Landkarte beweist, dass es im ganzen Lande klettertechnisch keinen einzigen ungünstiger gelegenen Ort gibt. Selbst Kreuzlingen bietet da mehr...Seien wir deshalb froh und dankbar, dass Schaffhausen eine Reihe kleiner Felsen bereithält, die zum Klettern einladen. Nicht, dass man ihretwegen den Kletterurlaub in Schaffhausen verbringen würde, doch als überaus reizvolle Alternative zur Kletterhalle oder einer übertrieben langen Reise in den Jura bzw. in die Alpen bietet Schaffhausen ein ganze Palette schöner kniffliger Kletterprobleme.

Allgemeines zum Freudentäli: Die Felsen liegen hübsch im schattigen Wald versteckt oberhalb einer nicht allzu oft befahrenen Strasse. "Natur-erholungstechnisch" gibt das doch schon einiges her. Die Kletterei findet an drei nahe beieinander gelegenen Felsen statt und bietet in Sachen Schwierigkeit die Palette von III bis VIII. Die Klettereien sind eher kurz, dafür aber kräftig: Vor allem die Finger werden ordentlich beansprucht. Der Fels bietet häufig kleine Löcher und Käntchen und ist nicht immer ganz einfach zu lesen. Für die Nähe zur Stadt hält sich der Speck am Stein noch recht in Grenzen. Neben den vorherrschend fingerkräftigen Routen findet man auch zwei steile Plattenklettereien im Bereich VI bis VII+.

Unsere erste Erfahrung im Gebiet: Die Touren sind nicht gerade wohlwollend bewertet. Mag sein, dass einzelne speckige Stellen die Schwierigkeiten erhöht haben, insgesamt drückt aber der Bewertungsmodus der späten 80er-/frühen 90er- Jahre durch. Mein VIIer-Projekt fühlte sich etwa gleich hart an wie der VIIIer ein Woche zuvor in Eppenberg, heute würde man beiden wohl eine VII+ geben.

Die Absicherung ist insgesamt gut, vor allem sind die Bohrhaken alle rostfrei. Zuoberst findet man zwei unverbundene Bohrhaken zum Umlenken bzw. Stand bauen. Bei einzelnen einfachen Touren haben wir keinen Stand gefunden, konnten aber durch die grossen Bohrhaken einfädeln und so ohne Materialverlust umlenken und die Touren wieder ausräumen. Bei den Plattentouren sitzt der erste Haken ziemlich hoch, hier lohnt sich vorgängig eine erste Einschätzung der Schwierigkeiten im Einstiegsbereich.

Zustieg: Von der Haltestelle beim Schweizersbild der Strasse entlang stadtauswärts, bis man am Schweizersbildfelsen vorbeimarschiert ist. Bei der nächsten Abzweigung rechts und dieser folgen bis zum Abzweiger nach Stetten (hier auch Parkplatz). Statt nach Stetten abzuzweigen, weiterhin der Strasse entlang und geradaus , bald in eine langgezogene Kurve. Hier sieht man rechts oberhalb im Wald einen ersten moosigen Biofelsen, den man den einheimischen Käfern, Flechten und Insekten überlässt. Kurz darauf erblickt man dann einige Felsen im Wald, die bereits einiges verheissungsvoller ins Tal hinaus leuchten: Diese Felsen gilt es zu erreichen. Ab Parkplatz ca. 51/2 min, ab Haltestelle ca. 10min.

Tour mit Michèle

Tourengänger: ossi

Galerie


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Kommentare (1)


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Berglurch hat gesagt: Ich spüre...
Gesendet am 28. August 2009 um 09:36
...irgendwie, dass der Thurgau alpintechnisch auf hikr noch nicht den Stellenwert hat, den er verdient. Insbesondere über seine heimliche Hauptstadt Kreuzlingen wird immer wieder hinter vorgehaltener Hand geredet, es sei klettertechnisch sehr abgelegen.... dabei ist's hier doch so schön ;-)
Aber wo hier der nächste gutgriffige Fels aus tadellosem Kalk ist, ist schon die Frage, das stimmt ;-)

Good Climb!

Klaus


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