Stilllegung jeder zweiten Regio-Bahn?


Publiziert von Henrik , 14. Oktober 2012 um 14:15. Diese Seite wurde 707 mal angezeigt.


Mehr Bus statt Bahn im Regionalverkehr 

In der NZZ vom Sonntag: http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/mehr-bus-statt-bahn-im-regionalverkehr-1.17680583  werden nicht gerade optimistische Zeichen gesetzt... Sollte der Benzinpreis mal dann die Marke 5 Franken erreicht haben, stehen die Busse still...und die Trasses existieren dann ja auch nicht mehr....

Einmal mehr werden Randregionen abgehängt und ganze Bevölkerungsschichten dazu. Eingeschränkte Altersgruppen und anderweitig handicapierte sowieso!

Vielleicht sind wir bis dann nur noch virtuell unterwegs?

silberquäki




Kommentare (13)


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Gelöschter Kommentar

Mistermai hat gesagt: RE:Naja ...
Gesendet am 14. Oktober 2012 um 21:51
Ich kann dir durchaus zustimmen. Dazu sind wir auch auf gutem Wege, bei den Bussen brauchbare Alternativen zu den Fossilen Brennstoffen zu finden.

Bei uns verkehren seit ca. einem Jahr Wasserstoff-Busse, die zum Antrieb über eine Brennstoffzelle mit Wasserstoff Strom produzieren.

Infos zum Brennstoffzellenbus

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 09:20
Wasserstoffbrennstoffzelllen sind eine nahezu optimale Lösung. Jedoch um Wasserstoff herzustellen braucht es die Elektrolyse und dazu Strom. Nur kommen dann die "Grünen" und sind wieder einmal gegen Windkraftwerke, Stauseen und Kernkraftwerke. Schlussendlich müssen wir Strom importieren und sind noch mehr vom Ausland abhängig.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 15:31
naja, was das nun mit den grünen zu tun hat, ist mir ein wenig schleierhaft. wollte die schweiz, als rohstoff-armes land, komplett autark sein, wir müssten uns ins mittelalter zurück-katapultieren und selbst dazumal war ohne internationalen handel kein wohlstand zu erreichen.

das einzige, was wirklich zukunft hat, ist die energie-effizienz zu steigern. mehr info dazu gibts z.b. hier: strom-effizienz-initiative

kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 08:24
würde man die ganze kostenwahrheit berücksichtigen, bahnen wären mit abstand das profitabelste verkehrsmittel. aber solange die automobil-lobby noch eine so starke hand hat, werden wir eben am ziel vorbei investieren.

hinzu kommt der in den letzten jahrzehnten immer stärker auch zu uns herübergeschwapptem katastrophale fehlschluss, dass man meint, ein staat müsse rentieren. ein staat sei eigentlich nichts anderes als ein (sehr) grosses unternehmen und müsse genau gleich funktionieren. nichts könnte fälscher sein.

die einzige daseinsberechtigung des staates ist die gemeinsame wohlfahrt. so muss der staat u.a. dafür sorgen, dass die infrastruktur für das zusammenleben vorhanden ist. dann kann sich auch eine gesunde privat-wirtschaft entwickeln.

Runner Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 08:53
da bin ich ganz Deiner Meinung! Ohne Kommunist zu sein sage ich: gewisse Dienstleistungen müssten auch vom Staat kontrolliert werden (Wasser, Strom, Telekommunikation, Krankenwesen etc.). Dies würde m.E. umso mehr gut funktionieren, als bei uns der Staat bzw. Bund letztlich das Volk ist. Nur eben, wie bereits angedeutet wurde liegt in diesen Zweigen zu viel Profit drinn...

Myron hat gesagt: Liste einsehbar
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 12:09
Die ganze Liste der betroffenen Strecken ist nun einsehbar:

[www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Zugstrecken-mit-schlec...]

Ich finde die Liste ein Witz, weil fast das ganze Berner S-Bahn-Netz davon betroffen ist. Hingegen fehlt darauf z. Bsp. die Strecke Brig - Goppenstein (BLS Bergstrecke), welche bei schlechtem Wetter und im Winter sicher auch nicht rentabel ist.



ABoehlen Pro hat gesagt: RE:Liste einsehbar
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 12:34
Vollkommen realitätsfremd, wenn ihr mich fragt. Will jemand wirklich ernsthaft einen Busbetrieb zwischen Locarno und Domodossola? Oder zwischen Meiringen und Interlaken, wo doch jetzt gerade für sehr viel Geld neue Triebzüge beschafft wurden???

Bei der ganzen Diskussion geht vor allem völlig vergessen, dass die Eisenbahn auch ein Kulturgut ist, auf das wir gerade in der Schweiz eigentlich stolz sein könnten. Aber heutzutage zählt ja wohl nur noch, was rentiert. Arme Schweiz...

Zaza hat gesagt: RE:Liste einsehbar
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 13:28
Das käme, konsequent weiter gedacht, wohl etwa so hinaus wie in Frankreich, wo es das schöne TGV-System zwischen den Städten gibt und sonst einen äusserst dürftigen öV, dessen Angebot von Region zu Region sehr verschieden ist.

