Alp di Fora (Calanca) : Eisgrotte !?


Publiziert von Seeger Pro , 18. März 2009 um 23:54.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Misox
Tour Datum:13 März 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Arbeola-Molera   CH-GR 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Strecke:8 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV und PW: Bellinzona - Roveredo - Val Calanca - Arvigo. Mit der Kleinkabinenbahn nach Braggio. Parkplätze für PW: ausgangs Dorf, 200m nach der Talstation.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Braggio: Privatunterkunft bei Agnese Berta Alp di Fora: gut heizbare und schön gelegene Selbstversorgerhütte am Calanca-Höhenweg
Kartennummer:Grono 1294

Prachtswetter und warm. Zu warm. Denn der Schnee wird ab Mittag weich und die Lawinengefahr ist erheblich. Das Retourbillett der Kleinkabinen-Seilbahn von Arvigo nach Braggio kostet CHF 8.--. Die Kabine hat locker für 8 Personen Platz, inklusive Rucksäcke. Ab Braggio stehen 3 Aufstiege zum Rifugio Alp di Fora Verfügung:
1.) Senkrecht über der Bergstation zu Pt 1459, dann auf der Rippe bis zur neuen Forststrasse auf etwa 1600m ansteigen, auf dieser in südlicher Richtung etwa 100m weiter bis zu einer Lawinenschneise. Kurz nach derselbigen die Strasse nach links steil ansteigend verlassen (Markierter Weg) und diagonal direkt auf die Hütte zu ansteigen. Ab etwa 1800m dreht der Weg nach links um einen Kopf herum, auf dem die Hütte steht
2.) Von der Bergstation gegen das Restaurant auf der Strasse, bis der Wegweiser kurz nach einem Bacheinschnitt den markierten Weg nach rechts anzeigt. Dieser führt nach Mondent, 1453m, dann in Kehren durch den Wald hinauf zur oben genannten Forststrasse. Auf dieser südlich weiter bis zur Abzweigung nach der Lawinenschneise. (weiter siehe oben)
3.) Etwas weniger den Schneerutschen ausgesetzt (1. und 2.): Von der Bergstation der Strasse entlang (Strasse nach Selma)an Stabbio und Sciorgnin vorbei bis zum Pt.1496. (Fahrverbotstafel). Dann scharf nach rechts in die angenehm steigende, neue Forststrasse einschwenken. Dieser etwa 1,5 km entlang bis zur Abzweigung nach der Lawinenschneise. (weiter siehe oben).
Es ist nachmittags und ich nehme die etwas sicherere Variante 3.) und erreiche problemlos die Hütte. Denn ein geübter Schneeschuhläufer – Herr Brummer – hat eine perfekte Spur hingelegt. Danke!
Und welche Überraschung: Die Schneedecke beträgt etwa 80 cm und der Hütteneingang ist freigeschaufelt, das Dach hat sich schon einmal vom Schnee entladen und wieder mit neuen 80cm befrachtet.  Somit kann man bequem über den Schneehaufen auf das Dach steigen.
Mittels einem Schwedenofen heize ich den Raum ohne Probleme auf. Das Holz ist im Innern aufgeschichtet. Das Gas ist alle, aber die Reserve-Flasche gut zu finden. Das Tropfwasser des verbogenen Dachkännels kann mit einem Kessel aufgefangen werden. Zur Benützung als gekochtes Wasser oder zur Spühlung des WC. Dank den solarstromgestützten Lichtquellen werden einige Sudoku’s gelöst und dann ab ins Körbchen..(www.sentiero-calanca.ch)
Und wieder erwacht ein sonniger Tag. Ab etwa 10 30 Uhr scheint sie auch auf die Hütte. Ein Kurzausflug von etwa 1 ½ Std in Auf und Ab, getragen von hartgefrorenem Schnee, führt mich zur einmalig schön gelegenen Hochebene des Pian di Renten. Der Blick über das Val Mesocco ins Val Cama und auf den Grenzgrat CH-I ist erbaulich. Erinnerungen werden wach. Déjà vues.
Zurück zur Hütte treffe ich meine Kollegen. Das Schneeschaufeln geht so richtig los. Und wäre nicht die so einfühlsam geplante Kaffeepause gewesen, hätte uns der vom Dach mit einem lauten Knall heruntergeglittene Schnee glattweg erdrückt. (Schätzungen gehen von etwa 10 Lastwagen voll Schnee aus). Der Eingang ist zum Glück wenig betroffen. Und so schaufeln wir gemeinsam weiter und weiter……….In der Ferne hören wir den Niedergang der Aurelia-Lawine, welche über Selma regelmässig zu Tale brescht.
Müde sinken wir alle in die Betten. Auch der nächste Tag zeigt sich von der sonnigsten und angenehm warmen Seite. Als Rückweg wählen wir eine Direttissima entlang der breiten Lawinenschneise südlich der Hütte bis zur Forststrasse und anschliessend die Varianten 1.), respektive 2.).

Tourengänger: Seeger

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