Neue Perversität in Österreich - das Heli-Skiing


Publiziert von maxl, 26. März 2014 um 13:50. Diese Seite wurde 1306 mal angezeigt.

...ich dachte, ich trau' meinen Augen nimmer.
Heut in der Zeitung gelesen, dass in Kanada beim sog. "Heli-Skiing" einer bei einer Lawine um's Leben gekommen ist.

Klar, es ist immer furchtbar, wenn jemand in den Bergen um's Leben kommt, aber in so einem Fall erscheint mir das doch reichlich vorprogrammiert...!

Inzwischen kann man sogar in (mehr oder minder) heimischen Gefilden diesem Schmarrn nachgehen.

Wie wär's, wenn sich die Hikr-Community einen eigenen Hubschrauber gönnen würde? Dann wären die Tage lästiger, kraftraubender, event- und kickarmer Aufstiege endlich gezählt.....



Kommentare (20)


Kommentar hinzufügen

Winterbaer Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. März 2014 um 19:59
Ich bin auch ein ganz entschiedener Gegner von dem Krampf. Wer nicht selber hochsteigt, darf auch nicht die tollen Hänge runterfahren, ist meine Meinung. Außerdem habe ich erst von einem kompetenten Hüttenwirt gehört, dass ein Heliflug (in dem Fall waren es Suchflüge nach einem Vermissten) jedesmal die Gämsen in derartiger Panik über die Felsen jagen, dass danach immer eine abgestürzte zu finden ist.
Heliskiing, Herumknattern zum Spaß in den Bergen, gerade noch im Winter!, mit einem elendslauten Quad...einfach eine hirnlose Sauerei!
Wann fangen die Menschen endlich an, mal nachzudenken und nicht nur ihr eigenes Vergnügen in den Vordergrund zu stellen?

Mistermai hat gesagt: RE:
Gesendet am 27. März 2014 um 10:33
Ich bin grundsätzlich gleicher Meinung. Allerdings muss man auch sehen, dass zumindest die walliser Helikopter-Unternehmen nicht überlebensfähig wären ohne das Spass-Flug-Business. Solange wir Berggänger den Luxus von Rettungsflügen beanspruchen wollen können, müssen wir wohl auch mit dem anderen Business leben können.
Im weiteren könnte man argumentieren, dass Rettungsflüge schlussendlich auch grösstenteils durch Freizeit(-Spass-)Aktivitäten verursacht werden und somit prinzipiell nicht so viel besser sind...

Heliskiing ist ein kontroverses Thema und bekanntlich kann man ewig darüber diskutieren - ich belasse es bei diesem Gedankenanstoss.

orome hat gesagt: RE:
Gesendet am 27. März 2014 um 10:56
Und das ist genau der Mythos, den das oberwalliser Heliunternehmen immer verbreitet zur Rechtfertigung der immer ausgedehnteren Touriflüge. Ich kanns mir beim besten Willen nicht vorstellen. Im Winter hats dermassen viele mehr oder weniger gut begründbare Rettungsflüge. Und viele der Notärzte im Heli bekommen kein Lohn, sondern arbeiten da in ihren Ferien für Kost und Logis ...

Und selbst wenns ein lukratives Geschäft wäre. Dann sollts eine staatlich geförderte Helirettung geben und fertig. Dann würde vielleicht auch die Indikation zum Ausrücken etwas restriktiver gestellt werden ....

Winterbaer Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 27. März 2014 um 11:06
Ich finde es traurig, dass die Gewährleistung einer evtl. Rettung nur so möglich sein sollte.
Dazu habe ich mal versucht, die Finanzierung solcher Einsätze z.B. in Bayern zu erkunden. www.bergwacht-bayern.de/index.php?id=26. Anscheinend hat die Bergwacht bei uns gar keine eigenen Helis www.bergwacht-bayern.de/index.php?id=10095. Wenn die Flüge durch die Bundeswehr, Polizei oder Bundespolizei erfolgen, nehme ich an, dass diese "Institutionen" eh schon aus unseren Steuergeldern bezahlt werden. Zum ADAC möchte ich nichts sagen, darüber konnte man in der Vergangenheit genug in der Presse lesen.
Wieviel Defizit also die Bergwacht wirklich durch die Flüge allein macht, ist nicht zu ersehen, da das Defizit ja die gesamten Bergwachtleistungen betrifft.
Wir haben ja hier sowieso nicht die ganz großen, weiten Hänge. Weiß gar nicht, ob es sich "lohnen" würde, bei uns das Heliskiing einzuführen. Aber ich hoffe sehr, dass es die Bayrische Bergwacht auch in Zukunft schaffen kann, ihr evtl. durch Rettungsflüge enstandenes Defizit durch Spenden selbst auszugleichen, ohne Heliskiing!

