Verbuschung der Berge


Publiziert von fuemm63, 11. August 2013 um 09:39. Diese Seite wurde 1102 mal angezeigt.

"Verschwindet der Mensch, kommt die Grünerle": Interessanter Artikel in der NZZ vom 10.08.2013



Kommentare (15)


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kopfsalat Pro hat gesagt: wissenschaftlich?
Gesendet am 11. August 2013 um 12:39
naja, die feststellung ist sicher interessant, die schlussfolgerungen aber höchst bedenklich. nämlich dass wieder einmal der mensch besser weiss, was für die natur gut ist, als die natur selber.

dazu dann auch gleich noch mit dem verlust von touristen zu drohen, ist nicht nur lächerlich sondern komplett unwissenschaftlich.

denn inwiefern touristen die natürlich gewachsende natur, einem künstlich angelegten hochgebirgsgarten, vorziehen würden, wurde, soviel ich weiss, noch nie (wissenschaftlich) untersucht!

inwiefern sich die "wissenschaftler" dadurch leiten liessen, dass mit natürlicher natur auf den ersten blick nicht so viel geld verdient werden kann, weiss ich nicht.

ps: was ein wenig befremdet, ist dass weder die nzz einen link zur studie angibt, noch sich auf der internet seite der akademie irgendetwas zum thema grünerle finden lässt: [www.akademien-schweiz.ch/index/meta/suche.html?search=gr%C3%...]

pps und ad "hominem": in der letzten pro natura-zeitschrift wurden die positiven schlussfolgerungen der "akademie" zur sogenannt grünen gentechnik nicht nur ziemlich zerpflückt, sondern auch die voreingenommenheit der daran beteiligten wissenschaftler benannt.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:wissenschaftlich?
Gesendet am 11. August 2013 um 12:51
ppps: habe den link nun doch gefunden: www.scnat.ch/d/Aktuell/News/index.php?id=2682

fuemm63 Pro hat gesagt: RE:wissenschaftlich?
Gesendet am 11. August 2013 um 12:51
danke für die rückmeldung - diskussion ist eröffnet! ;-)

ich teile deine skepsis bezüglich "anthropogener natur-gestaltung" und nahm die schlussfolgerungen stirnrunzelnd zur kenntnis. komplette blödsinn ist die tourismus, das nichts anderes als ein killer-argument ist.

ich denke bei der grünerle auch an das valsertal, wo sie sich überall dort ausbreitet, wo es es steile, feuchte hänge hat. sie ist im gegensatz zu anderen büschen oder bäumen so elastisch, dass sie sich nach einem lawinenniedergang einfach wieder aufrichtet. darum wird sie auch zur sicherung von rutschhängen durchaus begrüsst. wird auch nicht erwähnt im artikel....

danke für die links, ich werde reinschauen!


pizflora hat gesagt: RE:wissenschaftlich?
Gesendet am 12. August 2013 um 10:05
das wurde tatsächlich untersucht, brauchst nur mal auf google scholar kurz nach ein paar stichworten zu suchen. zb hier: http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01426397.2010.519436
heraus kam, dass schweizer mehrheitlich offene und halboffene landschaften den bewaldeten bevorzugen.

darüberhinaus sind extensiv bewirtschaftete wiesen für die biodiversität wichtig, sie enthalten mehr und andere arten als die meisten waldtypen und (vor allem) als grünerlengebüsche.

man kann halt alles so oder so sehen, und schlussendlich ist das ganze eine gesellschaftliche entscheidung. mir persönlich ist eine vielfältige subalpine landschaft (inkl. extensiv bewirtschaftete oder "gepflegte" flächen) jedenfalls lieber als eine, die aus intensiv bewirtschafteten flächen (oder, wie im tessin, gemähten wiesen um ferienhäuschen) und wald/gebüsch besteht.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:wissenschaftlich?
Gesendet am 12. August 2013 um 15:54
> dass schweizer mehrheitlich offene und halboffene landschaften den bewaldeten bevorzugen.

nicht ganz. heraus kam, dass schweizer - REIN VISUELL auf fotomontagen - offene und halboffene landschaften bevorzugen.

das mit der biodiversität stimmt, aber diese diversität konnte auch nur durch das eingreifen des menschen entstehen. hätte man die wälder nicht gerodet, wären diese arten wohl nicht oder sicher nicht so zahlreich bei uns vertreten.

ich nehme mal an, die engadiner-schafe fressen wohl auch sämtliche triebe von bäumen ab, sodass auf diese weise ganz sicher kein natürlicher wald entstehen kann. bliebe wohl als einzige alternative das künstliche wiederanpflanzen des waldes, den der mensch zuvor ausgerottet ... eh gerodet hat?

ob man aber eine alp- und schafwirtschaft mit subventionen künstlich am leben erhalten soll, einzig für einen landschaftsgärtnerischen effekt, ist tatsächlich eine gesellschaftliche frage.

von meinen wanderungen durch die französischen süd-alpen und die pyrenäen, kann ich nur soviel sagen, dass die vergandeten ehemaligen wirtschaftsflächen auf mich eher einen äusserst artenreichen eindruck machten. aber das sind meine persönlichen ansichten und noch dazu in klimatisch wohl eher nicht direkt vergleichbaren regionen?

