Overtourism in den Alpen Massenhafter Besucherandrang dank Instagram


Published by Henrik , 13 August 2019, 15h46. This page has been displayed 1027 times.


"Hütte unter Felswand, Kapelle im Abendrot, glasklarer Bergsee: Bilder von beliebten Fotospots im Gebirge erreichen über Instagram und Co. ein riesiges Publikum. Doch jeder Post lockt weitere Besucher an. Quer durch die Alpen erleben Orte einen Massenansturm, deren Folgen vor Ort kaum noch zu bewältigen sind".
 
"Im letzten Sommer ist dieser Spot über die Sozialen Medien massiv beworben worden. Da sind Gäste aus aller Welt. Die Bilder, die sehen so aus, als wäre man dort ganz alleine auf weiter Flur. Aber würde man die Kamera mal um 180 Grad drehen, dann sieht man, dass da an starken Tagen im Sommer eine Schlange ist an Leuten, die warten, weil das da einfach unfassbar voll ist und das Naturerlebnis da nicht mehr möglich ist." Carolin Scheiter vom Nationalpark Berchtesgaden


Zitate aus den beiden Links...



Henrik



Comments (22)


Post a comment

Sputnik Pro says:
Sent 13 August 2019, 16h47
Ich sage nur, die Leute denen es zu viel Rummel hat und dennoch reklamieren: Geht in Kaukasus! Aber für den verwöhnten Westler gibts dort auch fast nirgens den Luxus von Hütten, Bergrestaurants, reguläre Busverbindungen usw.... dafür Natur pur und sehr gastfreundliche und hilfsbereite Bergbewohner.

georgb Pro says: warum in die Ferne schweifen...
Sent 13 August 2019, 17h07
Der angenehme Nebeneffekt dieses Instagramphänomens ist ja, dass alle zu den beworbenen Orten pilgern und man abseits des Massenanlaufs niemanden mehr trifft. Es genügt, die hotspots zu kennen und dann ein paar Schritte daneben zu wandern. Man kann natürlich auch in den Kaukasus ausweichen, ist aber logistisch deutlich aufwändiger ;-)

Sputnik Pro says:
Sent 14 August 2019, 09h50
Klar finden sich in den Alpen etliche Ecken ohne viel Leute - aber logischerweise muss man für solche Orte im Sommer in der Schweiz glücklicherweise noch stundenlange laufen.

Zum Kaukasus: Wie ich schon geschrieben habe, hätte die meisten verwöhnten Instagrammer dort ein Problem wenn sie wohl plötzlich einen 20kg Rucksack mit Zelt, Kocher usw. tragen müssten weil es einfach nur die pure Natur gibt :-)

Bertrand Pro says: RE:
Sent 14 August 2019, 08h56
Soweit muss man nicht einmal reisen (obwohl ich wie du auch ein grosser Kaukasus-Fan bin !) : 80% der Dauphiné-Alpen sind immer noch wild und ruhig, auch an schönen Sommewochenenden...

mong Pro says:
Sent 13 August 2019, 17h43
Es gibt halt auch immer mehr Menschen auf der Welt.
Die müssen ja auch irgendwo hin.

MarcN says: nicht so tragisch...
Sent 14 August 2019, 09h07
Es gibt immer noch ganz viele abgeschiedene Touren, ist halt einfach ein grösserer Aufwand.

Und gegen Instagram und Co zu schiessen, bringt nichts. Auch dieses Portal und jeder User ist "mitschuld" an diesem Problem.

Alles halb so wild :-)

Henrik says: RE:nicht so tragisch...
Sent 14 August 2019, 10h12
Anstoss zur Debatte, kontrovers und nicht zwingend unnötig, ist die zunehmende Regulierung, sprich Verbote aussprechen, die am Vollzug scheitern:

> Und gegen Instagram und Co zu schiessen, bringt nichts. Auch dieses Portal und jeder User ist "Mitschuld" an diesem Problem.