Dabei gab es z.B. im Französischen Jura einst ein Eisenbahnnetz, das ebenso dicht war wie dasjenige auf der Schweizer Seite, vgl. dieses interessante Buch.

svada hat gesagt: RE:Liste einsehbar
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 20:04
Gute Beispiele und sehr treffender letzter Abschnitt. Gibt in der Liste noch einige sehr kuriose und fragwürdige Beispiele, abgesehen davon dass mehrere Bahnunternehmen (CJ, RhB, BLS, zb, tpf, MOB und so weiter) den Bahnbetrieb komplett oder zu einem grossen Teil einstellen müssten. Bei einer Umstellung auf einen Busbetrieb würden damit also etliche Arbeitsplätze wegfallen.

Sind sogar Linien drin, die durch die SNCF betrieben werden, oder internationale Zubringerstrecken mit Abkommen (Delle - wenn die Franzosen ihren Teil je fertig bauen werden) etc. Aber wirklich gespannt bin ich auf den Bus auf die Rigi :P

bikerin99 hat gesagt: Wohin mit der Kohle???
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 17:27
Das Ganze ist hoffentlich ein schlechter Witz! Ich hab mir natürlich die RhB-Strecken angeschaut, da kann ich nur den Kopf schütteln! Die Strecken werden zum Teil schon mit Bussen "gedoppelt", respektive können nicht mit Bussen befahren werden, z.B. ein Winterbetrieb auf dem Albula?????

Vermutlich braucht man das Geld um eine weitere Gotthard-Röhre zu bauen, damit die LKW-Lobby zufrieden ist!

Normalerweise bin ich hier nicht politisch, aber das regt mich auf. Ich fühle mich politisch in die 60er Jahre zurückversetzt. Soweit zum bürgerlich besetzten UVEK....


amphibol Pro hat gesagt: ........
Gesendet am 15. Oktober 2012 um 20:18
... wenn ihr mich fragt.

Leider kapieren unsere Mitmenschen - insbesondere auch die Jugendlichen nicht mehr, dass dieser Luxus etwas kostet - etwas kosten soll. (aktuelle Facebook-Dialoge: facebook sbb ..) sprechen für sich und führen meinerseits zu immer mehr Kopfschütteln...

Es gibt leider immer wieder genügend Beispiele wie dumm man sich in einer ansonst fortschrittlichen Fortbewegungsgesellschaft verhält. Politik lässt grüssen.. pfffff

Beispiel 1: Eine unselbständig erwerbstätige, ledige Person, die einen Arbeitsweg von rund 100 Kilometern (eine Richtung) zurücklegt, hat nach geltendem Recht die Möglichkeit, bei Benutzung des öffentlichen Verkehr einen Betrag von CHF 3‘300 (Kosten für GA, 2. Klasse) abzuziehen. Bei Benutzung des Privatautos erhöhen sich die abziehbaren Gewinnungskosten auf CHF 22‘000! (aus Motion 192-2011,Hofmann, SP, Kanton Bern)...

Die Sache spricht für sich.. !

Beispiel 2: Dadurch dass die Verkehrsknotenpunkte Bern, Lausanne, Zürich, Basel usf. aber auch "kleinere Standorte" wie bspw. Thun, Luzern, Biel, Neuenburg etc. im Stossbetrieb völlig überlastet sind, hinzukommend Regiozüge durch Busse ersetzt werden, führt dies automatisch wieder zur a) Zunahme des motorisierten Individualverkehrs MIV (was ich durchaus als negativ bewerte) und b) zur Zunahme der Intercitybenutzung (einer Person die weit ab von urbanen Regionen wohnt, bisher auf einigermassen stabiles Interregionetz setzten durfte, überlegt sich jetzt den Bus zum nächst grösseren Knotenpunkt via das Endziel mit dem Intercity zu reisen).. Dadurch dass die Intercity-Kapazität in den Stosszeiten schon jetzt teilweise dramatisch eng berechnet ist, wird dies automatisch zu einer Überlastung der Bahnhöfe (Anschlüsse bedingen ein mehrheitlich konzentriertes Einfahren in den Bahnhöfen) und zu enormen Ausbaukosten der Knotenpunkte - dies auf dem ansich schon schwer belasteten Buckel der einfacheren und schneller zufriedenen Landbevölkerung.

Das "miv(t)" irgendwie auch, nicht?

Beispiel 3: Motorfahrzeugsteuer
Die Stimmberechtigten des Kantons Bern haben dem Volksvorschlag zur Teilrevision des Gesetzes über die Besteuerung der Strassenfahrzeuge mit 148'107 Ja zu 128’334 Nein zugestimmt. Mit dem neuen Gesetz wird die Grundsteuer pro Kilogramm Fahrzeuggewicht um einen Drittel gesenkt. Der Regierungsrat nimmt zur Kenntnis, dass die vom Grossen Rat verabschiedete ECOTAX-Vorlage, welche den Kauf von verbrauchs- und schadstoffarmen Strassenfahrzeugen fördern sollte, keine Mehrheit gefunden hat. Die Annahme des Volksvorschlags führt für den Kanton zu Mindereinahmen von gut 100 Mio. Franken, die nicht budgetiert sind. Regierungsrat Hans-Jürg Käser, Polizei- und Militärdirektor, führte aus, dass die Regierung im Oktober darüber entscheiden werde, wie dieser Steuerminderertrag im Vollzug des Budgets 2013 aufgefangen werden kann. Der Regierungsrat wird der Finanzkommission mit Blick auf die Ratsdebatte im November deshalb entsprechende Vorschläge unterbreiten (Quelle: Stellungnahme zu den Abstimmungen des Kantons

Vielleicht mit Abbau des Service Public? hmmm.. wahrscheinlich!