83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 26. März 2014 um 20:10
Man ist geschäftstüchtig im schönen Vorarlberg... ein derartiger "Großkopferten-Quatsch" gehört meines Erachtens verboten aus Rücksicht auf andere Menschen und Tiere.
Es ist in meinen Augen eine Perversion, dass sich anderswo in der Welt Menschen kein Wasser zum Trinken leisten können und hier so ein Wahnsinn abgezogen wird. Wenn man schon zu viel Geld hat, könnte man auch was Gutes damit tun, anstelle sowas damit zu machen.
Ist aber nur meine eigene, ganz persönliche Meinung und jeder hat das Recht, anders zu denken...

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 27. März 2014 um 11:49
Nun von X-tausend Gipfeln in Österreich und der Schweiz werden nur wenige mit Helis angeflogen. Es gibt also noch genügend Berge ohne Heliski (oder Bergbahnen) auf die man in Ruhe steigen kann. Was soll also die Aufregung?

Auch punto Umweltschutz ist das Heliskiing ein kleines übel gegen die Millionen von Autos welch täglich in der Schweiz und Österreich umher fahren.

Deshalb ist sind mit die wenigen (unsportlichen) Helitouristen scheissegal...

Henrik hat gesagt: Da gibt es eine neue Bedrohung,
Gesendet am 27. März 2014 um 12:08
die wirklich aufhorchen lassen müsste!

Plastik im Honig






Winterbaer Pro hat gesagt: RE:Da gibt es eine neue Bedrohung,
Gesendet am 27. März 2014 um 17:42
Immer mehr Bienenvölker gehen heute kaputt. Pflanzenschutzmittel stehen im Verdacht. Vielleicht werden die Menschen bald die Blüten ihrer Nutzpflanzen per Roboter bestäuben..na, geht doch!
Ein Urlaubsflug pro Jahr z.B. nach Mallorca ist von der Umweltbelastung genauso schlimm, wie das ganze Jahr ein Auto zu benutzen.
So gesehen, ist alles sch....egal, was der Mensch für seinen Spaß anstellt, oder? Nur....die Tiere haben eben keine Lobby. Und die suchen sich zum Leben nicht nur die Berge aus, wo kein Mensch zum Spaß herumknattert. Meiner Meinung nach waren die Tiere überall immer schon zuerst da. Der Mensch ist einfach egoistisch und arrogant, indem er meint, alles tun zu können, was ihm Spaß macht.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:Da gibt es eine neue Bedrohung,
Gesendet am 27. März 2014 um 19:01
Der Mensch ist (leider) auch ein Tier, jedenfalls für all jene welche der Evolution den Vorzug vor irgendwelchen Religionen geben. Tiere tun genauso (instinktiv) alles was ihnen "Spass" macht, ohne dabei an die Konsequenzen zu "denken", denn Evolution ist nicht zielgerichtet. Auch das oft und gern zitierte "ökologische Gleichgewicht" ist nur eine menschliche Wunschvorstellung, die es in der Natur nicht gibt.

Winterbaer Pro hat gesagt: RE:Da gibt es eine neue Bedrohung,
Gesendet am 27. März 2014 um 20:11
Gut, wahrscheinlich hast Du recht. Aber es fehlt dann den Tieren bei allem Streben nach Macht und Reichtum (=größt mögliche Anzahl an Weibchen) die Technologie, die Erde nachhaltig zu vergiften und in dem Maße zu zerstören, wie es der Mensch tut. Ist das wenigstens richtig?
Wenn nicht, ist wirklich alles sch....egal, was wir hier tun und für was wir meinen, kämpfen zu müssen?

Schneemann hat gesagt: RE:
Gesendet am 27. März 2014 um 22:12
Die Autos sind kein passender Vergleich. Erstens verursachen Autos weniger Umweltdreck und zweitens braucht man das Auto oftmals notwendigerweise. Für Heliskiing trifft nichts davon zu - das ist extrem umweltschädlich und völlig überflüssig, reinster Luxus den niemand wirklich braucht. Würden alle die Auto fahren Heliskiing betreiben, dann wären die Alpen ein lärmender, dreckiger Müllhaufen.

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 28. März 2014 um 05:21
Rechne den jetzigen Kohlenstoffdioxid aller Freizeitautofahrten an einem schönen Wochenendetag zusammen und vergleiche diesen mit dem CO2-Ausstoss am selben Tag von Helikopterflügen. Das ist eine Tatsache und hat nichts mit "Hätte, Würde, Könnte" zu tun.

In der Schweiz oder Österreich mit dem Auto in die Alpen zu Fahren ist übrigens auch Luxus - denn es wäre nicht nötig, da es in beiden Ländern ein gutes öffentliches Verkehrsnetz gibt.


Schneemann hat gesagt: wie gesagt...
Gesendet am 28. März 2014 um 08:33
...das ist eben ein unpassender Vergleich. Wenn schon müsste man den CO2-Ausstoss EINES Heliflugs mit EINEM Ausstoss eines PKWS vergleichen. Oder mit dem CO2-Ausstoss eines gewöhnlichen Skilifts. Ich bin da kein Experte, aber der Heli dürfte ziemlich schlecht abschneiden. Weiterhin gehts beim Umweltschaden durch Heliskiing gar nicht primär um den CO2-Ausstoss, sondern darum dass hier Lärm und Dreck in bislang verschonten Regionen verbreitet werden, wodurch besonders grosser Schaden entsteht - besonders bei Wildtieren im Winter.