• gesperrte Wege
• Campingverbote
• Littering sowie so
• wie im Fall der Isar Kiesinseln absperren
• Gipfel sperren wie ev. am Matterhorn
• etc.
• etc.

Wer befugt ist einzuschreiten, wird sich überlegen, das alleine vorzunehmen...denn Verbote sind reizvoll, sie zu übertreten... das ist Alltag. Innerorts und ausserorts!

Sent 14 August 2019, 11h27
Mein Mitleid hält sich arg in Grenzen.

All diese Orte haben schon Werbung für sich gemacht, bevor es Instagram überhaupt gab. Wenn dann das eintrifft, wofür man warb, sollte man sich nicht wundern.

Erinnert ein wenig an Goethe's Zauberlehrling.

Vielleicht als Trostpflaster: die modernen Touristen sind eine unstehte Horde, die es nie lange an einem Ort hält. Also wird über kurz oder lang wieder der Alltag Einzug halten ... und die Orte werden sich die Finger lecken nach jedem Touri, der sich zu ihnen verirrt.

Hm2019 says: RE: In diesem Zusammenhang
Sent 14 August 2019, 11h58
Immer wieder sehenswert:
/de.wikipedia.org/wiki/Die_Piefke-Saga
Könnte aber auch gerade so gut in der Schweiz spielen, Beispiele gäbe es genug.
Oder: Maurice Chappaz, "Die Zuhälter des ewigen Schnees"
Gruss, Thomas

Winterbaer Pro says: RE: Hirnlose Menschen brauchen Verbote
Sent 14 August 2019, 18h22
Viele Menschen haben zwar ein Handy und Selfiestick, aber kein bisschen Verständnis oder Gefühl für die Natur. Bei denen hilft leider nix anderes als Verbote, denn sie wissen halt nix von z.B. Bodenbrütern und Co.
Alpenflusslandschaften

Bei uns am Lech gibt`s auch einen wunderschönen Platz, zu dem man auch noch ziemlich weit laufen muss, mit Feuerstelle. Und wo irgendjemand regelmäßig Party macht. Gegen die Party alleine hätte ich ja noch nichts, könnte ja nachts vielleicht ganz romantisch sein, wenn nicht ständig dort die Flaschen, Dosen und Müll übrig bleiben würden. Ich sammle den Müll auf und bring ihn nach Hause, weil mir die Natur und die Tiere leid tun.
Diesen Sommer wurde es Mode, dass man mit jeglichen Mitteln (Luftmatratzen, Billigschlauchbooten etc.) den Lech hinunterpaddelt. Sicher wurde auch das auf Facebook und Instagram verbreitet. Man legt mit viel Geschrei irgendwo an und entsorgt dort eben mal die Bierflaschen.
Vielleicht gibt`s irgendwann auch auf den Kiesbänken und in den Buchten ein Betretungsverbot. Hier brütet in den steilen Lechhängen u.a. der Eisvogel. Dann darf ich auch nicht mehr hin. Gerechte Strafe für alle, weil viele kein bisschen nachdenken wollen?

Winterbaer Pro says: RE:nicht so tragisch ?
Sent 14 August 2019, 13h03
Instagramer in der Provence zertrampeln Lavendelfelder für das perfekte Bild

Aus diesem Artikel wird ein Lavendelbauer zitiert:
"..er finde es zwar generell gut, dass so viele Touristen in die Region kommen. Doch viele würden die Natur nicht ausreichend respektieren."

> Auch dieses Portal und jeder User ist "mitschuld" an diesem Problem.

Ich finde, MarcN hat recht. Auch wir Hikr. hier posten ja nicht nur zum Schutz der Umwelt, sondern hauptsächlich für uns?!
Schöne Fotos von schönen Plätzen regen zur Nachahmung an, Touren mit schönen Begegnungen auch. Das ist doch der Zweck, warum wir hier sind und publizieren, oder? Und eine noch nicht beschriebene Tour, was es kaum noch gibt, wird erst zu einer bekannten Tour durch die Veröffentlichung!?