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. August 2013 um 21:02
Bevor der Mensch die Alpen besiedelte gab's dort auch keine Alpweiden sondern nur Wald. Ich find es deshalb kein Problem wenn sich die Natur die Alpweiden zurück holt.

fuemm63 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 11. August 2013 um 21:30
...und die Grünerle ist eben ein "Pionierbaum".

Zaza hat gesagt:
Gesendet am 12. August 2013 um 15:29
Zu diesem Thema gab es vor ein paar Jahren eine interessante Dokumentation auf SRF: Klick

LG, zaza

kopfsalat Pro hat gesagt: Bock zum Gärtner machen.
Gesendet am 4. September 2013 um 12:10
Anscheinend sind Schafe selber in nicht geringem Ausmass für die Förderung der Erosion, sowie die Vernichtung der pflanzlichen Artenvielfalt verantwortlich:

[www.kora.ch/malme/05_library/5_1_publications/B/Blankenhorn_...]

fuemm63 Pro hat gesagt: RE:Bock zum Gärtner machen.
Gesendet am 6. September 2013 um 07:36
Danke für den Link! Sehr interessante Infos, die ich aus eigener Anschauung bestätigen kann.

Lulubusi hat gesagt:
Gesendet am 7. September 2013 um 09:27
na ja, einige Aussagen scheinen mir dann doch ein bisschen einseitig! Es gibt immer und überall zwei Seiten!
So zum Beispiel der Tourismus dem hier nachgesagt wird, wenn ichs richtig verstanden habe, kein Argument gegen die Verbuschung sei.

Sorry das ist dann doch nicht ganz korrekt! Ob Sinnvoll oder nicht sei dahin gestellt!
Aber welche Landschaft ist schöner zu betrachten? Eine schöne Alpweide? oder ein mit Erlen überwucherter Hang? Dies ist wohl klar! Und die Mehrheit der Touristen bevorzugen nun mal nicht die Erlen!

Zudem hat es nicht nur auf die Landschaft Konsequenzen! Man sollte sich auch mal überlegen, was mit allfälligen Arbeitsplätzen passiert, wenn man pauschal sagt, Alpweiden verwuchern lassen! (Bergbauern)
Ich weiss schnell heisst es jetzt sie sollen sich eben einen anderen Beruf suchen. Ja können sie machen! Jeder der diese Aussage macht oder mit dem Gedanken nur schon spielt, sollte sich dann mal überlegen, was das für unsere Produkte in den Geschäftern heisst!

Die Pflanzen und Tierwelt ist definitiv vielfälltiger als bei den meisten Waldtypen vor allem gegenüber wild verkrauteten Hängen.
Ein Beispiel sind auch einige Hochmoore. Anfänglich durften Rinder dort weiden. (Wunderschönes Hochmoor) Ober stock Grüne Sesselpupser mit gestrickten Socken entscheiden dann, irgendwo an einem Bürotisch, dass die Rinder sich nicht mehr im Moor bewegen dürfen! Was passierte: Über die Jahr verlandete das Moor, trocknete aus und ist zwischenzeitlich nicht mehr existent.

Also man sieht es gibt immer bei allem zwei Seiten, die man genaustens gegeneinander Abwägen sollte!
Einfach so pauschal mal sagen, verwalden lassen, ist falsch. An einigen stellen ist dies sicherlich Sinnvoll, an anderen dann eben wieder nicht und etwas muss dagegen getan werden.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 7. September 2013 um 12:00
> Ober stock Grüne Sesselpupser mit gestrickten Socken entscheiden dann, irgendwo an einem Bürotisch, dass die Rinder sich nicht mehr im Moor bewegen dürfen! Was passierte: Über die Jahr verlandete das Moor, trocknete aus und ist zwischenzeitlich nicht mehr existent.

ich sehe, du bist ein fachmann. somit erübrigt sich wohl jede weitere diskussion mit mir als reinem laien.

fuemm63 Pro hat gesagt:
Gesendet am 9. Oktober 2013 um 08:04
Ein ausführlicher Beitrag von Ludwig Treml zur Frage Natur- vs. Kulturlandschaft. Er vertritt die anthropozentrische Position.

rojosuiza hat gesagt: Wer hat wohl die ältesten Recht?
Gesendet am 14. Oktober 2013 um 10:53
Es lebe die Grünerle als Kletterhilfe! Sie lebe hoch!

"Der Abstieg ist ziemlich steil. Ich finde mich schliesslich wieder in einem kleinen Bachbett mit einer Art Haselstrauch. Der Strauch ist sehr hilfreich; er gibt mir beim Turnen extra Griffe und Halt."

Sie sei mir verflucht, die Grünerle, wenn sie mich am weiterkommen hindert!

"Es geht wirklich gut, ich stehe bald in der Ebene. Stehen ist zwar etwas übertrieben; es ist eher kauern. Die Büsche, die mir geholfen haben, jetzt werden sie mir zum Fluch. Sie bilden ein Dickicht, das kaum zu durchbrechen ist."

http://www.hikr.org/tour/post70577.html

Ganz rojosuiza-zentrisch also, diese meine Meinung... sonst halte ich es mit der Natur: die Grünerle war gewiss vor den Rodern da.

fuemm63 Pro hat gesagt: RE:Wer hat wohl die ältesten Recht?
Gesendet am 16. Oktober 2013 um 18:46
"rojosuiza-zentrisch" - kannte ich gar nicht, wird wohl eine spezielle Variante von anthropozentrisch sein ;-)


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