Mit dem Auto in die Alpen zu fahren mag oftmals ebenfalls vermeidbarer Luxus sein. Ich bin der Letzte der da was dagegen sagt. Aber es ist weitaus weniger umweltschädlich als Heliskiing und es ist leider auch oft schwer vermeidbar und je nach Fall (wenns viele Personen im Auto sind) auch nicht unbedingt viel schädlicher als ÖV.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:wie gesagt...
Gesendet am 31. März 2014 um 15:33
> Wenn schon müsste man den CO2-Ausstoss EINES Heliflugs mit EINEM Ausstoss eines PKWS vergleichen.

nöö. wenn schon denn schon müsste man den CO2-Ausstoss eines PKWS und eines Helis zusammenzählen, denn kaum einer der zum Heli-Skien fährt, wird dazu den ÖV nehmen!

sven86 hat gesagt: RE:
Gesendet am 28. März 2014 um 10:13
Es gibt in Österreich (und auch in Deutschland) kein gutes Verkehrsnetz! Mit der Schweiz ist das nicht zu vergleichen!

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 28. März 2014 um 11:22
Von ganz Österreich wusste ich es nicht, immerhin hatte ich aber in Tirol immer gute Verbindungen.

Winterbaer Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 28. März 2014 um 12:13
Auf viele unserer Ammergauer Berge, die an der bayrisch-tiroler Grenze liegen, kommst Du nur mit einem mindestens 20 km langen Fußmarsch. Und dann kann es noch sein, dass Du vom nächsten Bahnhof/Bushalt nimmer heimkommst. Das ÖV-Netz ist hier bei uns eine einzige Katastrophe, leider. Und so muss ja jeder mit dem Auto fahren und der Bedarf für wenigstens eine Buslinie ergibt sich gar nicht. Ein einziger Teufelskreis.

maxl hat gesagt: RE:
Gesendet am 28. März 2014 um 14:46
ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist, anhand eines Vergleiches zwischen der Umweltschädlichkeit von Autos und Helikoptern (vermeintlich "harten Fakten") zu einer Bewertung des Heli-Skiings zu gelangen. Mit dieser Methode könnte man schließlich jeden erdenklichen Quatsch rechtfertigen ("wieso? - damit richte ich immer noch weniger Schaden an als die Autofahrer; also: Plastikmüll im Garten verbrennen").

Was mich mehr aufregt als die (zweifellos vorhandene, unnötige) konkrete Umweltverschmutzung, ist die Art und Weise, wie Menschen hier mit ihrer Umgebung umgehen. Jeder, der grad im Winter im freien Gelände unterwegs ist, weiß doch, dass es eine Menge Gefühl braucht, um Qualität des Schnees und ergo Gefahren einschätzen zu können. Und jetzt kommen Firmen daher, karren für ein paar hundert Euro ("Wucher":-)) irgendwelche Touris auf den Berg, damit diese völlig unvorbelastet und ohne sich auch nur den Anflug eines Gedankens machen zu müssen ein unberührtes Powder-Äkschn-Fun-Event haben können. Das ist für mich schlicht respektlos....

sven86 hat gesagt: RE:
Gesendet am 28. März 2014 um 15:47
Aber ich nehme doch mal an, dass da auch fachkundige Leute dabei sind, so wie wenn man sich eben von einem Bergführer irgendwo hinaufziehen lässt?

Wenn das wirklich auf vereinzelte Ziele beschränkt bleibt, kann man meiner Meinung noch darüber diskutieren, die Einheimischen wollen ja auch von irgendetwas leben. Wobei ich die Situation vor Ort nicht kenne, so ganz vom Hungertuch wird man wohl kaum nagen müssen....Schlimm wäre es wirklich wenn das Ganze Schule machen sollte, alleine schon wegen der Lärmbelastigung...das gilt dann aber übrigens auch für den Motorradlarm, dem man im Sommer vielerorts ausgesetzt ist!

sven86 hat gesagt: RE:
Gesendet am 28. März 2014 um 15:52
Naja irgendwie durchwurschteln kann man sich schon, und wenn man eh näher dran ist, ist das vielleicht nicht so tragisch. Ansonsten macht es aber schon einen Unterschied, ob man 4 oder 8 Stunden unterwegs ist, vor allem wenn man auf die Wochenenden beschränkt ist...und wirklich günstiger ist das auch nicht, vor allem wenn man ja nur kurzfristig planen kann..und irgendwelche abstrakten Umweltschutzuberlegungen spielen dabei schonmal gar keine Rolle, so vermeintlich egoistisch das auch klingen mag.


Kommentar hinzufügen»