In einem menschenleeren Gebiet, wie das Paradies von Ivo66 macht das wohl noch keine großen Probleme. In viel und häufig besuchten Gebieten aber schon.
Wer in überlaufenen Gebieten noch Geheimtipps kennt, darf sie eigentlich nicht verraten. Ich bin für mich zu diesem Schluss gekommen. Ich habe auch schon Wegpunkte und Namen beschriebener Plätze aus meinen Berichten entfernt.
Ich kenne dabei genau das Gefühl, wie es ist, wenn man meint, was Besonderes draußen gesehen zu haben und das anderen zeigen will. Aber ich meine, es ist nicht gut für die Natur und man muss sich wirklich nicht wundern, wenn die geheimen Plätze dann keine mehr sind! Das alte Argument, es gehen deshalb auch nicht mehr dahin, ist einfach falsch. Besonders in Zeiten des E-Bikes, wo viele ohne Anstrengung in die hintersten Flecken gelangen, wo früher keiner war.

Regulierung...viele Gemeinden, nicht nur in Ö denken vermehrt darüber nach, die Fahrräder auf bestimmten Forststraßen zu verbieten. Dann sind aber nicht nur die E-Biker betroffen, sondern auch die echten Strampler. Ist das gerecht?

Und ja, der Kaukasus...würde mir wirklich gefallen! Ich brauche keinen Luxus! Aber wie komme ich dahin? Muss ich wohl fliegen? Ob ich das will? Eher nicht.

ABoehlen Pro says: RE:nicht so tragisch ?
Sent 15 August 2019, 08h21
> Und ja, der Kaukasus...würde mir wirklich gefallen! Ich brauche keinen Luxus! Aber wie komme ich dahin? Muss ich wohl fliegen? Ob ich das will? Eher nicht.

In den Kaukasus kann man auch fahren, z.B. nach Dagestan. Wie das geht, ist in einem aktuellen Fotobericht hier beschrieben (Links auf die weiteren Teile im Bericht selbst).

Gerade Dagestan (bedeutet gemäss Bericht «Land der Berge») böte sicherlich unermessliche Möglichkeiten für einsame Bergerlebnisse. Wenn man genügend freie Zeit hätte…

Winterbaer Pro says: RE:nicht so tragisch ?
Sent 15 August 2019, 09h37
Vielen Dank für den Link!
Ein weiter, weiter Weg in die Einsamkeit....:-)

derMainzer says: Nicht so tragisch?
Sent 14 August 2019, 14h35
Servus miteinander,

leider hat die neue digitalisierte Welt auch ihre negativen Schattenseiten. Durch Profitgier wird versucht, ganz schnell und ohne großen Aufwand den maximalen Gewinn dabei zu erwirtschaften. Die Influencer tragen mit ihren Smartphones in den entsprechenden sozialen Netzwerken dazu förmlich bei. Man braucht sich ja mal nur die Filme auf Youtube, u.a. von real adventure anschauen. Die daraus resultierenden Negativseiten werden bei den Influencer durch den finanziellen Vorteil voll und ganz ausgeschaltet. Auch ist selten bekannt, wer und wirklich mit entsprechenden Interessen hinter diesen kommerziellen Seiten steckt. Wenn man am Montagmorgen in die Medienwelt der Alpenländer eintaucht, bekommt man dann die entsprechenden negativen Nachrichten serviert.
Aber auch der normale User, der die neuen digitalen Techniken nicht kommerziell nutzen tut, trägt mit seinen Berichten in entsprechenden sozialen Netzwerken dazu bei.
Verbote und Regulierungen vom Gesetzgeber helfen dabei nur teilweise. Besser wäre es, wenn die Bergrettungsdienste in den Alpenländer mal einen vollen umfänglichen Beitrag über ihre Einsätze in den Medien präsentieren würden. Damit könnte man vielleicht eher Abhilfe leisten.