Wenn ich die mir wohl bekannte S-Bahnlinie S3 Thun-Fribourg anschaue, stelle ich folgendes fest:

1. Viele Fahrgäste (geschätzt 1/3) weichen den vollen Intercity Zügen aus (Strecke Thun-Bern macht dies zum Intercity vielleicht 7-10 Minuten Fahrzeitdifferenz aus) 2/3 sind effektive Pendler, die keinen direkten Intercity-Anschluss haben.

2. Wenn ich nun Google bzw. Wikipedia frage, wieviel Passagiere - gemessen an den Sitzplätzen - ein solcher Zug fasst, so halte ich 340 Personen fest (es sind jeweils 2 Kompositionen)

3. Folglich rechne ich ab ca. Münsingen (1/2 der Strecke) ungefähr 100 Personen dazu (Stehplätze) so erhalten wir 340 + 0.5*100 (weil nur 1/2 der Strecke) und wir kommen auf rund 400 Personen die pro rata zwischen 6 und 08:45 jeden Morgen nach Bern transportiert werden.

4. Nun: Dadurch dass die S3 2* stündlich fährt, müssen wir den lebigen Betrag von 340 mit 6 multiplizieren, was nach aller Regel der Kunst an die 2040 transportbedürftigen Personen entspricht.

5. Aus einer Stellungnahme von BernMobil ist des Weiteren - sehr interessant - zu entnehmen:
BERNMOBIL legt der Angebotsplanung einen Wert von 2 Personen pro m2 zugrunde. Dies entspricht einer realen Nutzung der Fahrzeuge inkl. Gepäck und Kinderwagen. Diese Ausnutzung der Fahrzeuge liegt auch der Angebotsplanung für Tram Region Bern zugrunde. Gestützt auf diese Berechnungsgrundlage fasst ein Gelenkbus (Länge 18.5 m) 70 Personen, ein langes Combino-Tram (41.5 m) 170 Personen (bernmobil.ch).

Ein Bus fasst also, je nach Grad der Zumutbarkeit (!!), 70 Personen.

Fazit: Brauche wir also um die S3 Thun - Bern abzulösen 30 Busse, die jeden Morgen nach Bern fahren und 30 Busse, die jeden Abend wieder nach Thun fahren! Stellen Sie sich nun auch noch vor - man stünde im Stau!!!! .. wenn wir die Intercity nicht total überlasten..

.. und stellen sie sich vor, wie sich der durchschnittliche Wegaufwand dadurch verändert .. pffff

Wenn ich vom "Süden" - ferienhalber - nach Hause komme, und die Leute meckern höre, wenn der Zug voll oder etwa 2 Minuten zu spät ist - dann bleibt mir oft die Spucke weg - in anderen Ländern geht's oft ganz anders: "wenn nicht heute, dann morgen, oder gar nicht" (Bolivien-Strandard).. oder "wir warten noch bis der Bus/ Zug voll ist" ..Kambodscha-normal; 4 Stunden! oder .. im Bus wird Betelnuss gekaut was das Zeug hält - ab und zu spuckt der Fahrer die rote Brühe bei 60mph aus dem Fenster und ein - gefühlt - grosser Anteil davon spritzt dir durchs offene Fenster weiter hinten wieder ins Gesicht...............usf usf.. na dann gute Nacht ihr verwöhnten Mitbewohner.. !

FAZIT II und schlussendliches Fazit meiner Geschichte: Ich bin stolz, auf ein gesundes ÖV-Netz setzen zu können - wir werden von der ganzen Welt beneidet dafür - lasst uns also das Nötige dafür tun, das dies so bleibt - hierfür würde ich sogar politisch aktiv werden .. der ökonomische Grundgedanken der (leider) geläufigen Lehre ist nicht in jedem Fall erwünscht - irgendeinmal muss das doch verstanden werden..

In diesem Sinne : "Anyone who believes [exponential] growth can go on forever in a finite world is either a madman or an economist." Kenneth E. Boulding

.. und ein paar Gedanken von

amphibol

ABoehlen Pro hat gesagt: Online-Petition «Regionale Bahnlinien»
Gesendet am 30. Oktober 2012 um 08:26
Wer nicht einverstanden ist, dass bis zu 175 Bahnlinien geschlossen werden sollen, der unterschreibe hier:
http://www.verkehrsclub.ch/de/unsere-themen/aktuelle-kampagnen/regionale-bahnlinien.html


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