Gruß
derMainzer

Kopfsalat Pro says: RE:Nicht so tragisch?
Sent 14 August 2019, 14h41
Genau, die digitale Weltverschwörung darf auch nicht vergessen werden!

eeu says: nicht so tragisch?
Sent 15 August 2019, 14h09
Siehe auch:
Fürs Selfie die Felswand rauf – und dann die Rega rufen
https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/aber-bitte-mit-komfort/story/13939853

Henrik says: Tragisch
Sent 16 August 2019, 09h24
Die Folge sind Verbote

Spaß auf Kosten der Natur

An einem Sommersamstag 2018 wurden an der Einstiegsstelle Icking über 600 aufblasbare Gefährte zu Wasser gelassen, darunter Palmeninseln, Sex-Puppen, Bierkistenflöße. Der Landkreis Bad Tölz hat darauf mit einer Bootsverordnung reagiert. Jetzt gilt eine Promillegrenze, das Verbot von Glasflaschen und lauter Musik, eine jahreszeitliche Beschränkung, und es ist verboten, an Kiesinseln anzulanden.




Kopfsalat Pro says: RE:Tragisch
Sent 16 August 2019, 09h50
Das ist nichts aussergewöhnliches. Es ist der ganz normale Lauf der Dinge. Seit ewigen Zeiten.

Als Herr Otto oder wie er immer hiess, mit seinem Gefährt alleine rumkurvte, bestand noch kein Bedarf für ein Eingreifen des Gemeinwesens/Staats.

Erst als die Anzahl der Autos und deren negativen Auswirkungen zunahmen, musste das Autofahren gesetzlich geregelt werden.

Es ist schlicht in der Natur des Menschen, dass er sich in der Masse nicht gleich verhält, wie als Einzelperson. Deshalb muss das Verhalten in der Masse durch die Masse geregelt werden.

Henrik says: RE:Tragisch
Sent 16 August 2019, 10h17
Ich habe lediglich eine Zeitungsmeldung hier eingebracht, DU hast natürlich recht, Dani

chrs says: RE:Tragisch
Sent 16 August 2019, 20h44
ok, du findest ja gut/ legitim das die stillen Ecken im Internet beworben werden, weil ansonsten würde man ja "ewiggestrig" sein und den anderen Leuten etwas vorenthalten, und Angst vor der Zukunft haben ....

Ja und wenn dann die Ecken dann nicht mehr so still sind und unter Umständen zu "Hotspots" mit den bekannten Begleiterscheinungen (Müll etc.) werden, dann hältst du es für genau so legitim diese Bereiche durch Regelung- bzw. Lenkungsmaßnahmen (Wegegebote, bzw. -verbote) wieder zu entvölkern.

Wow! Das geht zu Lasten Aller, aber immerhin hatten ein paar Narzisten ihre Klicks.

Ich dagegen halte Wegefreiheit für extremst wichtig und um die zu erhalten, ist es eben sinnvoll einen stillen Ort zu genießen und nicht mit aller Welt zu teilen. Und wer sich reinkniet wird diese Orte auch finden, ich will keinem irgendwas vorenthalten.

Kopfsalat Pro says: RE:Tragisch
Sent 16 August 2019, 23h11
> aber immerhin hatten ein paar Narzisten ihre Klicks.

... oder Bergbuchautoren konnten ihren Lebensunterhalt damit verdienen.

Geh mal in eine Reise-Buchhandlung, dort findest du Regale voller Büchern mit "Geheimtipps" oder den "100 Orten, die man gesehen haben muss bevor man stirbt" etc. pp.

Allein der SAC hat(te) ein Reihe mit wohl gegen 100 Clubführern herausgegeben, die jeden auch noch so entlegenen Winkel der Schweiz abdeckten. Diese Führer werden übrigens jetzt digitalisiert, sodass jeder sie - teilweise für eine kleines Entgelt - Online runterladen kann!

In deiner Parlance wären das dann alles Narzisten. Wohl kaum.

Henrik says: Matterhorn
Sent 16 August 2019, 19h40
....tagein und tagaus!


Post a comment»